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24 Seiten

Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon (36)

Romane/Serien · Fantastisches · Experimentelles · Fan-Fiction/Rollenspiele
Ausflug nach Gliese 581g (3)
Zeitepoche 16.08.2013 Tag 23 im Dienst der Erdraumflotte

Sebastian wurde wach als er Rubys Hand auf der Schulter spürte. Sie flüsterte leise: „Hey Basti es ist kurz vor neun!“ – „Okay ich bin wach!“, gähnte Sebastian. Dann streckte er sich und stöhnte verschlafen. Schließlich richtete Sebastian sich auf und sagte: „Das ist also unser vorerst letzter Tag auf Gliese 581g.“ – „Wir werden bestimmt bald wieder herkommen.“, antwortete Ruby. Sebastian kroch aus dem Bett und tapste an die Fensterfront, er schaute hinaus und sagte: „Auch wenn ich von der Erde stamme, dieser Planet ist mir in den letzten Tagen ans Herz gewachsen.“ – „Er gilt nicht umsonst als der schönste unter den kolonisierten Planeten.“, erwiderte Ruby. Kurz darauf gingen sie in den Waschraum. Als sie die Duschkabine betraten fragte Ruby: „Wie sieht’s aus, bist Du bereit für eine Aufwachhilfe?“ – „Ja es kann losgehen.“, antwortete Sebastian. Ruby wählte eine Wassertemperatur von 37 Grad Celsius und startete anschließend das Programm für die Aufwachhilfe. Wenige Sekunden später wurde die Wassertemperatur gesenkt, Sebastian war sofort hellwach. Nachdem die Wassertemperatur wieder den gewählten Wert erreicht hatte sagte Sebastian: „Das habe ich gebraucht um wach zu werden.“ – „Ja, nichts geht über einen kurzen Kälteschock.“, antwortete Ruby.

Als sie den Waschraum wieder verlassen hatten und sich ihre Tageskleidung anzogen fragte Ruby: „Und, bist Du schon neugierig auf Dein persönliches Schiff?“ – „Ja natürlich! Mein persönlicher Kampfflieger und dann noch einer der Swordklasse, das ist schon etwas besonderes.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Wir müssen heute noch Dein Schiff auf der Far Horizon registrieren, es wird dann von der Wartungsmannschaft versorgt. Das kostet zwar im Monat eine Kleinigkeit aber dafür mußt Du Dich nicht mehr um die Unterhaltung Deines Schiffes kümmern.“ – „Und was ist wenn wir mal eine längere Zeit nicht auf der Far Horizon sind?“, fragte Sebastian. Ruby antwortete: „Dann zählt Dein Schiff als Kampfflieger der Erdraumflotte und wird somit genauso wie die anderen Kampfflieger behandelt. Da Du jetzt ein eigenes Schiff der Swordklasse besitzt wird Kapitän Tönnigs Dich auch häufiger für den Dienst als Kampfpilot einsetzen, ich vermute jedoch daß Dir das nichts ausmacht.“ – „Hey das ist doch eine gute Perspektive! Vielleicht werden wir beide sogar in einer kleinen Staffel zusammen eingesetzt.“, erwiderte Sebastian. Ruby sagte: „Schon möglich, die Kampfflieger der Swordklasse und ihre Piloten werden oft für spezielle Einsätze eingeteilt.“ – „Hey dann werden wir ja auch weiterhin zusammen arbeiten!“, antwortete Sebastian begeistert.

Nachdem sie sich angezogen hatten war es 9:20. Ruby sagte: „Mal sehen ob Yvette und Carmen schon wach sind.“, daraufhin stellte sie eine Sprechverbindung zu Yvette her. Als Yvette sich meldete fragte Ruby: „Wie sieht’s aus Yvette, seid Ihr schon fertig fürs Frühstück?“ – „Also von uns aus kann’s losgehen.“, antwortete Yvette. Ruby erwiderte: „Okay dann bis gleich vor dem Lift!“ – „Alles klar, Mangold Ende!“, antwortete Yvette und trennte die Verbindung. Daraufhin verließen Ruby und Sebastian ihr Quartier. Vor dem Lift warteten schon Carmen und Yvette, der Lift war auch schon da und Yvette stand in der Tür und hielt diese geöffnet. Ruby und Sebastian betraten den Lift und Yvette trat aus dem Türbereich. Die Lifttüren schlossen sich und sie fuhren hinab zur Ebene mit dem Restaurant.

Im Restaurant herrschte reger Betrieb, es war gerade Frühstückszeit und viele Gäste waren schon auf den Beinen. Yvette fand einen freien Tisch mit vier Plätzen und sie setzten sich. Yvette fragte: „Was haltet Ihr von einem speziellen Frühstück anläßlich unseres letzten Tages auf diesem Planeten?“ – „Das klingt toll.“, antwortete Carmen. Sebastian fragte: „Ausschließlich mit Bestandteilen welche hier geerntet oder produziert wurden?“ – „So ist es!“, antwortete Yvette. Sebastian erwiderte: „Ich bin dabei.“ – „Ich auch.“, fügte Ruby hinzu. Daraufhin stellte Yvette das Frühstücksmenü zusammen. Es bestand aus einem großen Trinkkrug Feuertee, einem Obstteller mit einer großen Bandbreite an Früchten, einer großen Portion Müsli und einer Schüssel gesüßter Quarkspeise. Als der kleine Wagen mit ihrem Frühstück an den Tisch gefahren kam fragte Sebastian: „Wer soll denn das alles essen?“ – „Hey, es wird ein langer Tag!“, antwortete Yvette. Nachdem sie alle Bestandteile ihres Frühstücksmenüs auf den Tisch gestellt hatten fragte Sebastian: „Wo ist die Milch für das Müsli?“, Yvette deutete nur auf die Schüssel mit der gesüßten Quarkspeise. Sebastian verrührte sein Müsli mit der Quarkspeise und sagte: „Das ist eine interessante Kombination.“ – „Hey, es soll doch schließlich schmecken!“, antwortete Yvette.

Nachdem sie mit dem Frühstück fertig waren sagte Carmen: „Ich bin schon sehr gespannt auf Dein Schiff Sebastian.“ – „Ich war zwar an der Auswahl der Ausstattung beteiligt aber ich bin trotzdem neugierig wie das Endergebnis aussieht.“, antwortete Sebastian. Yvette fügte hinzu: „Vielleicht hast Du in meinen Erinnerungen ja etwas von der Excalibur gesehen, sie ist ebenfalls ein Schiff der Swordklasse.“ – „Hm Excalibur..., ja ich erinnere mich. Das muß kurz vor dem Ende der neuralen Verbindung gewesen sein, also eine Deiner jüngeren Erinnerungen.“, erwiderte Carmen. Yvette antwortete: „Ja, das war am selben Tag als wir Dich von der Erde abgeholt hatten, nur ein paar Stunden früher eben.“ – „Also wenn so die Schiffe der Swordklasse aussehen dann wird mir Sebastians Schiff bestimmt gefallen.“, sagte Carmen. Ruby schaute auf ihr Kommunikationsarmband und sagte: „Es ist jetzt 10:12, ein Wenig mußt Du Dich noch gedulden. Das Schiff soll um 11:00 im Raumhafen übergeben werden.“ – „Ich würde gerne mal mit einem solchen Schiff fliegen.“, erwiderte Carmen. Ruby schaute Sebastian an und neigte den Kopf zur Seite. Sebastian kratzte sich am Kinn und fragte: „Denkst Du was ich vermute?“ – „Es wäre sicher eine aufregende Erfahrung für Carmen.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Also Du willst mit Yvette in der Ghostbird fliegen und ich soll mit Carmen...?“ – „Ja, so hatte ich es mir gedacht.“, antwortete Ruby. Carmen fragte erstaunt: „Wirklich?“ – „Okay aber ich fliege!“, antwortete Sebastian. Carmen rief: „Hey danke! Du wirst gar nicht merken daß ich da bin.“ – „Du mußt ja nicht gleich einen auf Frachtgut machen, wir können uns schon unterhalten. Als ich das erste Mal mit Ruby geflogen bin haben wir uns auch unterhalten und sie hat mir alles erklärt.“, antwortete Sebastian. Dann erzählte er wie Ruby ihn von der Erde abgeholt hatte.

