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29 Seiten

PK Story 3 - Gothic - Puzzles

Romane/Serien · Spannendes
Puzzles 1 - Das Heimkind

Alba Iulia - 1 Jahr später. 
Schaukelnd durch die vielen Schlaglöcher fuhr der Wagen die enge Strasse hinauf. Die Sonne brannte unbarmherzig auf die vertrockneten Felder, die links der Strasse lagen. Die Luft flimmerte in der Hitze. Sie zuckte zusammen und ihr Puls stieg an, als sie sah, dass keine fünfhundert Meter entfernt eine Strassensperre errichtet war. 
Hastig kramte sie ihren Pass mit Visa aus der Tasche. Schon hundert mal war sie in Gedanken diesen Moment durchgegangen und nun traf es sie dennoch überraschend. Sie legte einen Hundert-Dollar-Schein in den Pass. Das Taxi hielt. Ein Polizist beugte sich zum Fenster und wechselte ein paar Worte mit dem Fahrer auf rumänisch.
Wie gelähmt versuchte sie krampfhaft nicht den Blick nach links zu richten und so unauffällig wie möglich zu wirken. Der Polizist stand mittlerweile vor dem Wagen. Frau Sammler kramte umständlich ihre Zigaretten aus der Tasche. Ein Klopfen an der Seitenscheibe ließ sie vor Schreck kurz aufschreien. Ein anderer Polizist, der wie aus dem Nichts aufgetaucht war und den sie erst jetzt bemerkte, machte einen drehende Bewegung mit der Hand. Langsam öffnete sie das Fenster. Prüfend sah er ihr einen Moment genau in die Augen. Blitzschnell hielt er ihr ein Feuerzeug vors Gesicht, so dass sie abermals vor Schreck zusammen zuckte. 
Sie zündete ihre Zigarette an, ihren Pass hielt sie noch immer umklammert in der anderen Hand. 
Fast unauffällig schielte der Polizist auf den Pass. Doch dann geschah etwas, was sie so nie erwartet hätte.

"Nicht gesund", sagte der Polizist. Verwundert sah sie ihn an.
"Rauchen... nicht gesund", sagte er. Er drehte sich um und schrie in Richtung der Sperre, an dem zwei weitere Polizisten standen:

"Deschide"

Sofort wurde die Absperrung beiseite geschoben. Der Wagen fuhr weiter und hinterließ eine große Staubwolke.

Sie wollten meinen Pass nicht sehen... sie wollten meinen Pass nicht sehen... das waren die einzigen Gedanken, die ihr jetzt durch den Kopf gingen.

Vor einem großen schweren Eisentor hielt der Wagen. 

"Wir sind da", sprach der Fahrer in einem eintönigen Tonfall.
Frau Sammler reichte dem Fahrer einige Lei und verließ den Wagen ohne ein Wort. Der Blick durch das Tor gab nur einen kleinen Teil des heruntergekommen Gebäude frei. Zögernd öffnete sie das schwergängige Tor und lief den Weg entlang, der nicht direkt zum Gebäude führte, sondern einen Bogen um einen kleinen verwilderten Park machte. Die dicke Frau mit dem weißen Kittel, welche neben der Eingangstür stand, sah sie fragend an. 
"Sie wünschen?"

"Sammler, ich habe einen Termin"

"Gehen sie die Treppe hoch, zweiter Stock, links den Gang, die erste Tür."

Frau Sammler achtete weder auf den Lärm, der ihr entgegenschlug, noch auf den feuchten muffigen Geruch. Ihre Schritte schallten, als sie die große breite steinerne Treppe hinaufstieg. Ein paar Kinderzeichnungen waren ohne Rahmen auf die Wände geklebt. An vielen Stellen fehlte der Putz. Sie blieb eine Weile vor der Tür im zweiten Stock stehen.

Sie klopfte und trat im gleichen Moment in das kleine Zimmer.
Die grauhaarige Frau am Schreibtisch hatte ihre Haare fest nach hinten gebunden.

"Ich bin Frau Sammler.. ich habe einen Termin"

Wortlos stand die grauhaarige Frau auf und entnahm dem Aktenschrank einen Ordner. Es dauerte eine Weile, ehe sie das gewünschte Papier gefunden hatte.
Sie kramte noch ein Foto aus dem Ordner.

"Sie können sie gleich mitnehmen, haben sie das Geld?"

Frau Sammler erstarrte als sie auf das Foto blickte, das Mädchen war Antonia wie aus dem Gesicht geschnitten.
Ihre Kehle war wie zugeschnürt, doch sie versuchte ihre Fassung zu bewahren.

"Haben sie die Dollar?", fragte die Grauhaarige.

Frau Sammler zog einen dicken Umschlag aus ihrer Tasche, den sie die ganze Zeit umklammert hatte und warf ihn auf den Schreibtisch.
 

"Wie heisst sie?", fragt Frau Sammler und hielt der Grauhaarigen das Foto hin.
"Wie sie wollen", antwortete die Grauhaarige während sie das Geld zählte.

"Sie muss doch einen Namen haben... Wie alt ist sie?"



"Gute Frau das ist ihre Entscheidung, ich trag ein, was sie wollen aber ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!"  

"Andrea, nein Tina.. sie soll Tina heissen...."
Noch immer fassungslos blickte Frau Sammler auf das Foto.

Die Grauhaarige reichte ihr einen Stapel Papiere. "Sie verlassen noch heute Rumänien"

"Ja.. das ist mein Plan"

"Dann haben wir alles besprochen, kommen sie, sie ist unten"

Sie liefen die Treppe hinab, zahlreiche Gänge entlang, in den Speisesaal. "Warten sie hier"

Tränen schossen ihr in die Augen, wie im Trance lief sie auf sie zu, als sie sie erblickte. Sie wollte sie in die Arme schließen, sie drücken, doch etwas in ihrem Inneren hielt sie davon ab. Sie sah so vertraut aus und doch fremd, die Frisur war anders, als sie Antonia immer hatte. Die Kleine streckte ihr die Hand hin und machte einen Knicks, nachdem die Grauhaarige ihr einen strafenden Blick zugeworfen hatte.

"Sie spricht ein wenig deutsch, viel Glück", sprach die Grauhaarige und verschwand.

Wie gelähmt stand Frau Sammler da, griff nach der kleinen Hand. Unfähig etwas zu sagen, reichte sie dem Mädchen einen kleinen Plüschhasen, den sie aus ihrer Tasche gezogen hatte.
Keine fünf Minuten später standen sie draußen vor dem Tor. Ungeduldig
schaute Frau Sammler auf die Uhr. Die Hitze war fast unerträglich. Schweigend setzte sich die Kleine auf den staubigen Boden. 
Ratlos blickte sich Frau Sammler um. Verdammt, Sicherheit hin oder her, vielleicht wäre es besser gewesen, den Fahrer warten zu lassen. Was ist, wenn das andere Taxi nicht kommen würde? Viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Es war ein Fehler gewesen. 
"Steh auf", sagte sie zu der Kleinen und nahm sie an die Hand. Hastig liefen sie den Weg zurück. Die Treppe hoch, den Gang entlang, den Weg kannte sie. Ohne zu klopfen öffnete sie die Tür.
Erschrocken drehte sich die Grauhaarige um, die gerade am Fenster stand.

"Bitte helfen sie uns.. das Taxi ist nicht gekommen."

"Gute Frau", sprach die Grauhaarige in einem recht guten Deutsch "Sie richten ihre Beschwerde an die falsche Adresse" 

"Bitte helfen sie uns.. es ist sicher auch in ihrem Interesse, dass wir so schnell wie möglich hier wegkommen"

Wortlos nahm die Grauhaarige den Telefonhörer. Frau Sammler verstand nichts von dem was gesprochen wurde.

"Sie werden abgeholt, warten sie unten.. aber nicht vor dem Tor, warten sie am Eingang.. sie fahren mit dem..."

"Mit dem...", wiederholte die Grauhaarige "Auto mit Wäsche"
 Wieder unten angekommen wartete Frau Sammler mit der Kleinen. Tatsächlich kam keine zehn Minuten später ein unglaublich verrosteter Barkas. 
Sie öffnete die Beifahrertür. "Hinten", sagte der Mann am Steuer. "Steigen sie hinten ein".
Er stieg aus und öffnete die hintere Tür. Der Wagen war hinten komplett leer, es gab keine Sitze. 
"Steigen sie ein und warten sie." Die Tür wurde geschlossen. Nach ein paar Minuten wurde sie wieder geöffnet. Der Mann und ein paar Kinder warfen Wäschesäcke in den Wagen.
"Verstecken sie sich so gut wie es geht und kein Wort... wir müssen an einer Polizeikontrolle vorbei", sagte er.
"Ich weiss", sagte Frau Sammler.
Langsam fuhr der Barkas los. Frau Sammler saß mit dem Rücken an der Blechwand, welche den Laderaum vom Fahrerraum abteilte, gelehnt. Die Kleine saß dicht an sie gedrückt. Vor ihr lag ein Berg aus verblichenen weißen Wäschesäcken.
Ihr Rücken schmerzte bei jedem Schlagloch.
Irgendwann hielt der Wagen.
Sie hörte Schritte. Die Tür wurde geöffnet. Sie erkannte die Stimme des Polizisten. Es wurde wieder rumänisch gesprochen. Sie hielt dem Atem an. 
Instinktiv hielt sie der Kleinen den Mund zu.
Sie verstand nur einige Wortfetzen. 

"Statele Unite ale Americii... Doamna....."

