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Bürgersteigbegegnung im Jahre 2178

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Wie war es in Rostock?

Ich war in Rostock?

Ja!

Die Stadt hat keinen Eindruck hinterlassen. Sonst wüsste ich, dass ich da war.

Hast Du auch einen?

Einen Chip meinst Du?

Ja.

Ja, den habe ich!

Verlierst du mit ihm nicht ein Stück Deine Menschlichkeit. Es gehört doch dazu, auch Unwichtiges zu speichern und manch Unwichtiges wird manchmal ja wichtig.

Das ich in Rostock war, wird niemals wichtig.

Ja, das nun vielleicht nicht, aber andere Dinge, die automatisch nicht gespeichert werden. Soweit ich weiß, werden automatische Prozesse, die jeden Tag gleich ablaufen überhaupt nicht mehr gespeichert. Was ist denn, wenn Du etwas ganz besonderes isst und am nächsten Tag davon gar nichts mehr weißt?

Bevor ich etwas Hochpreisiges oder sehr Gutes esse, schütze ich die Erinnerung und kann es auch währenddessen machen.

Ach das geht auch währenddessen?

Ja, bei mir schon.

Und was hast du dafür bezahlt?

Weiß ich nicht mehr.

Absichtlich?

Ja, ich denke schon.

Siehst Du, Du weißt nicht einmal ob Du es absichtlich vergessen lassen hast.

Mit einem simplen Programm kann ich meine Löschdateien aber anschauen. Beziehungsweise die Zeit des Löschvorgangs eruieren.

Und wiederherstellen kannst Du Daten auch?

Nein, das geht Gott sei Dank nicht.

Ich wünsch Dir einen schönen Tag Johann.

Ich Dir auch..ähhh ähhh. Wie heißt Du noch gleich?
 
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Kommentare  

Köstlich, dieser Blick in die Zukunft. Sehr zum Schmunzeln, aber irgendwie auch zum Grausen. Hoffen wir, dass so etwas nicht wahr werden wird.

Jochen (27.05.2009)

Am Schluss musste ich laut auflachen. Wieder ein sehr guter Text. Schrecklich, was du uns da prophezeist, aber vielleicht sogar möglich und ich glaube, genau das ist der Grund, weshalb man lachen muss. Wirklich eine gelungene Zukunftsvision.

doska (26.05.2009)

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