Nachdem Sebastian mit der Geschichte von seiner ersten Begegnung mit Ruby und der Erdraumflotte fertig war sagte Carmen: „Wow, dagegen war meine Einführung in die Welt hier oben ja noch ziemlich ereignislos!“ – „Wir hätten Dich auch von zuhause abholen können aber es wäre ein Wenig auffällig geworden bei dem Verkehrsaufkommen in Deiner Wohngegend.“, antwortete Yvette lachend. Sebastian fügte hinzu: „Das wäre bestimmt eine spektakuläre UFO-Sichtung für Außenstehende geworden.“ – „Ich weis nicht ob die Mehrheit der Menschheit schon für die Wahrheit über die Erdraumflotte bereit ist.“, erwiderte Carmen. Ruby lachte und sagte: „Nein, ganz bestimmt nicht.“ – „Das offizielle Weltraumprogramm reicht fürs Erste um die Menschen auf der Erde zu faszinieren, alles weitere wäre ein zu großer Kulturschock.“, fügte Sebastian hinzu.

Inzwischen war es 10:40 und Ruby sagte: „Wir sollten uns langsam auf den Weg machen. Wir müssen noch auschecken.“ – „Ja laß uns gehen!“, antwortete Yvette. Nachdem sie das Restaurant verlassen hatten stieß Sebastian Ruby leicht an und flüsterte: „Was unsere Hochzeit und die Vorbereitungen dafür angeht...“ – „Ja?“, fragte Ruby. Sebastian antwortete leise: „Naja ich weis zwar noch nicht wann und wo wir heiraten werden aber ich hätte nichts dagegen wenn wir es hier auf Gliese 581g tun, dieser Planet ist einfach ein Paradies.“ – „Oh, ich verstehe! Ich hätte auch nichts dagegen und was meine Eltern und meine Schwester angeht, ich glaube da wird es auch keine Einwände geben.“, erwiderte Ruby. Sebastian legte seinen Arm um Ruby und sagte: „Ach Ruby...!“ – „Mach Dir keinen Kopf! Ich habe schon kompliziertere Aufgaben gelöst.“, antwortete Ruby lachend.

Nachdem sie an der Rezeption alles erledigt hatten war es 10:53 und sie begaben sich zum Wartebereich des Raumhafens. Auf dem Display für die an- und abgehenden Flüge war die Ankunft von der G-Force-Academy bereits angekündigt. Carmen stieß Sebastian leicht an und fragte: „Können wir auf dem Rückflug einen Abstecher zum Mars machen?“ – „Zum Mars?“, erwiderte Sebastian verwundert. Carmen antwortete: „Naja ich habe einige Erinnerungen von Yvette an den Mars durchlebt und diese weichen erheblich davon ab was ich als Vorstellung vom Mars im Kopf habe.“ – „Das können wir machen, ich weis ja nicht ob es möglich ist mit Dir die Kolonie zu besuchen aber gegen einen kurzen Flug in der Marsatmosphäre spricht bestimmt nichts.“, sagte Sebastian. Yvette erwiderte: „Was sollte dagegen sprechen mit Carmen die Marskolonie zu besuchen? Jetzt wo sie die Kolonie auf Gliese 581g kennt da wird sie in der Marskolonie nicht mehr allzu viel neues kennenlernen.“ – „Okay dann machen wir noch einen Abstecher zum Mars!“, antwortete Sebastian. Carmen fragte: „Wie ist es möglich daß es eine Kolonie auf dem Mars gibt welche bisher noch von keiner Sonde entdeckt wurde?“ – „Die Kolonie liegt unter der Oberfläche.“, antwortete Yvette.

Schließlich war es soweit, zwei Schiffe der Swordklasse landeten auf einer der Plattformen des Raumhafens. Ruby sagte zu Sebastian: „Offensichtlich hast Du auf der G-Force-Academy einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es kommt nicht oft vor daß Kapitän Sage persönlich an einer Schiffsübergabe teilnimmt.“ – „Hast Du ihr Schiff erkannt?“, fragte Sebastian. Ruby antwortete: „Ja, die Registrierungsnummer ist mir bekannt.“ – „Was soll ich jetzt machen?“, fragte Sebastian. Ruby erwiderte: „Du brauchst nur die Übernahme Deines neuen Kampffliegers bestätigen. Keine Sorge, ich bin als Deine Ausbilderin natürlich an Deiner Seite.“ – „Das beruhigt mich.“, antwortete Sebastian. Als die beiden Kampfflieger gelandet waren betraten Sebastian und Ruby die Landeplattform. Die Cockpits der beiden Kampfflieger wurden geöffnet und die Gangways wurden heran geschoben. Kapitän Sage kletterte aus ihrem Kampfflieger und aus dem Kampfflieger welchen Sebastian übernehmen sollte kletterte Commander Groop.

Nach der Begrüßung und den Formalitäten der Übergabe sagte Kapitän Sage zu Sebastian: „Es passiert nicht oft daß jemand im Rahmen des Vorbildungstests ein Ergebnis erzielt welches bereits einer abgeschlossenen Ausbildung entspricht. Auf der G-Force-Academy spricht man noch heute von Ihnen.“ – „Es war eine interessante Zeit auf der G-Force-Academy, besonders haben mich die Transportkabinen, die Expreßkabinen und die Brückensimulatoren fasziniert. Was meine Leistung im Vorbildungstest betrifft, dafür ist ohne Zweifel meine Ausbilderin verantwortlich.“, antwortete Sebastian. Commander Groop erwiderte darauf: „Ja Ruby Ivanes hat bereits als Auszubildende und später als Ausbilderin erstaunliche Leistungen bewiesen.“ – „Richtig, Leutnant Ivanes war die erste Auszubildende die zwei verschiedene Ausbildungen in verschiedenen Laufbahnen nacheinander erfolgreich absolviert hat.“, fügte Kapitän Sage hinzu.
Schließlich besprachen Kapitän Sage, Ruby und Sebastian noch die Details der Vorträge über den Alltag bei der Erdraumflotte welche Sebastian an Bord der G-Force-Academy vor den Auszubildenden halten sollte. Anschließend verabschiedeten sich Kapitän Sage und Commander Groop, dann kletterten sie in Kapitän Sages Kampfflieger und schlossen das Cockpit. Die Gangway wurde vom Schiff weg bewegt und Kapitän Sages Kampfflieger stieg langsam in den rötlich- orangen Himmel auf.

Nachdem Kapitän Sages Schiff in der Ferne verschwunden war nahm Sebastian sein neues Schiff in Augenschein. Die optisch variable Oberfläche der Schiffsaußenhaut schimmerte in hellem Grau. Sebastian kletterte die Gangway hinauf und schaute in das Cockpit, das Innere seines Schiffes glich dem Innenraum von Rubys Excalibur. Über der Konsole vor dem vorderen Pilotensitz hing ein EPOC- Headset mit integriertem Augenliderprojektionssystem. Sebastian schaute fragend zu Ruby und Ruby sagte: „Das Standard- Headset für Überführungsflüge.“ – „Ich habe mir schon Gedanken gemacht wie ich das Schiff ohne meinen Helm und meine Fliegermontur nachhause fliegen soll aber Kapitän Sage und Commander Groop trugen ja auch keine Fliegermonturen.“, antwortete Sebastian.

Yvette und Carmen hatten inzwischen die Plattform betreten, Carmen betrachtete Sebastians neuen Kampfflieger von allen Seiten und sagte schließlich: „Schöne Linienführung, das Schiff sieht verdammt schnell aus!“ – „Ja es ist schnell, mit konventionellem Antrieb etwa ein Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Während des Sprungs erreicht es die üblichen 16,042 Lichtjahre pro Stunde. Die Manövrierfähigkeit ist auch beachtlich.“, erwiderte Sebastian. Carmen fragte: „Da wirken bestimmt eine Menge Beschleunigungskräfte oder?“ – „Oh ja, aber die Trägheitskompensation schluckt die ersten 10 G, alles was darüber hinaus geht spürt man.“, antwortete Sebastian. Ruby fragte: „Wollen wir uns auf den Weg machen?“ – „Ja, fliegen wir zurück in unser Sonnensystem! Wir treffen uns im Orbit und springen gemeinsam.“, antwortete Sebastian. Ruby nickte daraufhin und verließ mit Yvette die Landeplattform. Nachdem Ruby und Yvette gegangen waren sagte Sebastian zu Carmen: „Na dann steig mal ein!“, Carmen nickte und kletterte über die Gangway in das Cockpit auf den hinteren Sitz. Nachdem Carmen sich richtig angeschnallt hatte kletterte auch Sebastian in das Cockpit. Er legte den Vierpunktgurt an, setzte das Headset auf und schloß die Kanzel. Nach dem Systemcheck stellte Sebastian eine Verbindung zur An- und Abflugkontrolle her und forderte die Starterlaubnis an. Als die Starterlaubnis erteilt und die Instruktionen für den Abflug übermittelt waren lehnte sich Sebastian in seinen Sitz zurück und sagte: „Okay Alice, starte das Schiff und bringe uns gemäß der Abfluginstruktionen in den Orbit!“ – „Der Start wird eingeleitet, Route zum Verlassen der Atmosphäre ist festgelegt.“, hörte man die warme künstliche Stimme von Alice sagen. Carmen fragte: „Ist das die gleiche Alice wie auf der Far Horizon?“ – „Ja genau, die selbe künstliche Intelligenz. Ich mag es mit Alice zu arbeiten, ihre emphatischen Protokolle machen sie fast menschlich.“, antwortete Sebastian.