Kein Zweifel, der Polizist sprach von ihr. Ihr war schlecht vor Angst. Einen Augenblick war völlige Ruhe. Sie wartete darauf, dass die Tür hinten geöffnet wurde. Sie hatte noch einiges an Geld, vielleicht würde es ihr helfen. Doch ehe sie den Gedanken zu Ende denken konnte, fuhr der Wagen weiter. 
Erleichtert atmete sie auf und nahm die Kleine zum ersten Mal fest in den Arm. Tränen schossen ihr in die Augen.

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Puzzles 2 - Verhängnisvoller Anfang

Rückblick:
Ich dachte nicht nach in diesem Augenblick, Liebe? Leidenschaft? Ich spürte ihre Hände am ganzem Körper, ihre weiche Haut ihre Lippen, ihre Wärme und Nähe und dachte, dass das nie aufhören wird. Dieses Gefühl. Nur ein Wunsch. Es soll nie aufhören. Für immer. Was geht mich die Gesellschaft an, was andere denken. Meine Eltern? Das kann mir egal sein! Christiane? Sie ist nur eine Angestellte! Ich dachte in diesem Moment ich würde es nie verheimlichen. Die ganze Welt könne es erfahren, mir ist es egal! Weiter dachte ich nicht. Das Gefühl zog mich mehr und mehr in den Bann! Leidenschaft...


Irgendwann mussten wir eingeschlafen sein. Durch ein "So ein Mist!" wachte ich auf. Langsam, Stück für Stück realisierte ich, wo ich mich befand. Nicole stand wenige Schritte neben mir und wischte mit der Hand ihre nassen Haare aus dem Gesicht. Es regnete wie aus Eimern. 
"Was nun?" fragte sie. Obwohl ich sicher war, dass sie meine Gesichtszüge im Dunkeln nicht sehen konnte, schien sie meine Regung zu erraten: "Sag nichts... Was da passiert ist.. lass uns jetzt nicht darüber reden" 
Langsam tasteten wir uns aus dem Wald. Als wir die letzten Bäume hinter uns gelassen hatten, war das niederprasselnde Geräusch des Regens verschwunden. Das mulmige Gefühl verließ schlagartig meinen Körper. Ich fühlte mich frei. Noch immer hatte ich kein Wort zu Nicole gesagt. "Du hast geschlafen wie ein Murmeltier" unterbrach sie unser Schweigen. 
"Hast du mich dabei beobachtet?"
"Du bist wunderschön wenn du schläfst" sagte sie.
"Danke.. nur wenn ich schlaf?" sagte ich künstlich gekränkt während wir über eine nasse Wiese stampften.
"Was machen wir nun, wie geht es weiter?" In Nicoles Stimme war deutlich eine Mischung aus Angst und Hoffnungslosigkeit zu hören. Auch ich war ratlos. "Wir können nicht hier bleiben" entschied Nicole. Wir mussten zurück zu Mike, weg von hier. In mir drehten sich tausend Gedanken. 
"Wir müssen Geld besorgen" sagte ich schließlich. Nicole war dagegen: "Wir können auf keinen Fall zurück ins Haus..."
Fast am Weg angekommen durchbrach das Licht der Laternen diese dunkle Mondlose Nacht. Wir blieben stehen, der Regen hatte nachgelassen. 
"Wir müssen Mike anrufen, er muss uns abholen.."
"Wir haben nicht viel Möglichkeiten, unsere Sachen und Handys liegen im Haus...oder wir gehen gleich zur Polizei"
"Bist du irre? Was willst du denen erzählen?"
Je länger ich darüber nachdachte, fand ich das Nicole Recht hatte, Polizei war keine Lösung, zurück zum Haus zu gefährlich. Plötzlich musste ich an Christiane denken: "Was ist, wenn sie ihr was getan haben?"
"Wen?" fragte Nicole.
"Christiane.. " 
"Ok" sagte Nicole "Wir gehen zum Haus und werden die Lage checken und die Sachen und Handys holen und dann nix wie weg"

Ohne ein Wort zu sagen, schlichen wir den Weg hinauf zum Haus. Wir liefen so weit wie möglich am Rand des Weges.
Noch sechs Laternen bis zum Haus. Die Mitte zwischen zwei Laternen lag immer fast in völliger Dunkelheit.
Das konnte nicht sein! Ich erstarrte vor Angst, als ich die Umrisse eines Autos erkannte welches in unserer Einfahrt stand.
Instinktiv nahm Nicole meine Hand. Sie zitterte.
Trotzdem schlichen wir so langsam und leise wie möglich näher an das Auto. Kein Zweifel, es war eine schwarzer BMW! Mein Magen krampfte sich zusammen und meine Beine fühlten sich wie Gummi an. 
Im schwachen Lichtschein der Einfahrt konnte man sehen, dass niemand im Wagen zu sitzen schien.
Nicole fasste allen Mut zusammen und presste ihr Gesicht an die Seitenscheibe. Vom Haus war kein Laut zu hören. 
"Es ist sitzt niemand drin" flüsterte Nicole, während ich meinen Blick keine Sekunde von der Eingangstür des Hauses ließ.
Klack machte es und im selben Augenblick, nahm ich einen Lichtschein im Blickwinkel war. Nicole hatte die Autotür geöffnet. Über sich selbst erschrocken, vergaß Nicole das Flüstern. "Verdammt wo geht das aus." Im selben Moment wurde es dunkel. Mein Herz drohte fast zu zerspringen.
"Was machst du da" flüsterte ich.
"Heute ist unser Glückstag" sagte sie und zeigte auf den Zündschlüssel welcher im Zündschloss steckte.
"Bist du verrückt.. du kannst doch nicht..." Ein klirrendes Geräusch drang aus unserer Garage.
Nicole schob mich zur Fahrerseite in das Auto, ich kletterte auf den Beifahrersitz und fast im selben Augenblick saß Nicole schon neben mir.
Laut heulte der Motor auf und es gab einen Ruck, der Motor war wieder aus um gleich danach wieder von Nicole gestartet zu werden.
Erst als wir die fünf Meter aus der Einfahrt gefahren werden und rechts den Weg hinab abbogen, zog Nicole die Fahrertür zu.
"Kannst du überhaupt fahren?"
Langsam ganz ruhig ,sagte sie zu sich selbst. "Wir dürfen nicht auffallen" sagte sie in einem bemüht ruhigen Ton. 
Zwei Mal ging der Motor aus, beim Anfahren an einer Ampel, doch dann erreichten wir die Autobahn. 
"Wir sind sowas von am Arsch" sagte ich. "Wir haben ein Auto geklaut.. die werden uns umbringen" Obwohl ich nicht wusste wer "die" überhaupt sind. Es war Akiras Wagen. So sehr ich mich bemühte diese ganzen Sachen zu einem logischen Ganzem zusammenzufügen, es gelang mir nicht. Der Regen hatte nun völlig aufgehört. Es war wenig Verkehr und Nicole fuhr erstaunlich sicher, wenn auch recht langsam.
"Wie willst du Mike erklären woher das Auto ist?" fragte sie. 
"Ich weiß nicht.. ich weiß einfach gar nichts mehr" In meinen Gedanken war ich im Wald in Nicoles Armen, in meinen Gedanken spürte ich ihre Lippen.. Obwohl erst geschehen, kam es mir vor wie eine Ewigkeit. 
Ich erschrak bei dem Gedanken dass diese Erinnerung verblassen könnte, verblassen wie ein altes Foto. Ich lehnte meinen Kopf auf ihre Schulter. 
"Lass mich niemals allein, niemals", sagte ich fast flehend und war selbst erstaunt über meinen Mut diesen Satz auszusprechen.
"Niemals", sagte Nicole. Sie sagte es ohne ein Zögern. Sie sagte es fest entschlossen und ich glaubte ihr. In diesem Moment hätte ich ihr alles geglaubt. Und jetzt wusste ich, dass dieser Moment, diese Sekunde niemals verblassen wird. Sie hat sich eingebrannt und dieses unbeschreibliche Gefühl, dieser Moment eingebrannt für die Ewigkeit.


