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Andacht Nr. 97 Pflanzenpflege

Nachdenkliches · Kurzgeschichten
Pflanzenpflege

Sprüche 27/18:

Wer seinen Feigenbaum pflegt, der isst Früchte davon
und wer seinem Herrn treu dient, wird geehrt.


Ihr Lieben

Ich liebe Feigen. Die frischen genauso wie die getrockneten - und bei den getrockneten vor allem die mit Puderzucker bestreuten. Die hatten wir früher, als ich noch im Lebensmittelhandel arbeitete, immer in der Vorweihnachtszeit verkauft. Was habe ich da „heimlich“ geschlemmt. Ich schaue mir auch gerne die Bäume an und bedauere es keinen grünen Daumen zu haben. Wirklich, bei mir sind sogar Plastikpflanzen in Gefahr …

Ja, eine Pflanze (nicht nur der Feigenbaum) will gehegt und gepflegt sein. Man muss sich um sie kümmern, sich mit ihr beschäftigen, herausfinden bzw. wissen, was ihr gut tut und was ihr schadet und sie möglichst davor bewahren. Dann muss die passende Umgebung, der richtige Platz vorhanden sein, regelmäßig düngen, damit sie wächst und gedeiht und später einmal Früchte und/oder Blüten bringt und ihre Besitzer erfreut. Übrigens, nicht jeder Dünger ist für jede Pflanue geeignet. Zuweilen macht man sich auch die Hände schmutzig weil man graben muss, umgraben, tiefer graben, neue Erde, andere Erde einfüllen muss.

So ist es auch mit unseren Talenten. Wir haben sie; jede/r von uns, auch wenn wir sie als solche auf den ersten oder zweiten Blick gar nicht erkennen. Im Laufe unseres Lebens werden wir dann mehr oder weniger dezent von unseren Mitmenschen darauf gestoßen. Jeder Mensch freut sich wenn er darüber„erleuchtet“ wird und spätestens dann gebietet es die eigene Seele, der Himmel, Gott und alle guten Kräfte, dass man diesen Schatz hebt, reinigt pflegt und ihn für andere (und dadurch auch für sich) zum wachsen und gedeihen bringt.

Matthäus 25

Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten Silbergeld
14 Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. 
15 Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort 
16 ging der Diener, der die fünf Talente erhalten hatte hin, wirtschaftete mit ihnen und gewann noch fünf weitere dazu. 
17 Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei weitere dazu. 
18 Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. 
19 Nach langer Zeit kehrte der Herr jener Diener zurück und hielt Abrechnung mit ihnen. 
20 Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. 
21 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn! 
22 Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. 
23 Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn! 
24 Es kam aber auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mensch bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; 
25 weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Sieh her, hier hast du das Deine. 
26 Sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. 
27 Du hättest mein Geld auf die Bank bringen müssen, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. 
28 Nehmt ihm also das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! 
29 Denn wer hat, dem wird gegeben werden und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. 
30 Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

Ich denke bei dieser Geschichte immer an den letzten Diener, der „nur“ ein Talent erhielt.
Noch nie ist mir im Leben ein Mensch ohne wenigstens ein einzelnes Talent begegnet, jedoch etliche, um nicht zu sagen, viele, die ihr „einziges“Talent zerstörten , es als solches nicht schätzten und sich statt dessen in die falsche Umgebung begaben und den Talenten anderer hinterher hechelten anstatt ihr ureigenstes Talent zu entwickeln. Die Gabe des Zuhören können ist zum Beispiel ein Pflänzchen, das unscheinbar, klein, still unauffällig aussieht und im richtigen Boden, mit der richtigen Erde in der passenden Umgebung zu einer für viele Menschen heilenden und wohltuenden Pflanze wird. Eine Menschenseele die ein solches Talent besitzt, wird vielleicht nicht viel von sich halten, ja sich selbst als graues Mäuschen oder unscheinbares „Pflänzchen“ sehen, weil solche Menschen eher dazu neigen, still und oft selbst reflektierend zu sein, was für dieses spezielle Talent der Superdünger ist, jedoch von der Umwelt, vor allem der heutigen immer auf Party machenden und aktivsein wollenden Gesellschaft nicht erkannt und geschätzt wird und so geschieht es nicht selten, dass solche „Pflanzen“ sich mit dem falschen Dünger „aufputschen“, sich in „fremde Erden“ begeben und ihrem eigenen, vielleicht „einzigen“ gottgegebenen Talent buchstäblich den Garaus machen.
Auch gibt es solche Seelen die dem Hermann Hesse Spruch: „In jedem Anfang steckt ein Zauber inne“ derart huldigen, dass sie, sobald der Zauber, sprich der Anfang, hinter ihnen liegt, sich lieber auf den nächsten „Zauber“ stürzen … und nicht bedenken dass, ein Zauber, so schön er auch sein mag, eben nur ein „Zauber“ bleibt mit kurzer Halbwertzeit.