Sie flogen über die Kolonie hinweg und gewannen schnell an Höhe, der orangefarbene Himmel wurde immer dunkler bis schließlich nur noch die Sterne vor dem Dunkel des Weltraums zu sehen waren. Nachdem sie in einen Standardorbit eingetreten waren warteten sie auf die Ghostbird mit Yvette und Ruby an Bord. Einige Minuten später tauchte die Ghostbird aus der Atmosphäre des Planeten auf. Ruby meldete sich und fragte: „Und wo soll’s hingehen? Zum Mars, zur Neptun- Hoststation oder zur Far Horizon?“ – „Ich würde gerne den Mars sehen.“, erwiderte Carmen. Sebastian antwortete: „Okay, fliegen wir zum Mars!“ – „Alles klar, Ihr fliegt voraus und wir folgen Euch! Du initiierst den Formationssprung Sebastian.“, erwiderte Ruby.
Sebastian drehte sich zu Carmen um und fragte: „Hat Dir Yvette schon gezeigt wie man einen Formationssprung vorbereitet?“ – „Ja das hat sie, es war eines der ersten Manöver die wir nach unserer neuralen Verbindung im Simulator ausprobiert haben.“, antwortete Carmen. Sebastian erwiderte: „Na dann gib mal die Parameter für einen Sprung zum Mars ein, wir sollten in einem Abstand von einhunderttausend Kilometern zum Mars aus der Passage kommen!“ – „Was denn, ich, wirklich?“, fragte Carmen. Sebastian antwortete: „Natürlich nur wenn Du es Dir zutraust.“ – „Alles klar ich setze die Zielparameter. Alice, bitte überprüfe die eingegebenen Sprungparameter!“, sagte Carmen. Alice antwortete: „Die Sprungparameter werden akzeptiert, das Sprungziel liegt einhunderttausend Kilometer über der Oberfläche des Mars.“ – „Okay Alice, übermittle die Sprungparameter an die Ghostbird!“, sagte Sebastian. Alice bestätigte die Ausführung der Anweisung, daraufhin meldete sich Ruby und sagte: „Wir sind bereit wenn Ihr es seid.“ – „Okay Sprungantrieb ein!“, antwortete Sebastian und aktivierte den Sprungantrieb. Als sie in der Passage waren sagte Sebastian: „Und schon sind wir wieder im Hyperraum.“ – „Soviel ich weis ist es nur eine Passage welche eine Falte in der Raumzeit überbrückt.“, erwiderte Carmen. Sebastian antwortete: „Ja das ist korrekt aber Hyperraum klingt irgendwie besser. Man könnte auch Wurmloch oder Slipstream sagen aber das Blau der Passage erinnert mich an die Reisen durch den Hyperraum welche ich aus zahlreichen Filmen kenne.“ – „Hältst Du es für möglich daß man den Machern der Stargate- Serien vorgeschlagen hat wie der Hyperraum aussehen könnte?“, fragte Carmen. Sebastian antwortete: „Schon möglich, vieles was man hier oben als Realität bezeichnet findet man auf der Erde in verschiedenen Science-Fiction-Filmen und Serien wieder. Ruby hat mir mal erzählt daß dies mit Absicht geschieht falls doch mal die eine oder andere Information über die Erdraumflotte durchsickern sollte.“ – „Genial, dann klingt es wie ein Abklatsch aus dem Fernsehen!“, sagte Carmen lachend.

Bis zu ihrer Ankunft in der Nähe des Mars erzählte Carmen von ihrer Zeit als Kampfpilotin. Sie hatte auch schon eine Menge erlebt aber nichts war vergleichbar mit Sebastians ersten Eindrücken von der Erdraumflotte. Schließlich riß die Passage auf und sie befanden sich in der Nähe des Mars, auch die Ghostbird war schräg hinter ihnen auf acht Uhr. Carmen schaute fassungslos auf den Mars und fragte: „Sind das Wolken und Gewässer oder täusche ich mich da?“ – „Nein Du siehst richtig, der Mars entwickelt sich wieder zu einem lebensfreundlichen Planeten. Es dauert zwar noch etwas bis man ohne Atemgerät auf der Oberfläche spazierengehen kann aber die bisherige Entwicklung ist auch schon beachtlich.“, antwortete Sebastian. Carmen brachte vor Staunen kein Wort heraus, Sebastian öffnete eine Sprechverbindung zur Ghostbird und sagte: „Carmen scheint schwer beeindruckt davon was aus dem Mars geworden ist.“ – „Hey Carmen, wollen wir einen Besuch in der Marskolonie machen? Dort kann Sebastian gleich sein neues Schiff bei der Erdraumflotte registrieren lassen.“, hörte man die Stimme von Yvette. Carmen antwortete: „Das würde mir gefallen.“ – „Okay dann verbinden wir doch gleich das spannende mit dem notwendigen. Du Yvette zeigst Carmen die Marskolonie während Ruby und ich uns um die Formalitäten der Registrierung meines Schiffes kümmern. Was haltet Ihr davon?“, sagte Sebastian. Yvette antwortete: „Hey, das wollte ich auch gerade vorschlagen!“ – „Einverstanden!“, fügte Ruby hinzu. Daraufhin stellte Sebastian eine Verbindung zur Marskolonie her und bat für die Skyblade und die Ghostbird um Landeerlaubnis. Nachdem die Landeerlaubnis erteilt war und sie die Landeinstruktionen erhalten hatten nahmen sie Kurs auf den Mars. Als sie die oberen und mittleren Atmosphärenschichten durchquert hatten näherten sie sich dem geöffneten Hangartor der Marskolonie. Vorsichtig flog Sebastian in den Hangar hinein und manövrierte die Skyblade zur zugewiesenen Parkposition. Auch die Ghostbird flog langsam und gemächlich zu ihrem Landeplatz.

Nachdem die Gangway herangeschoben war kletterten Sebastian und Carmen aus dem Schiff, Yvette und Ruby hatten ebenfalls ihr Schiff verlassen. Ruby sagte: „Okay Yvette, Du zeigst Carmen die Kolonie und ich kümmere mich mit Sebastian um die Registrierung seines Schiffes.“ – „Alles klar! Wann und wo treffen wir uns wieder?“, erwiderte Yvette. Ruby deutete auf ihr Kommunikationsarmband und sagte: „Das entscheiden wir spontan.“ – „Alles klar bis dann!“, antwortete Yvette und schlenderte mit Carmen zum nächsten Liftzugang. Sebastian schaute Ruby an und fragte: „Wie läuft das jetzt ab?“ – „Wir gehen zur Zweigstelle des Flottenmanagements und lassen Dein Schiff registrieren.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Brauchen wir dafür nicht irgendwelche Unterlagen, Dokumente oder zumindest Papiere?“ – „Dein Schiff steht im Hangar der Kolonie und für die persönliche Identifikation hast Du ja Dein Kommunikationsarmband.“, antwortete Ruby. Daraufhin begaben sie sich zum Liftzugang und fuhren zur Verwaltungsebene.