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Puzzles 3 - Die Flucht

Die Fahrt über die holprigen Strassen war mehr als unangenehm. Die Hitze in ihrem engen Versteck des Barkas machte sie müde. Ihre Lippen waren trocken. Die Kleine schaute sie mit ihren großen Augen an, doch sie sagte kein Wort.
Nach einer endlosen Zeit erreichten sie Sighisoara.
Frau Sammler kletterte aus dem Barkas. Noch ehe sie dem Fahrer ein paar Lei zustecken konnte, fuhr dieser davon und hinterließ eine Staubwolke. Mit der Kleinen an der Hand, lief sie durch die kleinen engen Gassen, mit den bunten verfallenen Häuschen, hinauf in Richtung Bergkirche. Im Schutz der großen Eiche ließen sich beide auf die Bank fallen, die um den Baum gebaut war.
Frau Sammler zog den gefälschten Pass aus dem Umschlag, den die Grauhaarige ihr gegeben hatte und steckte ihn zusammen mit ihren gefälschten Pass in ihre Handtasche.
Im Schatten des Baumes war es angenehm luftig, sie blieben noch eine Weile sitzen, dann liefen sie die paar hundert Meter zum Brunnen.
Zwei alte Frauen schleppen mit Wasser gefüllte Eimer davon.
Frau Sammler beugte sich über die steinerne Wanne vor dem Brunnen. Mit beiden Händen trank sie gierig ein paar Schluck Wasser, auch die Kleine schöpfte mit ihren Händen Wasser, um es gleich mit ihren Mund aufzusaugen.
"Ich muss etwas sehr Wichtiges mit dir besprechen" brach Frau Sammler das Schweigen.
"Es ist sehr wichtig das du mir gut zu hörst."
"Kannst du mich verstehen?"
Die Kleine nickte.
"Wenn dich jemand etwas fragt, dich anspricht, du darfst niemals ein Wort sagen, hörst du? Nicke oder schüttle deinen Kopf! Wir spielen ein Spiel" fuhr Frau Sammler fort. "Du heißt Tina und du bist stumm."
Sicherheitshalber kramte Frau Sammler nochmals in ihrer Handtasche, zog die Unterlagen hervor, Geburtsurkunde, Arztunterlagen.. Zufrieden steckte Frau Sammler alles sorgfältig in ihre Tasche zurück. "Wir sind normale amerikanische Touristen..", murmelte sie zu sich selbst.
Sie setzen sich auf die kleine eiserne Umrandung neben dem Brunnen. Die Kleine ließ ihre Beine baumeln.
Es war fast keine Menschenseele in dieser heißen Mittagszeit auf den kleinen engen Strassen. Nur hin und wieder quälte sich ein Pferdegespann den steilen Berg hinauf, um dann hinter der nächsten Biegung zu verschwinden.
Er müsste längst da sein, dachte Frau Sammler. Nervös zog sie die Packung Zigaretten aus ihrer Tasche, um sie gleich wieder einzustecken, ohne eine Zigarette zu entnehmen.
Das musste er sein! Und tatsächlich hielt wenige Sekunden später das schwere Motorrad keinen halben Meter vor ihr.
Der Mann auf dem Rad setzte seinen Helm ab. Es kam ein braungebranntes Gesicht zum Vorschein, Drei-Tage-Bart, vermutlich um die vierzig Jahre alt.
Prüfend sah er sie wenige Augenblicke von oben bis unten an.
"Vergiss die Tickets" sagte er hastig und ließ seinen Blick über die menschenleeren Gassen gleiten.
"Ihr Visa ist ungültig" sprach er weiter.
Frau Sammler begriff erst langsam die Tragweite seiner Worte. Monatelange Planung, Tausende von Dollar.
"Das darf nicht sein" schrie sie außer sich.
"Sie dürfen auf keinen Fall zum Flughafen.. ihr Visa ist ungültig und es wurde ein Haftbefehl ausgestellt. Ich darf ihnen das alles gar nicht erzählen.. Sie müssen von hier verschwinden."
"Wohin?" ihre Stimme bebte vor Aufregung.
"Ich kann ihnen nicht helfen" sprach er und setzte seinen Helm auf.
Frau Sammler packte seinen Arm.
"Bitte.. helfen sie uns.. wieviel wollen sie?"
"Ich brauch kein Geld" antwortete er. "Ok, warten sie bis es dunkel ist, verstecken sie sich und dann... " Er nahm einen Zettel aus seiner Innentasche der Motorradjacke:".. und dann gehen sie zu dieser Adresse. Sagen sie Vlad schickt sie!"
Er brauste davon. Frau Sammler faltete den Zettel auseinander.
Sie nahm die Kleine an die Hand und beide liefen, ohne sich umzudrehen weiter hinauf, vorbei an der Bergkirche bis der Weg im Feld endete. Am Rand des Feldes immer in Richtung Wald, über die Wiese bis beide völlig erschöpft die ersten Bäume des Waldes erreichten und sich in das weiche Moos fallen ließen.

Die Minuten vergingen wie Stunden. Sie hatten Durst. Erst als die Dunkelheit angebrochen war und sie in weiter Ferne die Turmuhr zehn mal schlagen hörte, liefen sie den weiten Weg zurück.
Die auf den Zettel geschriebene Adresse, fand Frau Sammler ohne Mühe.
Wenn es nun eine Falle ist? Doch sie hatten keine andere Chance. Sie wollte weg aus diesem Land, einfach weg in ihr neues Leben. Ein Leben mit Tina, die ihrer geliebten Antonia so ähnlich sah und doch so fremd schien. Sie zögerte noch einen Augenblick, dann klopfte sie an die alte grüne Holztür.
Es dauerte eine ganze Weile, bis die Tür geöffnet wurde.
"Ich habe sie bereits erwartet" sprach eine Stimme, noch ehe Frau Sammler etwas sagen konnte.
Eine alte Frau mit einen schwarzen Umhang, klein und gebrechlich und doch schien etwas Unheilvolles von ihr auszugehen, bat die beiden herein.
Frau Sammler musste ihren Kopf nach unten neigen, um nicht an der niedrigen Türöffnung anzustoßen.
"Setzen sie sich" sprach die Alte und reichte beiden eine Flasche Wasser.
Die Kleine leerte die Flasche fast ohne abzusetzen und auch Frau Sammler trank hastig.
"Hören sie einfach zu und entscheiden sie dann" sagte die Alte.
"Sie müssen das Kind hier lassen."
"Was?" unterbrach Frau Sammler die Alte.
"Unterbrechen sie mich nicht, hören sie erst zu und entscheiden sie dann" fuhr die Alte in einem ruhigen Ton fort.
"Sie wissen nicht worauf sie sich einlassen, die wollen ein Kind? Gut dann holen sie sich ein Kind, holen sie ein anderes."
"Ich will sie nur warnen, es ist ihre Entscheidung, ich kann ihnen helfen das Land zu verlassen, doch in aller Herrgottsname, lassen sie dieses Kind hier."

"Wieso?" unterbrach Frau Sammler die Alte erneut.
Die Alte schlug ihre geballte Faust auf den Tisch. Frau Sammler erschrak, soviel Kraft hätte sie der Alten nicht zugetraut.

"Lassen sie das Kind hier oder sie werden es bitter bereuen."
"Auf keinen Fall!" sagte Frau Sammler entschlossen. "Helfen sie uns oder wollen die nur meine Zeit verschwenden?"
"Wie sie wollen, denken sie an meine Worte. Denken sie immer daran, ich habe sie gewarnt. Sie werden bitter weinen. Dieses Kind wird nicht älter als achtzehn Jahre werden"

Die Kleine schaute, unbeeindruckt der Worte, zufrieden Frau Sammler an. Und da war er. Zum ersten Mal nahm Frau Sammler diesen Blick wahr.
Wie der Blick eines treuen Hundes, zugleich flehend und unschuldig.

"Sie ist meine Tochter! Ich lass sie niemals zurück! Sind sie verrückt?"
Frau Sammer war sichtlich verärgert.

"Ich werde ihnen helfen, es ist ihre Entscheidung, doch vergessen sie niemals meine Worte, sie werden es bereuen."

"Und nun kommen sie mit.."

Beide folgten der Alten in ein unglaublich herunter gekommenes Badezimmer, welches dem Begriff Badezimmer gar nicht würdig war.
Weit nach Mitternacht stand Frau Sammler mit der Kleinen an der Hand vor dem Haus, was ihr jetzt noch verfallener vorkam und wartete auf das Auto welches sie in ihre neue Welt bringen sollte.
Die Kleine mit kurzgeschorenem Haar, Frau Sammler mit ihren kürzeren und tiefschwarz gefärbten Haar und diesem Anzug für den diese alte Hexe
dreihundert Dollar extra haben wollte.

Es dauerte fast eine halbe Stunde, ehe der Mercedes mit dem Diplomatenkennzeichen fast lautlos angefahren kam.
Mit einen Summen öffnete sich das Seitenfenster.
"Sie zahlen zehntausend sofort und zehntausend wenn sie angekommen sind" sagte der Mann am Steuer und zeigte dabei keinerlei Gesichtsmimik.

"Ich habe nicht soviel dabei, ich kann ihnen zweitausend... nein zweitausend und zweihundertfünfzig geben. Sie bekommen den Rest später ich verspreche es ihnen." sagte Frau Sammler in einem flehenden Tonfall.
"Vergessen sie das." sagte der Mann und schloss die Scheibe, der Motor wurde angelassen.
Frau Sammler sprang vor den Wagen.
"Gehen sie sofort aus dem Weg" drohte der Fahrer durch die geschlossene Scheibe.
"Warten sie..." Frau Sammler zog ihren Ring vom Finger, streifte ihr Armband ab und hielt es in das Scheinwerferlicht des Wagens.
Die Scheibe wurde einen Spalt geöffnet.
"Nehmen sie das.. es ist mehr wert als zehntausend." Ohne den Ring und das Armband anzusehen, ließ der Mann die Sachen in die Brusttasche seines Hemdes gleiten.
"Steigt ein" sagte er nur.
Mit unglaublich hoher Geschwindigkeit, ließen sie die Stadt hinter sich.


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Puzzles 4 - Zwischenspiel


Dienstag, 9. Juni 2009
Staatsanwaltschaft Nürnberg - Dritte Anhörung

"Nach ihren eigenen Aussagen haben sie von 1985 bis 1989 in Rumänien für den deutschen Geheimdienst gearbeitet. Der BND konnte diese Aussage allerdings nicht bestätigen. Ein paar Hinweise, dass sie tatsächlich in Rumänien lebten und in einem Krankenhaus gearbeitet haben, konnten wir teilweise ermitteln."

Stumm und mit leeren Blick saß Frau Sammler an dem kleinen viereckigen Tisch.

"Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass wir ihnen diese haarsträubende Geschichte abnehmen."
"Frau Sammler, was könnten sie zum Verbleib ihrer Tochter Andrea sagen? "

"Ich habe ihnen alles schon mehrfach erzählt ... mehr kann ich dazu nichts sagen... lassen sie mich in Ruhe...!"

