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13 Seiten

Alle meine Entchen

Schauriges · Kurzgeschichten
Alle meine Entchen

Alfred Spang spazierte den breiten Weg entlang, der um den Weiher im Wald verlief. Von seiner kleinen Wohnung am Rand der Kleinstadt hatte er es nicht weit - zwei Straßen hoch und dann die zweihundert Meter durch den dichten Forst, bis der Wald sich zu einer großen und weiten Senke öffnete, in der der Weiher inmitten ausgedehnter Wiesenflächen lag.
Das kleine Gewässer war hundertfünfzig Meter lang und maß an seiner breitesten Stelle dreißig Meter.
In den Wiesen standen überall seltene Bäume, die man nach dem Anlegen des Waldweihers wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, gepflanzt hatte. Es gab Walnussbäume, Esskastanien, sibirische Zedern; Erle, Trompetenbaum und Japanische Schwarzkiefer sowie drei verschiedene Arten von Mammutbäumen. Dazu noch jede Menge sonstiger Parkbäume.
Der Weiher war ein beliebtes Naherholungsgebiet der Kleinstadt. Besonders am Wochenende kamen viele Leute her, die die Natur genießen wollten.
Jetzt, eine Stunde vor Sonnenuntergang, lag der Weiher still und verlassen vor Spang. Es war niemand zu sehen. Das war selten. Sonst gab es auch zu dieser späten Stunde immer ein paar Spaziergänger. Die Szene hatte etwas Gespenstisches, fand Spang. Keine Menschenseele in Sicht. Er ließ den Blick über die Wasseroberfläche streichen. Im Licht der tief stehenden Sonne, leuchtete das Wasser in einem orangefarbenen Goldton.
Auch der Weiher war leer. Spang suchte vergebens nach Lebenszeichen. Es waren keine Enten da.
Der Kinderspielplatz lag genauso verlassen im Wiesengrund. Tagsüber spielten hier oft Kinder. Spang schaute den Kleinen manchmal zu.
Spang sah den lang gestreckten Weiher entlang. Niemand zu sehen. Er war ganz allein. Es war kein Mensch im Wald.
Sie war nicht da. Natürlich nicht. Sie konnte nicht da sein. Sie waren da gewesen - vor einer Woche. Da waren viele Leute am Weiher gewesen, so viele, dass die Polizei schließlich gezwungen war, das Gebiet um das Gewässer im Wald abzuriegeln.
Nur sie durften sich frei am Weiher bewegen. Spang hatte mitten unter den anderen Leuten gestanden, direkt hinter dem rotweißen Absperrband und hatte zugeschaut, wie sie das Mädchen mitnahmen, sie fort brachten, weg von ihrem geliebten Waldweiher, wo ihre Freunde lebten.
Ihre geliebten Entchen. Man brachte sie einfach fort, weg von ihnen.
So waren sie. So waren sie immer gewesen. Er hasste sie deswegen, hatte sie immer gehasst. Sie waren überall. Sie mischten sich überall ein. Sie wollten bestimmen. Sie waren herrschsüchtig, machten Vorschriften und wollten alles kontrollieren. Immer. Und überall. Seit seiner frühesten Kindheit war das so gewesen.
Sie brachten das Mädchen fort. Es durfte nicht am Weiher bei seinen gefiederten kleinen Freunden bleiben. Sie duldeten es nicht. Alles machten sie kaputt. Immer. Was war denn dabei, wenn ein kleines Kind die Enten fütterte? Aber die mussten sich ja stets in alles einmischen. Er verabscheute die arrogante, scheinheilige Bande.
Spang spazierte weiter um den Weiher herum. Er hielt die Augen auf, ob er vielleicht Enten sehen würde. Ob die Vögel um ihre kleine Freundin trauerten?
Er kam zum Kinderspielplatz, der einsam in der Wiese lag. Zwanzig Meter weiter oben sah er den Baumstumpf im Wald.
Eine Woche war es her, seit er dort gesessen hatte und sie beobachtet hatte. Die kleine Fee, das Naturmädchen. Sie war allein gewesen, wie immer. Sie war stets allein. Nie waren andere Mädchen bei ihr. War sie vielleicht schüchtern? Einsam? Wie er als Kind?