Im Servicecenter des Flottenmanagement herrschte wenig Betrieb, Ruby meinte daß dies für einen Freitagnachmittag völlig normal wäre. An einem Serviceterminal deutete Ruby auf den Bildschirm und sagte zu Sebastian: „Du mußt Dich identifizieren indem Du Dein Kommunikationsarmband über den Sensor führst.“, dabei deutete sie auf einen kleinen Sensor unterhalb des Displays. Sebastian führte seinen Arm an diesem Sensor vorbei, daraufhin öffnete sich ein Fenster welches wie Sebastians Seite aus dem Flottennetzwerk aussah. Sebastian rief: „Hey das sieht ja aus wie mein Profil im Flottennetzwerk!“ – „Das ist Deine persönliche Datei bei der Erdraumflotte, hier werden alle Informationen über Dich zusammengeführt.“, erwiderte Ruby. Sebastian fragte: „Die ist aber nicht öffentlich über das Flottennetzwerk einsehbar oder?“ – „Zugriff haben nur autorisierte Mitarbeiter des Flottenmanagements und Du. Für die meisten Zugriffe ist außerdem Deine Zustimmung erforderlich.“, antwortete Ruby. Sebastian suchte auf dem Display nach einer Schaltfläche für die Registrierung seines Kampffliegers. Er tippte auf die Schaltfläche für persönliche Daten, daraufhin öffnete sich das entsprechende Untermenü. Dort wählte Sebastian den Menüpunkt für registrierte persönliche Schiffe. Es öffnete sich eine Liste welche bereits den Schiffsnamen E.S.F.S. Skyblade enthielt. Hinter dem Schiffsnamen war vermerkt daß die Skyblade für die Überführung temporär registriert war. Sebastian tippte auf den Namen seines Schiffes und ein Formular öffnete sich. Sebastian arbeitete sich mit Rubys Hilfe durch den Fragenkatalog, sie gab ihm einige hilfreiche Tips, zum Beispiel sollte Sebastian sein Schiff dem Kampfgeschwader der Far Horizon hinzufügen was einige Vorteile bei der Wartung hatte. Für die Wartung wählte Sebastian den Standart- Wartungsvertrag für 300 Euro im Monat. Dieser beinhaltete alle Routinewartungen und die Versorgung des Schiffes in allen Stationen und Kolonien sowie auf allen Schiffen der Erdraumflotte. Das Hinzufügen der Skyblade zum Kampfgeschwader der Far Horizon bewirkte einen Vorrang in der Wartung vor Schiffen welche nicht zum Kampfgeschwader gehören.

Es Dauerte eine Weile bis die Registrierung des Schiffes abgeschlossen war, nachdem alles erledigt war sagte Sebastian: „Danke Ruby! Gut daß Du dabei warst, sonst wären mir einige Vorzüge sicherlich entgangen.“ – „Hey, das habe ich doch gerne gemacht.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Bin ich nun fest als Kampfpilot auf der Far Horizon registriert oder werde ich trotzdem noch für den Dienst in anderen Bereichen des Schiffes eingeteilt?“ – „Du gehörst zwar jetzt offiziell zum Kampfgeschwader der Far Horizon aber trotzdem wirst Du noch viele Gelegenheiten haben in anderen Abteilungen zu Arbeiten. Schließlich hast Du auch die Prüfung als Ingenieur bestanden, also wird auch ab und zu eine Schicht im Maschinenraum auf Deinem Dienstplan stehen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen daß Kapitän Tönnigs bei verschiedenen Gelegenheiten auf Deinen Einfallsreichtum verzichten möchte.“, antwortete Ruby.

Nachdem sie das Servicecenter wieder Verlassen hatten fragte Sebastian: „Ob Kapitän Tönnigs schon weis daß ein weiteres Schiff dem Kampfgeschwader der Far Horizon hinzugefügt wurde?“ – „Er hat bereits damit gerechnet seitdem wir von der G-Force-Academy zurückgekehrt sind. Offen gesagt hält er es für sinnvoll wenn jedes Mitglied des Kampfgeschwaders über sein eigenes Schiff verfügt.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Was ist mit Yvette, ist ihr persönliches Schiff die Ghostbird?“ – „Ja das ist Yvettes neues persönliches Schiff.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Ihr neues persönliches Schiff? Das heißt sie hatte schon einmal eines oder sie hat jetzt mehrere.“ – „Ja sie hatte mal ein anderes, das hat sie aber bei einem ihrer tollkühnen Flugmanöver fachmännisch zerlegt. Sie hat damals Schwein gehabt daß Sie diesen Zwischenfall überlebt und ohne bleibende Schäden überstanden hat.“, erzählte Ruby. Sebastian lächelte und sagte: „Ich habe schon befürchtet daß sie bei ihren wilden Flugmanövern irgendwann mal nähere Bekanntschaft mit einem Asteroiden oder einem anderen Hindernis macht.“ – „Sprich sie aber bitte nicht darauf an, das war ihr damals echt peinlich. Immerhin war sie die Geschwaderführerin und ausgerechnet sie hat ihren Kampfflieger bei einer waghalsigen Landung zerlegt.“, sagte Ruby. Als sie eine Weile durch die Gänge spaziert waren fragte Sebastian: „Haben wir jetzt was spezielles vor?“ – „Nein, nicht daß ich wüßte. Hast Du eine Idee?“, erwiderte Ruby. Sebastian antwortete: „Ich dachte daß wir uns vielleicht in ein Restaurant setzen und über unsere Zukunft sprechen könnten, natürlich nur wenn es Dir nichts ausmacht.“ – „Nein ganz im Gegenteil, Deine Idee gefällt mir!“, antwortete Ruby freudestrahlend. Daraufhin begaben sie sich zum nächsten Liftzugang. Kurze Zeit später erreichten sie den Restaurantbereich der Kolonie.

Nachdem sie eines der Restaurants betreten und sich an einen Tisch gesetzt hatten bestellten sie sich je einen großen Trinkkrug blauen Honigwein. Als sie etwas später ihre Getränke erhalten hatten sagte Ruby: „So, nun erzähle mir mal was Du für Vorstellungen von unserer Zukunft hast!“ – „Also ich habe mir gedacht daß wir auf Gliese 581g unsere Hochzeit feiern, und mit feiern meine ich richtig feiern, mit allem drum und dran. Ich habe zwar keine Vorstellungen was hier oben alles dazu gehört aber ich will daß es ein episches Fest wird.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Du willst es also richtig krachen lassen.“ – „Oh ja!“, sagte Sebastian. Ruby lächelte und sagte: „Ich habe gehofft daß Du sowas sagen würdest, schließlich habe ich schon ein paar Ideen für unsere Hochzeit. Die sind zwar noch nicht ausgereift aber ich denke daß sie Deinen Vorstellungen von einer epischen Hochzeit voll und ganz entsprechen.“ – „Kannst Du mir schon ein paar Einzelheiten verraten?“, fragte Sebastian. Ruby antwortete: „Ich kann Dir zumindest verraten daß meine Mutter und meine Schwester zusammen an unserer Hochzeitskleidung arbeiten. Stefanie hat da schon eine tolle Idee für optische Effekte.“ – „Also wenn Deine Schwester und Deine Mutter zusammen an unserem Outfit für die Hochzeit basteln dann muß es einfach toll werden.!“, erwiderte Sebastian. Ruby fragte: „Und, hast Du auch schon eine spezielle Idee wie wir es richtig krachen lassen wollen?“ – „Naja ich habe mir gedacht daß wir vielleicht unseren gemeinsamen Auftritt vom Karaokeabend wiederholen, vor allen Hochzeitsgästen. Du weist schon das Lied von Santiano, weit übers Meer.“, antwortete Sebastian. Ruby nahm einen Schluck von ihrem Getränk und sagte: „Das wird sicher ein Highlight bei unserer Hochzeit, besonders im Zusammenspiel mit unserem Outfit. Hast Du schon einen Plan wen Du von Deiner Familie einladen willst?“ – „Da gibt es niemanden den ich einladen könnte, ich bin der letzte von meiner Familie der noch am Leben ist.“, antwortete Sebastian. Ruby schluckte und sagte: „Tut mir leid, das wußte ich nicht!“ – „Bevor ich Dich kennenlernte war ich schon eine Weile allein und habe gelernt die erlittenen Verluste zu akzeptieren.“, antwortete Sebastian.

Nachdem sie ihre Trinkkrüge geleert hatten war es 13:10 und Ruby fragte: „Wollen wir mal horchen was Yvette und Carmen so treiben?“ – „Ja, vielleicht wollen sie noch wo anders hin.“, antwortete Sebastian. Ruby stellte daraufhin eine Sprechverbindung zu Yvette her und fragte sie ob sie und Carmen mit ihrer Tour durch die Kolonie fertig waren. Yvette erzählte daß Carmen total begeistert sei von den Möglichkeiten welche sich einem in der Marskolonie bieten. Als Ruby fragte ob und wann Yvette und Carmen die Kolonie wieder verlassen wollen erzählte Yvette daß sie bereits mit der Ghostbird in der Marsatmosphäre ein paar Runden drehten. Ruby sagte Yvette daß sie und Sebastian in Kürze ebenfalls die Kolonie verlassen würden und trennte anschließend die Verbindung. Sebastian rollte mit den Augen und sagte: „Ich fasse es nicht, die sind ohne uns los geflogen!“ – „Na komm, wir folgen ihnen! Mal sehen wo sie heute noch hin wollen.“, antwortete Ruby und stand von ihrem Sitzplatz auf. Sebastian erhob sich ebenfalls und folgte Ruby zum Liftzugang.