"Frau Sammler, ihr Mann ist verschwunden, ihre Tochter Andrea ist verschwunden, die Leiche ihrer Tochter Tina wurde aus dem Grab entwendet.."
Der Staatsanwalt musste sich beherrschen seinen Tonfall ruhig weiterzuführen:

"Bei ihrer Festnahme hatten sie mehr als zwei Millionen Euro bei sich, in bar.. Woher stammt das Geld? "

"Ok, fangen wir noch ein mal von vorn an. Sie wollen allen Ernstes bei ihrer Aussage bleiben, sie haben für den deutschen Geheimdienst gearbeitet? Sie haben ein Kind als Ersatz ihrer verstobenen Tochter aus einem Kinderheim in Rumänien gekauft? Ohne auf den ganzen Hokuspokus eingehen zu wollen, mit dem sich die psychologischen Gutachter noch auseinander setzen werden, behaupten sie weiterhin, Tina, ihr gekauftes Kind, sei nicht bei dem tödlichen Verkehrsunfall gestorben."

"Sie können ihre Position verbessern, wenn sie mit uns zusammen arbeiten, sagen sie endlich die Wahrheit..."

"Ok kommen wir nochmals auf ihre Tochter Tina zurück, es konnte nicht ermittelt werden, dass sie dieses Kind illegal in Rumänien gekauft haben. Zumindest belasten sie sich damit selbst schwer, ich hoffe das ist ihnen bewusst.. sie sagen auch dass diese nicht bei einem Verkehrsunfall getötet wurde. Obwohl ich hier alle pathologischen Gutachten habe? Die DNA Analyse ergab, dass es sich eindeutig um ihre Tochter gehandelt hat"

Wütend warf er ihr einen Stapel mit hässlichen Fotos auf den Tisch, obendrauf eine Sterbeurkunde. Frau Sammler wendete ihren Blick ab und blieb stumm.
"Frau Sammler hören sie mir zu, sie müssen die Wahrheit sagen"


"Finden sie die Leiche von Tina und machen sie einen DNA Test... machen sie einen neuen DNA Test!" schrie Frau Sammler.
"Sie haben ja keine Ahnung.. ihr alle habt keine Ahnung.. sie werden sterben, wie die anderen, jeder von ihnen" fügte sie leise hinzu.
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Puzzles 5 - Grauen

Plötzlich bremste Nicole, fuhr auf den Standstreifen und machte den Motor aus.
"Hast du das gehört? fragte sie.
"Was denn?" entgegnete ich.
"Psst, sei mal still" sagte sie ganz aufgeregt.
Jetzt hörte ich es auch. Es klang wie eine elektrische Zahnbürste, dann war das Geräusch weg, nach einer Sekunde kam es wieder.
"Handy" schrieen wir gleichzeitig. Nicole sprang aus dem Auto öffnete den Kofferraum, aus dem das Geräusch kam und wich wie von einem Blitz getroffen einen Schritt zurück, während sie einen grellen Schrei ausstieß.
Ich stieg aus und eilte zum Kofferraum. Mein Körper erstarrte. Ich brauchte einen Augenblick, um zu begreifen was ich sah.
Im Kofferraum lag ein Sarg, ein kleiner Sarg.. ein Kindersarg. Wieder dieses Geräusch, welches ich nun eindeutig als das Vibrieren eines Handys erkennen konnte. Dieses Geräusch kam aus dem Sarg. Nicole hatte jetzt erst ihre Sprache wiedergefunden.
"Es ist.. ich bin fix und fertig... was machen wir jetzt." stammelte sie.
Kurz entschlossen riss sie den Deckel hoch, der Sarg war bis auf ein Handy leer!
Als ich genauer hinsah wurde ich fast ohnmächtig. Der Boden unter meinen Füßen begann sich zu drehen.
Es war zweifelsfrei mein Handy! Ich schloss für den Bruchteil einer Sekunde meine Augen. Doch es war kein Traum.
Noch immer summte das Handy, noch immer stand auf dem Display: Tina ruft an.
Ganz schwindelig, mit zittrigen Fingern nahm ich das Handy, hielt es fest ans Ohr gedrückt.

"Na endlich! Ich hab dich sicher geweckt ich dachte schon, ich bekomm dich nie wach! Du wirst ...."

"Tina!" schrie ich ins Handy.

"Es gibt was wichtiges, du musst am..." sagte die Stimme weiter.
Dann war die Verbindung weg.
"Tina" schrie ich erneut, ich weinte hysterisch Nicole stand mit halboffenen Mund neben mir.

Tut Tut Tut.

Mir war speiübel, ich wählte sofort Tinas Nummer doch diese war nicht vergeben.

"Ich glaub ich dreh durch" sagte ich.
"Ich auch" schrie Nicole, die den Sarg aus dem Auto hob.
"Ich werd verrückt, ich glaub's nicht" schrie sie weiter.
Unter dem kleinen Sarg, den Nicole neben das Auto geworfen hatte, lagen vier, nein fünf dicke Geldbündel.
"Kneif mich mal, ich glaub ich träum" schrie Nicole weiter.
Vier dicke Bündel bestehend aus Tausender -DM-Scheinen, das fünfte Bündel bestand aus Fünfziger - DM Scheinen.
"Los weg hier" sagte Nicole und sprang schon auf den Fahrersitz.
Ich war unfähig etwas zu sagen, ich fühlte mich sterbenskrank und gleichzeitig aufgeregt, wie nie in meinen Leben zuvor.
Nicole fuhr mit hoher Geschwindigkeit ein paar Kilometer bis zur nächsten Tankstelle, parkte den Wagen in der wenig beleuchteten Ecke neben zwei großen Lastkraftwagen.

Sie zählte die Geldbündel durch.

"Einhundertzwanzig Scheine im ersten Bündel!" sagte sie wie ein kleines Kind.
Im zweiten und dritten Bündel befanden sich einhundert Scheine, im vierten sogar einhundertdreißig Scheine.
"Das sind vierhundertfünfzig Tausend DM und der Kleinkram in dem fünfziger Bündel" schrie sie. Wie sich herausstellte fünftausend DM.
"Vierhundertfünfundfünfzig Tausend DM" sagte sie fassungslos.
Noch immer brachte ich kein Wort über meine Lippen. Mich beschäftigte der Anruf viel mehr, meine Gedanken drehten sich nur noch um das eben Erlebte.
Nicole hingegen war wie ausgewechselt, sie freute sich wie ein kleines Kind.
"Wir sind reich" sagte sie mehrmals.
Sie stopfte das Geld unter den Fahrersitz nahm zwei fünfzig DM Scheine und sagte nur : "Los"
Wortlos stieg ich aus und lief ihr lustlos hinterher zum Eingang der Tankstelle. Die Schiebetür zum Shop öffnete sich automatisch. Nicole steuerte gleich den Kassenbereich an und verlangte eine Schachtel West. Der Verkäufer musterte sie kurz holte aber schließlich eine Schachtel aus dem Regal hinter sich.
Nicole legte einen Fünzig DM Schein auf den Verkaufstisch.

"Tut mir leid" sagte der Verkäufer "D-Mark Scheine nehmen wir nicht an, den kann man soviel ich weiß bei Landeszentralbanken umtauschen"

"Hä?" sagte Nicole.

"Wir nehmen nur Euro.." sagte der Verkäufer und steckte die Schachtel zurück ins Regal. "Darfst du überhaupt schon rauchen?" sagte er plötzlich?

"Was?" sagte Nicole. Ich zog sie an der Hand in Richtung Tür.
Neben der Eingangstür befand sich ein Zeitungsständer.
Eher zufällig streifte mein Blick über ein paar Schlagzeilen.
Was ich dann sah sprengte meine Vorstellungskraft.
Es konnte nicht sein! Was für ein dummer Druckfehler, dachte ich.
Ich nahm eine andere Zeitung. Immer hastiger nahm ich Zeitung für Zeitung aus dem Ständer und ließ sie fassungslos fallen.
"Hey mal langsam junges Fräulein" sagte der Verkäufer.
"Was ist heute für ein Datum", schrie ich den Verkäufer an.

"Der vierzehnte und nun verzieht euch oder ich hole die Polizei" sagte er.

Ich hielt Nicole eine Zeitung vor das Gesicht.

"Anti-Terror-Politik: EU-Minister einigen sich auf Dringlichkeitsmaßnahmen.. ja und?" sagte Nicole gelangweilt.

"Schau auf das Datum!" meine Stimme bebte.

"14. Juli 2005, ein lustiger Druckfehler."

"Da und da" ich hielt immer mehr Zeitungen vor ihr Gesicht.

"Jetzt reicht es" sagte der Verkäufer "Entweder ihr verschwindet sofort oder ich ruf wirklich die Polizei!"


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Puzzles 6 - Zwischenspiel

Mittwoch, 10. Juni 2009 
Staatsanwaltschaft Nürnberg - Vierte Anhörung

"Zunächst muss ich ihnen mitteilen das Mordanklage gegen sie erhoben werden wird.. auch ohne Leichen, früher oder später werden wir die Leichen finden. Sie sollten endlich anfangen die
Wahrheit zu sagen. Kommen wir noch mal auf die Zeit zurück in der sie in Rumänien lebten und arbeiteten. Wo in aller Welt war ihr Mann in dieser ganzen Zeit?"

Frau Sammler saß teilnahmslos am Tisch ihren Kopf in ihre rechte Hand gestützt.

"Ich bin hier noch auf etwas Interessantes gestoßen..."

Du wirst dich wundern auf was du noch alles stoßen wirst dachte Frau Sammler.

"Eine Anklage aus dem Jahr 1991 von den Behörden aus Rumänien wurde fallengelassen. Es ging um Brandstiftung.. Wollen sie mir dazu was erzählen? Wissen Sie, ich würde gern die Umstände erfahren...."

Nein das wünschst du dir nicht wirklich! dachte sie.

