
Leises Geflüster erfüllte den Raum. Es wurde reflektiert von den uralten Gewölben und verschmolz zu einem steten, eindringlichen Säuseln. Niemand wagte ein lautes Wort zu sprechen aus Ehrfurcht vor den geheiligten Hallen in denen sie nun verweilen durften.
Es waren so viele gekommen, doch nirgends gab es ein Gedränge. Jeder bekam soviel Platz wie ihm zustand.
Jonas und seine Mutter befanden sich irgendwo am Rand der riesigen, unterirdischen Kathedrale. Sie hatten sich auf einen kleinen Felsvorsprung gesetzt, der aus der Höhlenwand hervorragte, denn sie waren sehr erschöpft von der langen Reise.
Jonas hatte noch niemals zuvor so viele Menschen gesehen.
Sein ganzes Leben hatte er in seinem kleinen Dorf, nahe der Grenze zum Wasteland verbracht. Sie hatten Takas gezüchtet und hatten eigentlich ganz gut davon leben können, soweit das in diesen Zeiten überhaupt möglich war. Doch nachdem nun all die schrecklichen Dinge passiert waren, das mit seinem Vater, den Echsen...
Nun waren sie hier, saßen auf dem blanken Stein und blickten erwartungsvoll und ein wenig furchtsam in die Menge. So viele waren gekommen, so viele auf der Flucht, wie sie selbst.
Irgendetwas tat sich. Jonas bestieg aufgeregt den Felsen, um die Menge besser zu überblicken. War das schon die Große Mutter? Würde sie wirklich kommen? Was würde sie sagen, wie würde ihre Stimme klingen? Hatte sie überhaupt eine Stimme, die ein gewöhnlicher Mensch hören konnte?
Ein Raunen lief durch die Massen. Es schwoll an, wurde vervielfältigt von den Höhlenwänden, verschmolz und verstreute sich wieder.
Doch dann verebbte es schlagartig.
Die Große Mutter betrat das Podium.