Als sie den Hangar erreicht hatten fragte Ruby: „Willst Du oder soll ich die Skyblade fliegen?“ – „Flieg´ Du mal! Ich werde mich zurücklehnen und den Flug genießen.“, antwortete Sebastian. Nachdem sie die Parkposition der Skyblade erreicht hatten kletterten sie über die Gangway an Bord, Ruby setzte sich auf den vorderen Sitz und Sebastian nahm hinten Platz. Ruby schloß das Cockpit und forderte die Starterlaubnis an. Als diese erteilt war flog Ruby das Schiff langsam durch den Hangar zum Hangartor welches bereits geöffnet war. Sie manövrierte das Schiff zügig aber elegant durch das Hangartor und zog nachdem das Tor passiert war den Schub auf. Das Schiff beschleunigte und gewann sehr schnell an Höhe. Trotz der Trägheitskompensation spürte Sebastian die Beschleunigungskräfte, es müssen also mehr als zehn G gewesen sein mit denen Ruby in Richtung Orbit beschleunigte. Sebastian öffnete auf der Konsole vor ihm das Sensorenmenü um nach der Ghostbird zu suchen. Es dauerte nicht lange und er entdeckte das Schiff, es befand sich bereits im Orbit des Mars. Sebastian nannte Ruby die Position der Ghostbird und Ruby setzte einen Kurs für das Rendezvous im Orbit. Als sie die Ghostbird erreicht hatten öffnete Ruby einen Kanal zu Yvette und fragte: „Wie sieht Euer Plan aus, fliegen wir zur Far Horizon oder zur Neptun Hoststation?“ – „Die Far Horizon ist derzeit im System Wolf drei fünf neun bei der Werftstation und wird gegen 17:00 im Neptunorbit eintreffen.“, antwortete Yvette. Sebastian sprach in sein Kommunikationsarmband: „Hey Carmen! Wie wär’s mit einem Ausflug nach Wolf drei fünf neun? Es wartet dort auch bestimmt kein Borgkubus auf uns.“ – „Wolf drei fünf neun würde ich gern mal sehen.“, hörte man Carmen über die Sprechverbindung antworten. Yvette sagte daraufhin: „Okay fertig machen für Formationssprung, Ihr fliegt voraus!“ – „Alles klar wir übernehmen die Führung!“, antwortete Ruby. Dann berechnete sie die Sprungparameter und übermittelte sie an die Ghostbird. Als das erledigt war drehte sich Ruby zu Sebastian um und fragte: „Bist Du bereit?“ – „Drück drauf!“, antwortete Sebastian und Ruby aktivierte daraufhin den Sprungantrieb.

Nachdem sie die Passage erreicht hatten fragte Sebastian: „Kennst Du den Grund warum die Far Horizon zur Werftstation geflogen ist?“ – „Nein aber ich vermute daß es mit der geplanten Modernisierung des Kampffliegergeschwaders zutun hat.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte weiter: „Werden dort weitere XF-302er auf das Schiff überführt?“ – „Nein die XF-302er wurden alle von der Erde aus überführt. Bei Wolf drei fünf neun werden die alten Kampfflieger ausgemustert.“, erklärte Ruby. Sebastian fragte: „Was muß ich mir unter alten Kampffliegern vorstellen?“ – „Die Spähschiffe sowie ein Großteil der Kampfflieger und die alten Zubringerschiffe.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Auch die Einmannjäger?“ – „Ja auch die werden ausgemustert. Die XF-302 ersetzt die meisten der bisherigen Kampffliegermodelle.“, antwortete Ruby.
Nach einer Weile fragte Sebastian: „Was wird mit der Bird Of Death?“ – „Nun ja die ist auch schon ziemlich alt und wir haben ja jetzt jeder ein Schiff der Swordklasse, daher habe ich die Bird Of Death der G-Force-Academy zur Verfügung gestellt.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Nun ja, ein Schiff pro Person reicht auch völlig aus. Die Transitschiffe werden aber nicht ausgemustert oder?“ – „Nein die brauchen wir ja schließlich noch. Allerdings wird die Starwater Explorer dem Forschungsschiff Discovery A zugeteilt welches den Planeten Gliese 1214b weiter erforschen soll.“, erklärte Ruby. Nach kurzem Grübeln fragte Sebastian: „Was ist eigentlich die Aufgabe der Far Horizon? Ich meine es gibt Forschungsschiffe wie die Discovery A und die Einstein und es gibt Kampf und Kriegsschiffe wie zum Beispiel die Red Halfmoon aber soweit ich mich erinnern kann war die Far Horizon meistens in unserem Sonnensystem.“ – „Die Far Horizon ist das Flaggschiff der Erdraumflotte, ihre Aufgaben sind die Erdraumflotte zu repräsentieren und die Interessen der Erdraumflotte zu vertreten und zu verteidigen.“, erklärte Ruby. Nachdem Sebastian darauf nichts antwortete fragte Ruby: „Bist Du jetzt enttäuscht?“ – „Nein ganz und gar nicht. Wenn ich die Aufgaben der Far Horizon richtig interpretiere dann sind wir auf der Far Horizon immer die ersten die Kontakt zu neuen Spezies herstellen und interessante Dinge entdecken. Wir sehen Dinge die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Ja genau, im gewissen Sinne machen wir nichts anderes als die Enterprise in Startrek.“ – „Die Far Horizon ist das Paradies für Startrek- Fans!“, antwortete Sebastian.

Als die Passage aufriß und sie in der Nähe der Werftstation das System Wolf drei fünf neun erreichten war es 13:56. Die Far Horizon lag neben der Werftstation und entließ in Staffeln von je drei Schiffen die alten Kampfflieger zur Werftstation. Ruby sagte zu Sebastian: „Da Du gerade nichts zutun hast kannst Du ja für uns die Landeerlaubnis anfordern.“ – „Alles klar!“, antwortete Sebastian und öffnete einen Kanal zur Far Horizon. Christina Sommer meldete sich als diensthabende Geschwaderführerin ganz förmlich: „Sprechen Sie!“ – „Hier ist Leutnant Sebastian Neuhof an Bord der E.S.F.S. Skyblade, ich erbitte Landeerlaubnis für die Schiffe E.S.F.S. Skyblade und E.S.F.S. Ghostbird.“, antwortete Sebastian. Christina erwiderte: „Hey willkommen zurück Sebastian! Haltet die Position, ich mache Euch ein Loch damit Ihr landen könnt!“ – „Alles klar wir warten!“, antwortete Sebastian. Dann wechselte er auf den Staffelkanal zwischen der Ghostbird und der Skyblade und fragte: „Habt Ihr mitgehört?“ – „Natürlich, wir halten die Position. Das wird Carmens erste Landung auf einem Schiff.“, antwortete Yvette. Ruby erwiderte: „Ich hoffe Du weißt was Du tust Yvette. Immer schön nach Vorschrift!“ – „Natürlich, genau nach dem Lehrbuch!“, antwortete Yvette.

Schließlich meldete sich Christina wieder und sagte: „Okay, Landeerlaubnis für Ghostbird und Skyblade erteilt. Ghostbird, Ihr landet zuerst und die Skyblade folgt Euch.“ – „Verstanden!“, hörte man Yvette antworten und auch Sebastian bestätigte daß er verstanden hatte. Die Ghostbird setzte sich langsam in Bewegung, Ruby steuerte die Skyblade mit einem großen Abstand hinterher. Nachdem die Ghostbird im Start- und Landekanal der Far Horizon verschwunden war meldete sich Yvette und sagte daß Carmen das Schiff sicher gelandet hatte. Ruby setzte daraufhin zur Landung an. Nachdem sie die Kampffliegerrampe erreicht hatten und der Druck in der Start- und Landesektion ausgeglichen war öffnete Ruby das Cockpit und setzte das Augenliderprojektionssystem ab. Die Gangway wurde herangeschoben und sie kletterten aus dem Schiff. Sebastian fragte: „Müssen wir jetzt noch etwas beantragen was die Registrierung der Skyblade betrifft?“ – „Nein, es ist alles erledigt.“, antwortete Ruby. Sebastian ließ Alice die Systeme der Skyblade sichern und die Wartungsmannschaft nahm das Schiff in Empfang.