Ein Klopfen und zeitgleich ging die Tür auf. Eine dickliche Frau trat ins Zimmer und flüsterte dem Staatsanwalt etwas ins Ohr.

"Das wars für heute" sagte er. Er verließ den Raum.

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Puzzles 7 - Der Albtraum beginnt

Wir verließen den Shop und gingen zum Wagen.
Mein Herz raste, ich wusste nicht was ich denken und fühlen sollte. Nicole startete den Motor.
"2005 !" sagte ich.
"Der Typ hat einen Dachschaden, oder ob es doch Falschgeld ist?" entgegnete Nicole.
"2005.. " wiederholte ich "Wir haben 2005?"
"Jetzt mach dich doch nicht fertig und hör auf mit dem Blödsinn, wir sollten uns einen Plan machen."
"Einen Plan.." sagte ich noch immer unter Schock.
"Fassen wir mal zusammen, wir haben einen gestohlenen Wagen..."
"Der Akira gehört" fiel ich ihr ins Wort.
"Also.." sagte sie weiter: "..einen gestohlenen Wagen, knapp eine halbe Millionen, wir werden gejagt und wissen nicht von wen und warum, in dein Haus wurde eingebrochen und dein Handy geklaut in einen Sarg gelegt der im Auto ist welches wir geklaut haben.. Das glaubt uns keine Sau!"

"Hör auf Nicole" schrie ich sie an.
"Hör einfach auf das ist doch alles nicht wichtig!"
"Nicht wichtig?" fragte sie entrüstet und krampfte dabei ihre Hände fester ans Lenkrad.
"Meine tote Schwester ruft mich an.. und wir haben 2005!"
"Man da will uns jemand verarschen , deine Schwester die Stimme kann man doch nach machen irgendwie geht das bestimmt."
So wie sie das sagte schien sie selbst ein wenig daran zu zweifeln.
Fast gleichzeitig schienen wir den selben Gedanken zu haben. Eben als ich das Autoradio einschalten wollte sagte Nicole:
"Schalt das Radio ein irgendwann werden doch Nachrichten kommen"
"Nichts als Rauschen!"
Nicole fuhr schneller, die Tachonadel erreichte knapp die 160.
Mit den ersten Sonnenstrahlen erreichten wie die Einfahrt. Als erstes fiel mir auf das Mikes Auto nicht da stand.
"Wo ist der wenn man ihn braucht" fluchte Nicole.
"Und mein Schlüssel liegt in Nürnberg" ergänzte ich.
"Gehen wir zu mir aber vorher müssen wir die karre verschwinden lassen"
Nicole sprach es aus als wäre es das normalste auf der Welt.
"Wir könnten es zum Steinbruch fahren und anzünden."
"Spinnst du?" ich war entsetzt.
"Oder wie wäre es mit dem Teich?" fragte sie.
"Warum können wir es nicht einfach wo abstellen?" sagte ich.
"Weil jeder Volltrottel eins und eins zusammenzählen kann!"
Sie war wie ausgewechselt, noch vor Stunden lagen sie eng umschlungen im Wald und waren sich vertraut, jetzt hatte sie diese abgebrühte Art die sie bisher nicht an ihr kannte.
Und jetzt erst fiel mir etwas auf was mich vor Schreck zusammen zucken lies. Instinktiv rückte ich auf meinem Beifahrersitz ein wenig in Richtung Tür.. weg von Nicole.
Sie startete den Motor: "Ok wir versenken den Wagen im Teich, wir müssen uns beeilen es ist schon hell und bald sind die Leute auf den Strassen. Was hast du? Was schaust du mich so an?"
"Ok ich werde dir etwas sagen und das macht mir Angst.. " sagte ich.
"Glaub mir das ist das Beste, das Auto im Teich zu versenken." entgegnete sie.
"Das mein ich nicht! Schau in den Spiegel!"
Sie sah in den Spiegel: "Ich weiß ich seh müde aus."
"Schau deine Stirn an!" ich schrie fast.
Jetzt erst schien sie zu begreifen. Langsam tastete sie behutsam mit dem Zeigefinger über die Stelle, die vor Stunden im Wald noch so fürchterlich geblutet hatte. Es war nichts mehr zu sehen.
"Verdammt, ok jetzt bekomm ich auch langsam Angst" sagte sie.
Als wir den Weg zum Teich einbiegen wollten überkam uns beide ungeheuerliche Panik. Der Weg war kein Weg mehr. Es war eine geteerte Strasse. Noch nie habe ich eine ähnliche panische Angst gespürt wie in diesem Augenblick. Nicola sank merklich tiefer in den Sitz. Sie gab Vollgas, wendete das Auto als würde sie jahrelang nie etwas anderes getan haben. Sie raste zurück. Ich zitterte am ganzen Körper.
Mit Vollgas jagte sie die Einfahrt hinauf riss die Tür auf und rannte zu ihrem Haus.
"Verdammt warte lass mich nicht allein" ich rannte hinter her. Im Vorbeirennen sah ich das an Mikes Haus keine Gardienen mehr an den Fenstern hingen.
Ich hatte Nicole fast eingeholt. Sie stand fassungslos vor ihrer Tür und schrie hysterisch. Sie zeigte mit dem Finger auf das abgekratzte Namensschild neben der Klingel. Sie drückte auf den Klingeknopf und schrie und weinte. Ich drehte mich zur Seite und musste mich übergeben.
Das ist ein Albtraum das ist ein Albtraum immer wieder sagte ich es in Gedanken zu mir.. ein Albtraum. Nicole ließ sich auf die Stufen vor der Tür fallen.
Dann ging alles ganz schnell, ein unbeschreiblicher stechender Schmerz fuhr durch meinen Kopf. Ich röchelte nach Luft.
Das erste was ich sah als ich zu mir kam war Nicoles besorgtes Gesicht mit weitaufgerissenen roten tränenverwischten Augen. Sie half mir auf die Beine. An sie gestützt gingen wir zu Mikes Haus.
"Setzt dich" sie drückte mich auf die Stufen vor Mikes Haus. Ich fühlte mich elend und lehnte mich mit den Rücken an die Tür.
"Warte" sagte sie und klettere über den Zaun. Ich hörte das Klirren einer Fensterscheibe und kurz danach wurde die Tür geöffnet.
Die unteren Zimmer schienen unverändert zu sein. Ich schleppte mich gestützt an Nicole auf das Sofa und legte mich hin.
Ich sank in einen tiefen Schlaf.
Weit entfernt hörte ich Gelächter. Die Gesprächsfetzen schienen endlos weit weg.

-.. das wird so geil..-
- bist du sicher das es funktionieren wird? -
- wir werden in die Geschichte eingehen -
- es darf niemand weiter wissen, das müssen wir uns schwören -
- warten wir bis Ani aufgewacht ist.. sie schläft so viel in letzter Zeit -
- was hat der Arzt gesagt? -
- es gibt keine Hoffnung der Tumor ist direkt im Hirn... kann nicht entfernt werden aber in vier Jahren sieht es schon ganz anders aus -
Gelächter
- glaub mir es wird alles gut -
- zwei Lottoscheine ausfüllen und wir sind reich bis ans Lebensende -
- du rauchst zuviel das ist ungesund -
- vielleicht gibt es in zweihundert Jahren eine gute Therapie -


Ich schreckte aus dem Schlaf. Der Schmerz war wie weggeblasen.
Nicole saß neben mir.
"War jemand hier?" fragte ich sie.
"Nein, und du hast mir wahnsinnige Angst gemacht.. ich bin fix und fertig ich kann einfach nicht mehr" sie drückte mir die Fernbedienung des Fernsehgerätes in die Hand.
"Sie es dir an, verdammt sieh es dir an!"
Ich stand auf und rannte ins Bad.
Ich neigte meinen Kopf nach vorn und lies meine Haare nach vorn fallen. Mit den Augen schielte ich in den Spiegel, tastete meinen Kopf ab.
Eine mindestens sieben Zentimeter lange Narbe, ich konnte sie deutlich fühlen, wenn auch nicht gut sehen.


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Puzzles 8 - Die Königin der Nacht


Staatsanwalt Winter eilte den Gang entlang, die Treppen hinunter. Hastig grüßte er im Vorbeigehen einige Leute.
Winter war ein schlanker großgewachsener Endvierziger mit einem Schnurbart und einer Brille aus einem extrem dünnen Gestell was nicht wirklich zu seiner überdimensionierten Nase passte. Was er eben erfahren hatte beunruhige ihn. Noch nie hatte seine Frau ihn während der Arbeit nach Haus bestellt. Ohne einen Grund zu nennen, nicht persönlich angerufen. nein sie hatte es ausrichten lassen. Irgendetwas musste passiert sein. Vielleicht seine Mutter? Sie hatte bereits einen Herzinfarkt. War etwas mit seiner Mutter? Er eilte die letzten Stufen hinunter, hinaus auf den Parkplatz, stieg in seinen schwarzen Mercedes.
Verdammt warum geht sie nicht ans Telefon. Er warf das Handy auf den Beifahrersitz. Dieser Verkehr!
Er schaute nervös an seine Uhr. Zwanzig Minuten später hatte er die Innenstadt verlassen und kam nun zügig voran.
Er bog in die kleine idyllische Siedlung, fuhr schneller als die erlaubten dreißig Stundenkilometer die achthundert Meter um vor seinem Haus scharf zu bremsen.
Die Tür war unverschlossen. Gott sei dank sie ist zu Haus.
"Moni" rief er. "Monika"
Es kam keine Antwort.
Ohne die Schuhe auszuziehen rannte er hinauf zum Schlafzimmer. Sie war nicht da. Ratlos wollte er das Zimmer verlassen als urplötzlich ein Mädchen die Tür mit einem lauten Knall zuschlug. Vor Schreck stieß er einen kurzen Schrei aus.
"Wer verdammt sind sie, was machen sie hier!"
Das Mädchen , er schätzte sie auf Anfang zwanzig, neigte ihren Kopf zur Seite und grinste ihn frech an.
"Suchen sie ihre Frau?"
"Was haben die mit Mon.. was haben sie mit meiner Frau gemacht." schrie er das Mädchen wütend an. Noch ehe er sie zur Seite stoßen konnte, blickte er in den Lauf eines großkalibrigen Revolvers.
Klack macht es als sie den Hahn spannte.
"Was wollen sie von mir, wo ist meine Frau"
"Halt dein Maul" sagte das Mädchen gelassen und drückte ihn Lauf an die Schläfe.
"Sie werden die Ermittlungen gegen meine Mutter einstellen. Sie wird noch heute frei sein, sie haben genau eine Stunde oder sie sehen ihre Frau nie wieder!"
"Das kann ich nicht... selbst wenn ich wollte wie stellen sie sich das vor.." stammelte Winter.
"Das weiß ich selbst ich bin kein Idiot, aber ein Versuch war es wert." sprach das Mädchen gereizt.
"Ihre Mutter..?" fragte Winter. "Sind sie Tina?.. heißen sie Tina Sammler?"