Ich mag Nathalie Goldberg sehr. Sie ist ein Schreibcoach, hat eine eigene Website und meines Wissens nach zwei Bücher über das kreative Schreiben verfasst. Eines davon besitze ich und es ist mittlerweile fast zerfleddert, sein Titel: Schreiben in Cafes. Eines der wichtigsten Dinge, die ich durch dieses Buch lernte und mir aneignete ist das tägliche Scheibtraining und wirklich j e d e/ r wird mir zustimmen, dass einem das Schreiben nicht jeden Tag leicht fällt, ja, dass man, während man eine Seite beschreibt sich unentwegt die bescheuerte Frag stellt: Was zum Teufel mach ich hier eigentlich? Meistens bessert sich das ganze dann nach einer gewissen Zeit und dann macht sogar das „absichtslose Schreiben“ Freude. Sie, Nathalie erfuhr durch einen ihrer Mentoren, dass Fähigkeiten, Talente, in diesem Fall das Schreiben sich entwickeln, indem man sie täglich praktiziert, die „Muskeln“ täglich trainiert, unabhängig vom eigenen Wollen und Empfinden.

Seien wir uns bewusst, dass Talente keine Selbstverständlichkeiten sind. Es sind geistliche Samen die wir zur Erde mitbringen zum Dienst für unsere Mitmenschen und Mitgeschöpfe und damit Gott verherrlichen.

Das unscheinbare Gras, über das wir so achtlos hinweg trampeln, wird von denen geschätzt, die in den Wüstengebieten dieser Welt leben müssen, deren Vieh um jedes Grashälmchen kämpft.

Meine Großmutter war ein Mensch der von heutigen„gebildeten“ Leuten als einfach bezeichnet werden würde. Sie hatte nur ihre Bibel, ihren Neukirchner Kalender mit Abreissblättchen, sowie den Herrenhuter Losungen. Mittags, nachdem die Küche sauber war, die Mittagsruhe hinter ihr lag, ging sie spazieren. Auch da gab ´s keine Experimente. Kam ich zu Besuch und sie war nicht zu Hause, wusste ich, welchen Weg sie genommen hatte – und erreichte sie mit dem Fahrrad. Dennoch war sie für mich (und ist es noch heute) in ihrer einfachen, herzlichen grundehrlichen Art ein alles überragender geistlicher Fels in der Brandung, Oma brauchte kein Facelifting, sie schämte sich ihrer Falten nicht die ihr das Leben und mancher Kummer in die Haut zeichnete. Ihre unverstellte, einfache, grundehrliche, herzliche Art war ihr Talent (zudem kochte sie hervorragend – keine Luxusspeissen sondern einfache Hausmannskost) und dieses Talent,nämlich einfach sie selbst zu sein und zu bleiben, diese einzigartige Gabe dieser Frau, leuchtet heute noch aus ihren Augen, wenn ich am Bild im Hausflur vorbei gehe.Sie hatte keine abgeschlossene Berufsausbildung, putzte für andere Leute in deren Haushalt und kümmerte sich um Großvater -der es ihr auch nicht immer leicht machte – sowie um einen Enkel mit tausenden von Flausen im Kopf …
In ihrem Leben war es für uns „selbstverständlich“ dass sie da war, verfügbar, funktionierte – und als sie starb, brach buchstäblich alles, wirklich alles zusammen. Großvater mußte in weniger als drei Wochen ins Heim, das Haus wurde verkauft und ihm und uns fiel auf, was für eine Seele uns da verlassen hatte, bzw. von uns genommen wurde. Noch heute, 28 Jahre später, denke ich an sie und spüre oft, was sie für ein Geschenk war für die Welt, für „unsere“ Welt.

Geht nicht achtlos und verächtlich über euer Talent hinweg. Hegt es, pflegt es und schätzt es wert.

Ich wünsch euch Gottes Schutz und Segen für die kommende Woche!
 
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