Nachdem sie den Start- und Landebereich verlassen hatten sagte Ruby: „Wir sollten uns zunächst bei Kapitän Tönnigs zurückmelden.“ – „Ja, mal sehen wie er unsere Außenmission bewertet.“, antwortete Sebastian. Daraufhin gingen sie zum Liftzugang. Als sie die Brücke erreichten saß Commander Junkers auf seinem Platz, die Plätze des diensthabenden Ingenieurs und das Wissenschaftsoffiziers sowie ein Platz der Operationszentrale waren von Mannschaftsmitgliedern besetzt. Sebastian und Ruby betraten die Brücke und stellten sich vor Commander Junkers auf. Commander Junkers sagte: „Leutnant Ivanes und Leutnant Neuhof, Willkommen zurück an Bord! Kapitän Tönnigs hat mich über den Fortgang Ihrer Rekrutierungsmission informiert, das war eine äußerst unkonventionelle Idee einen potentiellen Rekruten eine unserer Kolonien zu zeigen aber anscheinend war diese Idee erfolgreich. Die Fragen zum Dienst in der Erdraumflotte welche Frau Blankenhagen an uns gerichtet hat lassen darauf schließen daß sie sich bereits für eine Karriere bei der Erdraumflotte entschieden hat.“ – „Danke Commander! Ist Kapitän Tönnigs zu sprechen? Wir sollten uns zumindest bei ihm zurück melden.“, erwiderte Sebastian. Commander Junkers antwortete: „Wie Sie sehen haben wir zur Zeit alle Hände voll zutun. Kapitän Tönnigs nimmt selbst an der Überführung der alten Kampfflieger teil.“ – „Vielleicht könnte ich mithelfen wenn mein Dienstplan und die Ruhezeiten es zulassen.“, sagte Sebastian. Commander Junkers tippte auf seiner Konsole herum und sagte schließlich: „Aufgrund Ihrer Rekrutierungsmission haben Sie bis zum Ende der nächsten Woche Ruhe aber wenn Sie sich in der Lage fühlen sich an der Überführung zu beteiligen dann wäre uns Ihre Hilfe natürlich willkommen.“ – „Ich fühle mich dazu in der Lage.“, antwortete Sebastian und Ruby fügte hinzu: „Ich auch.“ – „Gut, dann melden Sie sich bei Fähnrich Sommer und lassen sich einteilen!“, antwortete Commander Junkers. Sebastian und Ruby bestätigten daß sie verstanden hatten und verließen die Brücke.

Im Lift auf dem Weg zur Kampffliegerrampe fragte Ruby: „Du bekommst wohl nicht genug vom Fliegen oder warum willst Du unbedingt bei der Überführung mithelfen?“ – „Ein Spähschiff war das erste Schiff das ich selbst gesteuert habe. Wenn diese Schiffe jetzt aus unserem Geschwader verschwinden will ich zumindest nochmal eines steuern.“, antwortete Sebastian. Ruby legte Sebastian die Hand auf die Schulter und sagte: „Das kann ich nachvollziehen, Deinen ersten Flug vergißt Du nie.“ – „Und außerdem macht mir die Fliegerei Spaß.“, antwortete Sebastian.

Als sie die Kampffliegerrampe erreichten begaben sie sich zum Büro des Geschwaderführers. Dort saß Christina und schob auf einem Display Schiffsbezeichnungen hin und her. Ruby fragte: „Brauchst Du noch Hilfe?“ – „Wenn Du damit Waffensystemoffiziere und Piloten meinst dann ist die Antwort ja.“, antwortete Christina. Ruby erwiderte: „Wir stehen zur Verfügung.“ – „Gut, dann schnappt Euch eines der Schiffe im Start- und Landebereich und fliegt es rüber zur Werftstation. Anschließend laßt Ihr Euch wieder zurück teleportieren und nehmt das nächste Schiff, so lange bis keines mehr bereitsteht.“, antwortete Christina. Sebastian erwiderte: „Okay, wir sind unterwegs.“ – „Los komm!“, sagte Ruby daraufhin zu Sebastian.

Nachdem sie den Start- und Landebereich erreicht hatten kletterten sie in eines der bereitstehenden Spähschiffe. Sebastian setzte sich auf den Pilotensitz und Ruby nahm auf dem Sitz des Waffensystemoffiziers Platz. Sebastian setzte das Augenliderprojektionssystem auf und Ruby schloß das Cockpit und machte das Schiff startklar. Nachdem die Starterlaubnis erteilt war flog Sebastian das Spähschiff durch den Start- und Landekanal nach draußen. Gleich nach dem Verlassen der Far Horizon kontaktierte Ruby die Werftstation und forderte die Erlaubnis sowie Instruktionen für die Landung an. Die notwendigen Informationen für die Landung blendete sie Sebastian als Flugpfad in sein Sichtfeld ein.
Sebastian folgte dem Flugpfad welchen er auf seinem Augenliderprojektionssystem sah und flog in den Hangar der Werftstation. Im Hangar standen bereits einige Kampfflieger und Spähschiffe dicht zusammen. Es sah fast so aus wie auf einem Parkplatz vor einem Stadion in dem ein großes Sportereignis stattfindet. Sebastian landete das Spähschiff gemäß der Instruktionen ganz dicht neben den anderen und setzte das Augenliderprojektionssystem ab. Als der Druckausgleich im Hangar vollzogen war deaktivierte Ruby die Systeme des Schiffes und öffnete das Cockpit. Sie kletterten aus dem Schiff und ließen sich sofort wieder auf die Far Horizon in die Kampffliegerrampe teleportieren. Nach ihrer Rückkehr auf die Far Horizon suchten sie sich das nächste bereitstehende Spähschiff und wiederholten die Überführungsprozedur. So ging das mehrere Male, dabei wechselten sie bei jedem Flug zwischen den Rollen des Piloten und des Waffensystemoffiziers hin und her. So verging die Zeit wie im Flug und der Hangar der Werftstation war bald mit Spähschiffen, Einmannjägern und anderen Kampffliegern voll.

Schließlich waren alle auszumusternden Kampfflieger und Schiffe überführt. Sebastian und Ruby begaben sich zum Büro des Geschwaderführers, dort hatten sich bereits die anderen Piloten und Waffensystemoffiziere versammelt. Auf einem Display war die Anzahl der Überführungsflüge der einzelnen Teams angezeigt. Kapitän Tönnigs stand ebenfalls in Mitten der Menschentraube vor dem Display. Als Sebastian und Ruby sich näherten rief Christina: „Und hier kommt das Team welches heute die meisten Überführungsflüge absolviert hat. Leutnant Ivanes und Leutnant Neuhof!“ – „Wie jetzt, wir haben die meisten Flüge absolviert?“, fragte Sebastian. Christina antwortete: „Ja, Ihr hattet die kürzesten Pausen zwischen den Landungen auf der Werftstation und den darauf folgenden Starts von der Far Horizon.“ – „Aber das war doch die Aufgabe. Ein Schiff zur Werftstation überführen, sich dann zurück teleportieren lassen und das nächste Schiff überführen. Wo sollen wir denn so viel Zeit gespart haben?“, erwiderte Sebastian. Ruby antwortete: „Dadurch daß wir uns direkt in die Kampffliegerrampe teleportieren ließen haben wir den Weg vom Teleporterraum zur Kampffliegerrampe gespart. Das kann bei starker Auslastung des Lift- Systems schon drei bis fünf Minuten ausmachen.“ – „Dieses Ergebnis überrascht mich nicht. Die beiden benutzen doch sowieso lieber den Teleporter als den Lift. Kein Wunder daß sie für die Gleichen Wege weniger Zeit benötigen als andere Mannschaftsmitglieder welche lieber den Lift nehmen.“, hörte man Yvette im Mitten der Menschentraube rufen. Kapitän Tönnigs sagte: „Wie dem auch sei, wir sind mit der Überführung schneller fertig geworden als wir erwartet haben und das verdanken wir dem Einsatz aller beteiligten Flugteams. Fähnrich Sommer, holen sie alle Patrouillierenden Piloten und Flugteams zurück! Wir springen in Kürze zurück in unser Heimatsystem.“ – „Verstanden Kapitän!“, antwortete Christina. Daraufhin ging Kapitän Tönnigs zum Liftzugang. Sebastian schaute Ruby an und fragte: „Wollen wir was essen?“ – „Ja, es ist immerhin schon kurz vor halb fünf!“, antwortete Ruby. Kurz darauf ließ sie sich und Sebastian in die Mannschaftsmesse teleportieren.