"Richtig geraten .. du hirnverbranntes Stück Scheiße"
"Das ist.. das ist nicht möglich.. das kann nicht sein"
Winter fühlte die Schweißperlen auf seiner Stirn.
"Was wollen sie wo ist meine Frau" fragte er abermals.
"Hör mir genau zu, ich erkläre es dir jetzt ein Mal, auf keinen Fall werde ich mich wiederholen.. am Airport ist ein Flug gebucht.. Und du wirst heute noch fliegen."

"Fliegen? ein Flug gebucht? Wohin... was soll das"

"Halt verdammt noch Mal deine verfluchte Fresse wenn du mich noch ein mal unterbrichst beende ich dein verkümmertes Leben ich jag dir einfach eine Kugel in deinen verdammten Schädel.. hast du mich gehört?!"

Winter nickte.

"Du wirst heute nach Rumänien fliegen und dich auf schnellsten Weg an diese Adresse begeben. " Sie hielt ihm ein Zettel vor die Augen.
"Merk dir die Adresse gut, ich zeig sie dir nur einmal!"
Seine Lippen bebten. Er nickte.

"Solltest du irgendwelchen Blödsinn machen ist deine Frau tot. Solltest du Polizei einschalten ist deine Frau tot. Solltest du irgendetwas anderes tun als ich dir gesagt hab ist deine Frau tot!"

Wieder nickte er.
"Dein Flug geht in zwei Stunden." sie ging rückwärts aus dem Zimmer. Er setzte sich auf das Bett, er atmete flach und schnell.
Tausend Gedanken hämmerten in seinem Kopf.

Die nächsten Stunden erlebte er wie im Trance. Immer wieder spielte er mit dem Gedanken die Polizei zu informieren. Doch er hatte Angst, wahnsinnige Angst. Er liebte seine Frau abgöttisch. Um ihn herum war Leere. Der Flug, die Angst. Er hatte nur wenig eingepackt.
Das Flugzeug landete pünktlich.
Der Zoll ließ ihn ohne Kontrolle durch.
Als Winter die Halle verlassen hatte atmete er tief durch.
Er sah sich um und schließlich entdeckte er mehrere Taxen die wie Perlen aufgereiht an einer Kette auf einem langen Parkstreifen neben der unglaublich breiten sechsspurigen Strasse standen.
Er stieg in das erste Taxi ein und las dem Fahrer die Adresse vor die er sich notiert hatte.
Verdutzt sah ihn der Taxifahrer ungläubig an. Er nickte mehrmals in Richtung des Zettels und sprach etwas auf rumänisch.
Winter gab ihn den Zettel.
"Das weit, sehr weit" sagte der Fahrer.
"Ich weiß" sagte Winter "Ich will trotzdem schnellstens dorthin"
"Ist nicht billig" sprach der Fahrer in einem seltsam abgehackten Akzent.
Winter klopfte wie zum beweis auf seine Brusttasche. "Ich hab genug Geld.. Money.. du verstehen? "
Winter holte drei Einhundert Euro-Scheine aus seiner Tasche uns reichte es dem Fahrer: "Reicht das?"
Das Taxi fuhr los. Der Verkehr war die Hölle. Nicht zu vergleichen mit Nürnberg. Nach einiger Zeit hatten sie die Stadt verlassen und fuhren auf einer neuen modernen Strasse.
Stunden später erreichten sie Schäßburg. Sighisoara stand auf dem großen Schild in der Form eines Wappens.
Sie durchquerten die Stadt. Alles kam ihn wahnsinnig fremd vor. Je näher er seinem Ziel kam um so mehr überkam ihm auch die Angst.
Eine enge Strasse schlängelte sich den steilen Berg hinauf. Der Fahrer bog rechts in einen schmalen Weg. Nach zweihundert Meter endete der Weg vor einem großen Tor.
"Ab hier sie gehen weiter zu Fuss!" sagte der Fahrer. Winter stieg aus. Das Taxi brauste davon.
Die hohe Mauer neben dem Tor erlaubte keinen Blick nach innen. Mit klopfenden Herz drückte Winter den Klingelknopf. Dieser befand sich genau in der Mitte eines Drachenkopfes auf dem reich verzierten großen Tor. Das Tor öffnete sich elektrisch. Zwei Wachmänner standen hinter dem Tor.
Ich soll.. ich will.. ich bin aus Deutschland" stammelte Winter.
Einer der Wachmänner zeigte mit ausgerecktem Arm auf ein großes Schloss am Ende des Weges.
"Gehen sie!" sagt er und Winter ging langsam den Weg entlang. Er hörte das Summen des Tores was wieder geschlossen wurde. Der Weg bestand aus schneeweißen Kieselsteinen. Je mehr er sich dem Schloss näherte um so mehr wurde ihm dessen unglaubliche Ausmaße bewusst.
Zwölf , mindestens sechs Meter breite Stufen führten ihn zu einer großen Tür welche aus zwei Flügeln bestand. Auf der letzten Stufe angekommen
vernahm er einen kurzen Brummton.
"Kommen sie herein es ist offen"
Die Stimme kam aus einer Sprechanlage welche tief in den dicken Mauern rechts neben der Tür eingelassen war. Auch konnte er unschwer die Kamera entdecken die gleich darüber angebracht war.
Er öffnete die Tür. Trotz ihrer gigantischen Ausmaße ließ sie sich erstaunlich leicht öffnen.
"Ich habe sie schon erwartet" sagte eine Stimme. Erst dann sah er eine Person mitten in einer sehr großen Halle stehen, mit dem Rücken zu ihm gerichtet mit einem langen schwarzen Umhang.
"Sagen sie mir bitte was mit meiner..... " Winter stockte mitten im Satz als sich die Person umdrehte.
"Mein Gott.." entfuhr es ihm.
Die Person lies ihren schwarzen Umhang auf die weisen Marmorsteine gleiten, es kam ein langes schwarzes Kleid zum Vorschein.
Sie kam ein paar Schritte auf ihn zu und bleib zwei Meter vor ihm stehen.
Sie war unglaublich. Winter verschlug es die Sprache. Sie war unglaublich anders. Noch nie hatte er so etwas vorher gesehen.
Sie war unglaublich schön. Sie war sehr jung. Ihr Gesicht war schneeweiß, Ihre langen glatten pechschwarzen Haare hatten einen eigenartigen Glanz. Ihre Augen waren schwarz umrandet. Ihre Lippen tiefschwarz.
"Kommen sie" sagte sie in einer klangvollen Stimme in einem akzentfreiem perfekten Deutsch. Sie reichte ihre Hand. Eine schlanke weiße Hand mit schwarzlackierten Nägeln.
Sie führte in in einen großen Salon. Sofort sah er das große hölzerne Kreuz welches verkehrt herum an der Wand hin.
Der Boden war ein Schachbrettmuster aus dunklem und hellem Marmor. Mitten im Raum stand ein schwarzer Flügel.
"Setzen sie sich" sagte sie und zeigte mit ihrer Hand auf das dunkle Kanapee welches zusammen mit einem kleinen Tisch mit runder Glasplatte in der hinteren Ecke des Raumes stand.
Er setzte sich, sie klappte die Halbkugel eines neben dem Tisch stehenden Globus auf und entnahm eine Flasche mit grünem Inhalt.
"Mögen sie Absinth?" fragte sie.
"Nein.. nein Danke" räusperte er.
Sie selbst schenkte sich ein Glas ein, legte einen Löffel über das Glas und entfachte ein kleines Stück Zucker welches sie zuvor in den Absinth getaucht hatte. Mit kleiner blauer Flamme brannte der Zucker und begann nach und nach in das Glas zu tropfen.
"Was werfen sie meiner Mutter vor?" fragte sie unvermittelt.
Er hatte noch nicht die ganzen Eindrücke, die ihn umgaben aufgenommen. Immer wieder schaute er auf dieses verkehrt herum hängende Kreuz. Die Frage von ihr riss ihn aus seiner
Mischung aus Ehrfurcht und Angst.
"Ihre Mutter?"
"Sie halten sie fest, was werfen sie ihr vor?"
"Du bist Andrea?" fragte er entsetzt.
"Nein! Vivien.. mein Name ist Vivien."

"Frau Sammler hat drei Töchter???"