In der Mannschaftsmesse herrschte nur geringer Betrieb, einige Mannschaftsmitglieder hatten um 16:00 ihre Tagschicht beendet und gönnten sich nun eine kleine Erfrischung. An einem Tisch saß Miriam mit einem Trinkkrug in der Hand und studierte Daten auf einem Pad. Sebastian und Ruby setzten sich zu ihr und grüßten. Miriam erwiderte den Gruß und fragte nach den Eindrücken und Erlebnissen welche sie auf Gliese 581g gesammelt hatten. Sebastian erzählte mit großer Begeisterung wie sehr ihn der Planet Gliese 581g und die dortige Kolonie beeindruckt hatten. Ruby saß währenddessen neben Sebastian und lächelte nur wissend. Nachdem Sebastian mit seinem Bericht fertig war konnte Miriam ihre Begeisterung kaum verbergen. Sie war auch noch nie auf Gliese 581g und Sebastians Bericht schien in ihr die Sehnsucht geweckt zu haben.

Sebastian bestellte sich das Tagesgericht, Wurstgulasch mit Nudeln und einen Trinkkrug blauen Honigwein. Ruby entschied sich für einen Salatteller und ebenfalls einen Trinkkrug blauen Honigwein. Nachdem ihr Essen und ihre Getränke vor ihnen standen ließen sie es sich schmecken, Miriam studierte währenddessen weiter die Daten auf ihrem Pad. Als Sebastian mit seinem Essen fertig war fragte er Miriam: „Und was gibt’s neues an Bord?“ – „Neue Ausrüstung für Außeneinsätze.“, antwortete Miriam. Sebastian fragte: „Welche Art von Ausrüstung?“ – „Neue Waffen, man hat den Frequenzbereich der Wellenwerfer erweitert und die Waffen mit einen Resonanzscanner ausgerüstet.“, antwortete Miriam. Ruby erwiderte: „Laß mich raten, der Resonanzscanner soll die Eigenresonanz des Ziels erfassen und die Frequenz des Wellenwerfers genau auf diese Frequenz einstellen.“ – „Das ist die Funktionsweise des Molekularresonators, natürlich kann man die neuen Resonatorwaffen auch auf Betäubung stellen. Dann geben sie einen neuroelektrischen Störimpuls ab welcher einen Gegner so lange betäubt bis man ihn mit einem erneuten Störimpuls mit umgekehrter Phase beschießt.“, erklärte Miriam. Sebastian sagte: „Korrigiere mich wenn ich was falsch verstanden habe Miriam! Der Molekularresonator regt die Moleküle des Ziel dazu an in der Frequenz ihrer Eigenresonanz zu schwingen. Dadurch brechen die Molekülverbindungen auf und die Moleküle zerfallen in ihre Einzelteile.“ – „Richtig, das gute daran ist daß man das Ziel auch weiterhin beschießen kann wenn es hinter einem Hindernis verschwindet. Und dabei wird das Hindernis nicht beschädigt, es sei denn es besteht aus dem selben Material wie das Ziel.“, antwortete Miriam. Sebastian fragte: „Was ist jedoch wenn das Ziel aus verschiedenen Materialien besteht?“ – „In diesem Fall wird das Material welches den größten Anteil an der Zusammensetzung des Ziels hat beeinträchtigt.“, antwortete Miriam. Sebastian fragte weiter: „Und die Einstellung Gamma- Output gibt es bei den Resonatorwaffen nicht mehr?“ – „Nein die braucht man bei einem Molekularresonator nicht. Die Eigenresonanz- Anregung ist viel effizienter bei der Zerstörung eines Ziels, mit der gleichen Feuerkraft erreicht man eine ungleich höhere Zerstörung.“, antwortete Miriam. Sebastian lehnte sich zurück und nahm einen großen Schluck aus seinem Trinkkrug, das mußte er erst einmal verdauen was Miriam ihm da erklärt hatte.

Nach einer Weile sagte Sebastian schließlich: „In den falschen Händen sind diese Resonatorwaffen bestimmt sehr gefährlich. Ich hoffe es gibt Sicherheitsvorkehrungen gegen die Benutzung durch unbefugte Personen.“ – „Die gibt es, diese Waffen können nur von registrierten Personen abgefeuert werden. Die Identifikation des Waffenträgers erfolgt über die Nanobots der Immun- und Heilungsunterstützung, durch diese Methode kann der Träger der Waffe einwandfrei identifiziert werden. Außerdem kann die Registrierung für die Waffenbenutzung jederzeit verändert werden. Man kann zum Beispiel für eine Person nur den Betäubungsmodus freischalten oder die Waffe gleich komplett für diese Person sperren.“, erklärte Miriam. Sebastian atmete erleichtert aus, Miriam sagte daraufhin: „Mach Dir keine Sorgen, unsere Sicherheitsvorschriften sind was Waffen angeht äußerst komplex und absolut nicht mit denen auf der Erde zu vergleichen.“ – „Na das hoffe ich aber auch, schließlich sind unsere Waffen in ihrer Wirkung und Feuerkraft mit denen auf der Erde auch nicht zu vergleichen.“, antwortete Sebastian. Miriam trank ihren Trinkkrug leer und sagte: „Ich mache mich vom Acker, das war heute ein langer Tag für mich.“ – „Machs gut und danke für die Lektion in Waffenkunde!“, antwortete Sebastian. Miriam lächelte daraufhin und verließ den Tisch. Sebastian schaute Ruby an und sagte: „Ich fasse es nicht, Molekularresonatoren! Hoffentlich dringt diese Entwicklung nicht zur Erde durch, die Menschen dort sind noch nicht so weit.“ – „Da hast Du zum Teil Recht, der Großteil der Menschen auf der Erde ist für dieses Wissen noch nicht bereit. Alle anderen arbeiten für die Erdraumflotte.“, fügte Ruby hinzu.

Als Sebastian seinen Trinkkrug geleert hatte fiel sein Blick auf die Fensterfront der Mannschaftsmesse, draußen war das Blau der Sprungpassage zu sehen. Sebastian sagte: „Kaum zu glauben, ich habe den Beginn des Sprungmanövers gar nicht bemerkt.“ – „Das liegt an der automatischen Ausrichtung der Sprungspulen.“, erklärte Ruby. Sebastian fragte daraufhin: „Alice, wann wurde der Sprungantrieb aktiviert und wo liegt das Sprungziel?“ – „Der Sprungantrieb wurde um 16:43 aktiviert und das Sprungziel liegt im Orbit des Planeten Neptun im Sol- System.“, antwortete Alice. Sebastian sagte zu Ruby: „Wir werden also etwa gegen 17:15 im Neptunorbit sein.“ – „Hast Du noch einen Termin von dem ich nichts weiß?“, fragte Ruby. Sebastian antwortete: „Nein aber wir haben doch am Wochenende wieder einen Einsatz als Maskottchen im Nullschwerkraftstadion.“ – „Wir werden das Spiel ganz sicher nicht verpassen.“, beruhigte ihn Ruby. Dann trank sie ihren Trinkkrug leer und fragte: „Hast Du Lust auf ein Bißchen Schwerelosigkeit?“ – „Oh ja das würde mir gefallen!“, antwortete Sebastian. Daraufhin standen sie auf und Ruby ließ sie beide zur Nullschwerkrafthalle teleportieren.

Als sie den Bereich vor der Nullschwerkrafthalle erreicht hatten fragte Ruby: „Wie wäre es mit einem Rennen ohne Trägheitsverlagerungssystem nur mit Muskelkraft?“ – „Aber ohne sich von Wand oder Boden abzustoßen um einen Geschwindigkeitsvorteil zu bekommen!“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Also eine Art dreidimensionales Wettschwimmen?“ – „Ja eben nur ohne Wasser!“, antwortete Sebastian. Ruby nahm daraufhin seine Hand und sie rannten durch den Verbindungstunnel zur Nullschwerkrafthalle. Nachdem sie den Bereich ohne Schwerkraft erreicht hatten drifteten sie auf die gegenüberliegende Wand zu. Um abzubremsen richteten sie ihre Füße in Flugrichtung aus und machten kräftige Schwimmbewegungen. Schließlich hatten sie es geschafft in der Luft zum Stillstand zu kommen. Ruby sagte: „Okay mal sehen ob Du mit mir mithalten kannst. Wer vorne liegt gibt den Kurs vor.“ – „Alles klar, legen wir los!“, antwortete Sebastian. Ruby richtete sich daraufhin mit kreisenden Armbewegungen aus und setzte sich mit ein paar Schwimmzügen in Bewegung, Sebastian folgte ihr. Im Vergleich zum Nullschwerkraftrennen war die Geschwindigkeit nicht besonders hoch aber es kostete Sebastian trotzdem Mühe mit Ruby mitzuhalten. Immer wieder änderte sie urplötzlich die Flugrichtung wenn Sebastian gerade nicht damit rechnete. Sebastian fühlte sich wie ein schwerfälliger Raubfisch der versuchte einen agilen kleinen Fisch zu jagen. Schließlich hatte er Ruby eingeholt, daraufhin legte er die Arme um sie und sagte: „Das kostet ganz schön Kraft, ich fliege lieber per Anhalter.“ – „Dann halte Dich mal lieber fest!“, antwortete Ruby und machte hektische Kreisbewegungen mit den Armen um ihre Ausrichtung zu verändern. Dann streckte sie die Arme nach vorne und fing ihren Schwung ab indem sie nach erreichen der Wand langsam die Arme anwinkelte. Sebastian sagte daraufhin: „Siehst Du? In Deiner Nähe vergesse ich sogar eine Wand, selbst wenn ich darauf zu fliege.“ – „Das habe ich schon bemerkt, Du genießt es richtig mit mir hier ohne Schwerkraft herum zu schweben. Mir geht es mit Dir aber genau so.“, flüsterte Ruby und küßte Sebastian zärtlich.

Nachdem sie eine weile eng umschlungen durch die Halle geschwebt waren sagte Sebastian leise: „Ich bin so glücklich daß Du mich aus meiner Welt geholt und mir gezeigt hast was es außerhalb noch alles gibt.“ – „Hey, ich habe Dir nur die Tür geöffnet, Du warst es der sich entschieden hat hindurch zu gehen!“, flüsterte Ruby zurück. Sebastian erwiderte leise: „Und dann wurdest Du auch noch meine Freundin, das war das zweite Wunder.“ – „Nun vielleicht fand ich Dich einfach genau so faszinierend wie Du mich.“, flüsterte Ruby mit breitem Grinsen. Sebastian wollte gerade etwas darauf erwidern da legte ihm Ruby den Zeigefinger quer über die Lippen, dann legte sie ihren Kopf auf seine Schulter und sie genossen die Zweisamkeit.

Nach einer Weile sagte Sebastian: „In der nächsten Woche sollte ich mich langsam auf meine Vorträge vor den Auszubildenden der G-Force-Academy vorbereiten.“ – „Hast Du immer noch Bedenken daß Du es nicht schaffst?“, fragte Ruby. Sebastian antwortete: „Nein, ich will nur sicher gehen daß mein Vortrag überzeugend und spannend wird.“ – „Soll es so wirken wie die Erzählungen eines klingonischen Kriegers der von seinen ruhmreichen Schlachten erzählt?“, fragte Ruby. Sebastian lächelte und antwortete: „Sowas in der Art habe ich mir vorgestellt!“ – „Ich glaube Commander Junkers wäre da ein guter Trainer für Dich. Er erstellt regelmäßig Berichte an das Flottenmanagement über die Einsätze des Schiffes und weiß daher wie man überzeugend berichtet. Wollen wir ihn gleich mal fragen?“, erwiderte Ruby. Sebastian antwortete: „Okay, gehen wir’s an!“ – „Na dann halt Dich mal fest!“, sagte Ruby und manövrierte sich und Sebastian mit kräftigen Schwimmzügen in Richtung des Ausgangs der Nullschwerkrafthalle. Als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten fragte Ruby Alice nach dem Aufenthaltsort von Commander Junkers. Alice meldete daß Commander Junkers sich in der Mannschaftsmesse befand. Daraufhin ließ Ruby sie beide in die Mannschaftsmesse teleportieren.

Commander Junkers saß an einem Tisch und studierte die Daten auf einem Pad, vor ihm auf dem Tisch stand ein Trinkkrug. Sie begaben sich zum Tisch an dem Commander Junkers saß und grüßten, dann fragte Sebastian: „Commander, haben Sie kurz Zeit?“ – „Was haben Sie auf dem Herzen Leutnant Neuhof?“, erwiderte Commander Junkers. Sebastian antwortete: „Ich soll demnächst vor den Auszubildenden der G-Force-Academy einen oder mehrere Vorträge über den Alltag bei der Erdraumflotte halten und wollte Sie fragen ob Sie mir vielleicht dabei helfen könnten meinen Vortrag so überzeugend und spannend zu gestalten wie nur irgendwie möglich.“ – „Ich verstehe. Haben Sie schon eine Idee worüber Sie in Ihrem Vortrag erzählen wollen?“, erwiderte Commander Junkers. Sebastian antwortete: „Ich habe vor aus meiner Perspektive vom Alltag bei der Erdraumflotte zu berichten.“ – „Das ist auf jeden Fall eine gute Basis für einen Vortrag. Ich denke ich kann Ihnen helfen die richtigen Details auszuwählen und so überzeugend wie möglich darüber zu berichten.“, sagte Commander Junkers. Sebastian antwortete: „Danke Commander, das wäre mir eine große Hilfe!“ – „Geben Sie mir bis Montag Zeit! Ich werde anhand des Schiffslogbuchs und Ihrer Dienstakte die aus meiner Sicht geeigneten Details auswählen.“, sagte Commander Junkers. Sebastian bedankte sich nochmals, anschließend verabschiedeten sich er und Ruby und ließen sich in ihr Quartier teleportieren.

Nachdem sie ihr Quartier erreicht hatten sagte Ruby: „Ich muß noch einen Abschlußbericht über unsere Rekrutierungsmission erstellen. Wenn Du willst kannst Du mir ja dabei über die Schulter schauen.“ – „Aber klar doch!“, antwortete Sebastian. Sie setzten sich auf die Couch und Ruby aktivierte den großen Bildschirm an der Wand. Mittels der Spracheingabe erstellte sie den Abschlußbericht schnell und selbstsicher, nach etwa zehn Minuten war der Bericht fertiggestellt. Anschließend ließ sich Ruby den Bericht noch einmal von Alice vorlesen, dann ließ sie ihn absenden.

Sebastian schaute Ruby an und sagte: „Das war sehr effizient wie Du über die Spracheingabe den Bericht erstellt hast. Wenn ich mir vorstelle das alles manuell über eine Tastatur einzugeben und dann auch noch auf Fehler zu überprüfen dann graut mir davor.“ – „Wir benutzen kaum noch eine Tastatur für die Texteingabe, nur in den Geschäftsstellen der Erdraumflotte wird noch auf die Spracheingabe verzichtet. Allerdings wird dort der Text über die sensorische Oberfläche der Displays eingegeben.“, erklärte Ruby. Anschließend erstellte Sebastian für die zurückliegenden Tage noch einen Eintrag in seinem persönlichen Logbuch, als er damit fertig war zeigte die Uhr am Bildschirmrand daß es 19:00 war.

Nachdem Sebastian den Bildschirm deaktiviert hatte fragte er: „Hast Du heute noch irgendwas vor?“ – „Nein, keine Termine oder Verpflichtungen. Hast Du eine bestimmte Idee?“, erwiderte Ruby. Sebastian antwortete: „Nicht wirklich, die letzten Tage waren so unglaublich daß mir jetzt nichts mehr einfällt womit wir das alles noch in den Schatten stellen können.“ – „Dann laß uns diesen Tag beenden!“, sagte Ruby und erhob sich von der Couch. Sebastian stand ebenfalls auf und folgte Ruby in den Schlafbereich des Quartiers.

Nachdem sie sich für die Nacht umgezogen hatten und im Bett lagen fragte Ruby: „Hast Du Lust auf eine akustische Massage?“ – „Akustische Massage? Du meinst die Soundmassage!“, erwiderte Sebastian. Ruby antwortete: „Ja genau!“ – „Oh ja, das haben wir lange nicht mehr gemacht!“, sagte Sebastian. Ruby sagte daraufhin: „Alice, aktiviere das akustische Stimulationsprogramm Ivanes 1a und lasse es für dreißig Minuten laufen!“ – „Programm wird gestartet.“, antwortete Alice. Daraufhin wurde der Raum von einem tiefen harmonischen Brummen erfüllt welches Sebastian eine angenehme Gänsehaut bereitete. Sebastian sagte leise: „Das fühlt sich gut an!“ – „Das ist eine Weiterentwicklung von Miriams Programm, der Infraschall- Anteil ist jetzt etwas höher und harmonisch an die hörbaren Frequenzen angepaßt.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Hast Du das Programm entwickelt?“ – „Ja, es hilft einem dabei zu entspannen und einzuschlafen.“, antwortete Ruby. Sebastian schloß die Augen und fühlte wie sich das wohltuende Gefühl der Entspannung in ihm ausbreitete, so schlief er langsam ein.
 
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