Mit einem Zischen löschte sie den restlichen Zucker auf dem Löffel indem sie Wasser auf den Löffel goss. Langsam rührte sie den Löffel im Glas und begann langsam in einem ruhigen Tonfall an zu erzählen.

Meine Mutter.. hatte mit Antonia eine schwere Geburt. Weitere Kinder könne meine Mutter nicht bekommen - sagten die Ärzte.
Doch sie war nicht unfruchtbar, denn fünf Jahre später bekam sie Zwillinge. Nämlich Andrea und mich.
Antonia starb als sie elf war.
Das "Verbrechen" was meine Mutter begangen hat ist ein Kind gekauft zu haben, hier in Rumänien aus einem Waisenhaus.
Wissen sie ich hatte mehr von meiner Mutter als Andrea, denn Andrea wuchs zusammen mit Tina, dem gekauften Kind, in Deutschland auf. Meine Mutter war des öfteren dort. Aber die meiste Zeit war sie in Rumänien.

"Wo ist Andrea? Wo ist ihr Vater?" fragte der verblüffte Winter.
"Alles zu seiner Zeit.. " fuhr sie fort.
Und als ob sie seine Frage geahnt hätte sagte sie :
"Tina ist nicht tot, aber alles zu seiner Zeit."

Meine Mutter arbeitete für geheime Regierungsprojekte.
Wissen sie, der Timescore hätte niemals betreten werden sollen.
Winter verstand nicht was sie meinte.
"Kommen sie mit" forderte sie ihn auf. Er folgte ihr durch viele Räume und Gänge um schließlich in einem alten heruntergekommenen engen Raum zu landen. Es standen zwölf Gitterbetten in dem Raum an dessen Wänden der Putz teilweise fehlte.
"War das hier ein Kinderheim?" entfuhr es ihm.
Mit einen dumpfen Knall gingen große Scheinwerfer an, welche an der Decke hingen. Erst jetzt sah er das die Wände nicht bis zur Decke reichten sondern anscheinend in einem viel größerem Raum standen.
"Können sie sich an die Fernsehbilder erinnern, welche Anfang der neunziger Jahre um die ganze Welt gingen?"
Winter verstand immer noch nicht , was in aller Welt diese Mädchen von ihm wollte, was das alles mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun hat.

Sie erzählte weiter:
Wissen Sie, es gingen Spenden von allen Teilen der Welt ein,
die Bilder welche hier ihren Ursprung hatten, welche das Mitleid der Menschen auf der ganzen Welt erregen sollten, hatten ihre Wirkung nicht verfehlt.

"Das kann nicht sein.. das ist" seine Worte überschlugen sich.

Betrug, Schwindel? ja nennen sie es wie sie wollen.
Zwei Komma Drei Milliarden ist eine Menge Geld.
Doch nicht die Spenden waren so hoch, sondern die sensationsgeilen Medien, die mit Millionen um sich warfen und die wackligen Aufnahmen meiner Mutter förmlich aus den Händen rissen.

Doch das Geld floss in ein geheimes Regierungsprojekt was 1993 eingestellt wurde.

Winter war fassungslos.
"Glauben sie das es Vampire gibt?" fragte sie.
Ohne eine Antwort abzuwarten erzählte sie weiter.
Ich rede nicht von Vampiren wie sie im Kino gezeigt werden, ich spreche von einem Versuch aus den neunzehnhundert fünfziger Jahren. Wissen sie, Blut wird immer neu gebildet. Eine nachwachsende Nahrung wenn sie so wollen. Welchen unbezahlbaren Nutzen muss es doch haben wenn Menschen sich von Blut ernähren können?
Natürlich stellte man schnell fest das es eine Fehlrechnung war. Gefangene welche als Blutspender dienten mussten ernährt werden.
Die Forschung wurde schon drei Jahre danach eingestellt.
Doch da gab es bereits zu viele.. zu viele von uns.
"Wozu erzählen sie mir das? Wo ist meine Frau?" sagte Winter.

Ihre Frau ist bereits auf den Weg zu uns.

"W A S ?"
"Haben sie sie entführen lassen?" Winter war einem Herzinfarkt nahe.


"Lassen sie mich weiter erzählen, denn sie haben nicht mehr viel Zeit" sprach sie weiter.

"Was ist mit meiner Frau, wieso hab ich nicht mehr viel Zeit was soll das alle." sagte Winter mit bebender Stimme.

"Weil ihre Frau auf dem Weg nach Rumänien ist um ihre Leiche zu identifizieren.

"WELCHE LEICHE?"
"Ihre Leiche, deswegen haben sie nicht mehr viel Zeit. Wenn ihre Frau eintrifft sollten sie bereits im Leichenschauhaus liegen"

Winter sprang panisch auf, schlug ihr mit einem Faustschlag mitten ins Gesicht. Sie taumelte einen Schritt zurück. Winter nahm eines der Gitterbetten und schob es in ihre Richtung, als er sich umdrehte um aus der Tür zu rennen spürte er einen brennenden Scherz an seiner linken Ferse. Innerhalb weniger Augenblicke quoll Blut aus seinem Schuh. Unwillkürlich knickte er mit dem Fuß um, fiel auf die Knie, griff nach dem Dolch der sich tief in sein Fleisch gebohrt hatte. Nach einem blitzschnellen und harten Fußritt von ihr ließ er den Dolch fallen.

"Lassen sie den Unsinn.. ich bin noch nicht fertig mit erzählen" sagte sie und wischte mit ihrer Hand über das Blut welches aus ihrer Nase lief.
"Wussten sie das Andrea einen Hirntumor hat?" erzählte sie weiter.

"Was interessiert mich ihre Schwester?" schrie er sie an.
"Ihre ganze durchgeknallte Familie, ihre Mutter ihre andere tote Schwester, ihr seid krank.. ja krank .. eine kranke Familie." jammerte er.

Ein greller Klingelton ertönte.
"Sie entschuldigen mich kurz" sagte sie und verschwand.
Winter kroch auf den Knien durch die Tür, versuchte sich an der Wand abzustützen.
Schließlich richtete er sich auf und humpelte auf einen Bein die Gänge entlang. Er zog eine durchgehende Blutspur hinter sich.
Sein Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Sein Herzschlag war rasend schnell. Er riss seine Hemdsärmel ab und band sein Bein ab. Der Blutfluss nahm merklich ab.
Plötzlich stand sie vor ihm.

"Ihr Wagen ist da" sagte sie.
"Welcher Wagen.. lass mich gehen ich werde alles tun damit ihre Mutter fei kommt ich schwöre es.." Winter heulte wie ein kleines Kind.

"Hinzufügen kann ich noch das sie im Liegen fahren werden, es ist nämlich ein Leichenwagen" sie lachte schallend.

Aber ich habe ihnen noch nicht alles erzählt und wir haben nicht mehr viel Zeit.

"Ich will nichts mehr hören!" sagte er. Speichel lief aus seinem Mundwinkel.

Sie reichte ihm einen Stift und einen Stapel Papiere.

"Sie unterschreiben das" sagte sie.

"Ich werde nichts unterschreiben.." entgegnete er.

"Ihr Leben ist schon besiegelt aber sie können das Leben ihrer Frau retten.... wenn sie unterschreiben."

"Was ist das?" er nahm eines der Papiere.

"Verdammt ich kann kein rumänisch" sagte er nach einem kurzem Blick.

Die Auslieferungsersuchen der rumänischen Behörden für meine Mutter.

"Selbst wenn ich unterschreibe.. was haben sie davon? Es hat keine Gültigkeit.. ich bin kein Richter.. ich hab dazu keine Vollmacht. Und aus welchem Grund sollte ihre Mutter ausgeliefert werden?"

Versicherungsbetrug, sie hat die Lebensversicherung von Tina kassiert, Tina haben sie ja bereits kennen lernen dürfen.

"Niemand wird sie ausliefern! Sie wird wegen Mordes angeklagt werden und solang in Untersuchungshaft bleiben.. darauf können sie Gift nehmen.. Niemand liefert eine Mörderin wegen Versicherungsbetrug aus!"

Andrea? Und der Mann meiner Mutter? Nein, die sind beide am Leben und werden rechtzeitig mit ihrem Schreiben und ihrer Unterschrift auftauchen. Ach ja hatte ich schon erwähnt das der Mann meiner Mutter nicht unser Vater ist? Er ist nicht mal zeugungsfähig.
Wie oft haben sie ihre Frau betrogen?

Winter schluckte. "Nie, ich habe meine Frau niemals betrogen"

Ein harter Schlag traf sein Kinn.

"Lügner!"

"Glauben sie noch immer, das die Frau welche sie in Untersuchungshaft festhalten meine Mutter ist?
Nein es ist die leibliche Mutter von Tina! Tina das Kind welches meine Mutter gekauft hat. Und es gibt nur ein Grund für die Auslieferung. Nur wenn sie hier ist in Rumänien, nur hier kann sie sterben. In eurem Land mit den lächerlichen Gesetzen kommt sie irgendwann frei."
Sie verzog das Gesicht und schaute ihn verächtlich an.
"Wie oft hast DU deine Frau betrogen?"
"Lass mich bitte gehen.. ich habe etwas Geld ich.." er schaute sich um und bemerkte im selben Augenblick wie unüberlegt sein Satz war.
"Geld?" sie lachte laut. Öffnete einen kleinen Schrank holte einen Geldstapel heraus, riss die Banderole auf und warf das Bündel in die Luft. Wie Blätter eines Laubbaumes im Wind schweben die Banknoten auf den Boden.

"Geld?" schrie sie noch mal.

"Ich kann ganz Siebenbürgen kaufen, verstehst du? Ich kann bis an mein Lebensende meinen Kamin mit Geld heizen!"

Er nahm den Stift und setzte seine Unterschrift auf jedes der drei Din A4 Bögen.
"Wie oft hast DU deine Frau betrogen?" fragte sie wieder.
Sie holte zum Schlag aus.
"Ein mal.. einmal ok.. es war ein Fehler.. ein mal.."
"Vor 18 Jahren und 9 Monaten" sagte sie.

"Meine Mutter war nur ein One Night Stand und du warst zu besoffen um dich am nächsten Tag daran zu erinnern...es freut mich das du zu meinen Geburtstag gekommen bist...und ich hab mich gefreut dich kennen zu lernen, DAD!"

Mit weit aufgerissenen Augen und offenen Mund blieb er regungslos auf dem Boden liegen nachdem vier kurz hintereinander folgende Schüsse sein Herz durchbohrt hatten.

Sie nahm das Telefon und nach wenigen Sekunden sprach sie in das Telefon:

"Wie oft noch? Ich hab keine Lust mehr auf die Scheisse.."
Pause
"Wenn Ani und Nici nicht bald auftauchen werden wir selbst gehen müssen.."
Pause
"Nein"
Pause
"Irgendwas muss 2005 vorgefallen sein"
Pause
"Ja"
"Nein"
Pause
"Ok wir sehen uns übermorgen"
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Puzzles 9 - Zeitschleifen


Wir erschraken beide als Mike plötzlich mit Akira gemeinsam im Zimmer standen.
"Was habt ihr getan?" schrie er mich an.
"Verdammt was habt ihr angerichtet..." sagte er etwas leiser.
Nicole stand mit aufgerissenen Mund da ohne ein Wort zu sagen.
"Wie oft haben wir es besprochen wie oft haben wir es uns geschworen? Keine Alleingänge! Verdammt! Wenn ihr nur ansatzweise wissen würdet was ihr angerichtet habt" sprach Mike weiter.
"Was? Was geht hier vor?" fragte ich hastig.
"Die Mühe mit dem Sarg hättet ihr euch sparen können" sagte Akira. "Ich hab ihn schon hundert mal weggeworfen."
"Was geht hier vor Mike?" sagte ich.
Jetzt redete auch Nicole wie ein Wasserfall auf die beiden ein.
"Ruhe! schrie Mike
"Du musst sofort ins Krankenhaus" sagte er zu mir.
"Ich verstehe nicht, was geht hier vor, Tina lebt? was ist mit mir? Was passiert hier? Warum muss ich ins Krankenhaus? Lebt Tina?" sagte ich während ich mit meinen Fäusten auf seine Brust trommelte.
"Nein.. oder ja.. ich weiß es selbst nicht. Wir haben jetzt keine Zeit ich fahr dich ins Krankenhaus" sagte Mike.
"Auf keinen Fall" protestierte ich.
"Vertrau mir, nur dieses eine Mal, ich flehe dich an, du wirst alles erfahren, doch es ist wichtig das du mir jetzt vertraust, glaub mir es ist wichtig .. wichtig für uns alle.. wichtig für dein Leben!"
Ich erschrak bei diesen Worten.
"Du bist also Akira.." sprach Nicole und wendete sich ihm zu.

"Es kotzt mich alles so an das kannst du dir gar nicht vorstellen, ja verdammt ich bin Akira und diesen Satz hast du schon hundert mal zu mir gesagt." sagte er sichtlich wütend.

"Dachtest du wirklich du kannst mit einer halben Million bei einer Bank auftauchen um Geld umzutauschen. Meine Güte natürlich wollen die einen Nachweis haben woher das Geld ist. Und sicherlich werden sie keinem Kind Geld umtauschen!" fuhr er fort.

"Hör mal, ich bin kein Kind und überhaupt.. bis eben hab ich dich noch nicht gekannt, nur aus den Erzählungen von Ani." sagte Nicole empört.

"Lass uns weiterreden wenn die Wirkung nachgelassen hat, jetzt ist es nur reine Zeitverschwendung und glaub mir wenn du kein Mädchen wärst würde ich dir so eine rein hauen.. ich muss mich echt zusammen reißen." sagte er, zündete sich eine Zigarette an und lies sich auf das Sofa fallen.

"Wo sind meine Eltern? .. wieso ist kein Klingelschild mehr an unserem Haus, wieso ist niemand mehr da?" fragte Nicole.

"Tu mir eingefallen, rauch eine, geh spielen oder sonst was, aber halt deine Klappe du gehst mir tierisch auf den Zeiger.
Und red mich erst wieder an wenn die Wirkung nachgelassen hat.." er schaute auf seine Uhr "..rede mich in ca. drei Stunden wieder an."

"Welche Wirkung?" fragte Nicole und verstand kein Wort von dem was er sagte.

Er zeigte ihr seinen Mittelfinger und zog dann genüsslich an seiner Zigarette.

"Wir verschwinden jetzt mal, verhaltet euch friedlich" sagte Mike

Mike schob mich zur Tür hinaus und fuhr mit mir ins Krankenhaus.



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Puzzles 10 - Verhängnisvoller Anfang 2

Rückblick:

Ich dachte nicht nach in diesem Augenblick, Liebe? Leidenschaft? Ich spürte ihre Hände am ganzem Körper, ihre weiche Haut ihre Lippen, ihre Wärme und Nähe und dachte, dass das nie aufhören wird...

"Wir müssen es tun Ani.." sagte sie plötzlich "...uns läuft die Zeit davon"
"Lass uns noch einen Augenblick warten.. bitte" flehte ich Nicole an.
"Wenn es schief geht.. versprich mir, mich niemals zu vergessen" sagte ich ganz leise.
Leichter Regen setzte ein. Nicole schlang beide Arme um mich:
"Daran darfst du nicht einmal denken, es wird nichts schief gehen, ich verspreche es Dir."
"Wer gibt mir die Garantie das eine Operation in vier Jahren erfolgreich sein wird?" fragte ich Nicole.
"Niemand.. mir wäre es auch wohler wenn es zwanzig oder vielleicht fünfzig Jahre wären, aber du weißt genau so gut wie ich, das vier Jahre das absolute Maximum sind.."
"Mike wird uns umbringen" sagte ich.
"Nein er wird es verstehen, das wichtigste ist doch das du leben wirst" entgegnete sie.
"Wir sollten jetzt los gehen. Akira ist bestimmt schon da."
Langsam gingen wir aus dem Wald.
"Warte" sagte Nicole. Sie hielt den kleinen Kompass mit der flachen Hand. "Ok.. es müsste stimmen, es muss stimmen!" sagte sie.

"Bist du dir sicher das es Akira dabei hat?"
"Ja, er bewahrt es in einem Sarg auf, einen kleinen Sarg, in seinem Kofferraum" sagte sie.
"Ich werde reingehen den Schlüssel zum Wagen holen, wir nehmen es nur heraus, den Sarg lassen wir dort, es muss schnell gehen wir werden nur ein oder zwei Minuten haben" sagte sie und ich vertraute ihr.

Eine halbe Stunde später waren wir vor dem Haus.
"Wie willst du die Schlüssel bekommen" fragte ich Nicole.
"Ich lass mir etwas einfallen.. warte hier inzwischen" sie eilte zum Haus.
Ich lehnte mich an den Wagen. Ich sah den Zündschlüssel im Schloss stecken. Instinktiv probierte ich die Beifahrertür zu öffnen. Sie war nicht abgeschlossen!
"WARTE" flüsterte ich.
"Warte" rief ich noch mal zu Nicole die bereits vor der Tür stand.
Sie drehte sich um und kam wieder zu mir.
"Der Wagen ist offen!" sagte ich.
Nicole öffnete den Kofferraum, ein kleiner Sarg lag darin.
Langsam öffnete sie den Deckel und hob den schweren Kasten aus dem Sarg.
"Pack mal mit an" schnaufte sie: "Das Ding ist schwer wie Sau."
So schnell wir konnten liefen wir mit dem schweren Gerät die Strasse hinunter.
Nicole blieb stehen, wir setzten das schwere Gerät ab.
Sie holte wieder den Kompass hervor.
"Hier wird es gehen.." sagte sie.
"Was? Mitten auf der Strasse?" fragte ich.
"Wir liegen gut in der Zeit.. aber du weißt ich hasse lange Abschiede." sagte sie.
"Ich liebe dich" sagte ich.


......................................................


Irgendwann mussten wir eingeschlafen sein. Durch ein "So ein Mist!" wachte ich auf. Langsam, Stück für Stück realisierte ich, wo ich mich befand. Nicole stand wenige Schritte neben mir und wischte mit der Hand ihre nassen Haare aus dem Gesicht. Es regnete wie aus Eimern. 



-Fortsetzung folgt-
 
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Kommentare  

Oh, spannend, da bin ich ja wirklich neugierig, wohin du uns noch mit deiner Geschichte führen wirst. Jedenfalls sind deine Helden sehr wagemutig. Man bibbert richtig mit ihnen mit.

Petra (18.06.2010)

Hallo Andrea, freut mich, dass du dich nach so langer zeit wieder hier blicken lässt. Herzlich willkommen. Verschämterweise muss ich dir leider gestehen, dass ich deine ersten Teile noch nicht gelesen habe, obwohl sie an der Spitze von ganz WebStories unter "Best bewertet" stehen. Da ich im Moment wenig Zeit habe, jedoch neugierig bin, habe mich erstmal an diesen neuen Teil heran gewagt, denn die anderen sind nicht gerade kurz. Ich war sofort in deiner Story drin und ich finde, sie ist wahnsinnig spannend. Das wird mich natürlich bald dazu verführen auch die langen Teile von dir zu lesen. Grün von mir natürlich.

Jochen (17.06.2010)

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