Spang war ein stilles, in sich gekehrtes Kind gewesen, ein schüchterner kontaktscheuer Einzelgänger. Ein Eigenbrötler, der sich selbst genügte. Die anderen Kinder wollten nichts mit ihm zu tun haben. Sie lehnten ihn ab, hänselten ihn.
Alfred! Was für ein bescheuerter Vorname! Andere Jungen in Spangs Alter hießen Sebastian oder Daniel, Benjamin und Dennis oder Patrick, Tobias, Marcel oder Felix. Aber doch nicht Alfred! Seine Mutter hatte ihm den Namen angehängt. Es war der Name seines Vaters, hatte sie immer erzählt, aber er hatte von Tante Martina gehört, dass es der Vorname eines Jungen war, in den seine Mutter als junges Mädchen verliebt gewesen war. Alfred! Einem Kind einen solchen Vornamen zu geben war kriminell.
Alfredel der Dödel, hatten sie ihn spöttisch genannt oder seinen Nachnamen verballhornt. Spang die Spange. Lass doch die Spange. Die packt das nicht. Dem Spange ist bange. Alfredel-Dödel hat vor Bange im Hals einen Knödel.
Spang hatte so manches Mal Prügel bezogen. Er lebte in beständiger Angst vor den Prüglern. Er hasste sie, aber er konnte nichts gegen die Kerle ausrichten. Er war dünn und schwächlich, ein Hänfling, der sich nicht wehren konnte.
Und zu Hause hatte seine dominante Mutter regiert - laut, aufgedonnert und herrschsüchtig wie alle Frauen, die er später kennenlernte. Da blieb er doch lieber für sich.
Spang betrachtete das bunt lackierte Klettergerüst, die Schaukel und die Wippe, die Reittiere aus Holz und das Piratenschiff, das im Wiesengrund schwamm.
So etwas hätte er gerne gebaut. Schreiner. Das wäre sein liebster Beruf gewesen. Er hatte davon geträumt, Möbel zu machen oder Spielgeräte für Kinderspielplätze.
Nichts da! Seine Mutter ließ das nicht zu. Er hatte gefälligst einen anständigen Beruf zu lernen, einen Beruf, in dem man Geld verdiente. Sie hatte ihn gezwungen, Schlosser zu lernen. Spang hatte es gehasst, wie alles in seinem Leben. Direkt nach der Ausbildungszeit hatte er in der Stadt den Job als Nachtwächter für eine große Fabrik aufgetan und war bei seiner Mutter ausgezogen. Nun lebte er in einer kleinen Mietwohnung in einem Wohnblock. Zu seiner Mutter hatte er keinen Kontakt mehr.
Er wollte seine Ruhe haben. Vor ihnen. Seine Mutter gehörte zu ihnen. Also kein Kontakt mehr. Alleine kam Spang viel besser zurecht im Leben.
Wenn er im Sommer von der Nachtschicht kam, setzte er sich auf seinen kleinen Balkon mit den Blumenkästen am Geländer. Dann trank er frisch gebrühten Kräutertee und surfte mit seinem Laptop im Internet, während er leise Musik aus dem Radio hörte. Schön leise, sonst konnten sie sich aufregen, weil es zu laut war. Darauf lauerten die doch nur! Mistbienen! Sie waren überall und machten ihm das Leben schwer.
Den Tag verschlief er und am späten Nachmittag kam er oft zum Weiher im Wald.
Hier hatte er im Frühling das Mädchen zum ersten Mal gesehen, die kleine Fee, die die Enten fütterte.
Spang erinnerte sich genau an sie. Den ganzen Sommer über hatte er sie gelegentlich am Weiher gesehen. Sie war acht Jahre alt und zart wie eine Elfe. Ihr langes rotes Haar floss im Licht der tiefstehenden Sonne wie flüssiges Kupfer über ihre Schultern. Die Kleine hatte etwas Mystisches an sich. Sie war wie eine Waldfee.
Sie kam zum Spielplatz und stellte sich ans Ufer des Weihers. Immer trug sie ein Sommerkleid oder Rock und Bluse. Spang hatte sie den ganzen Sommer über nie Hosen tragen sehen. Sie hob die Arme wie eine kleine Priesterin und schaute über das Wasser. Dann hatte sie mit ihrer glockenhellen Stimme gerufen: „Alle meine Entchen! Kommt! Kommt zu mir! Kommt zu mir, alle meine Entchen!“
Sie hatte nicht das Kinderlied gesungen. Das Lied fand Spang dämlich. Sie hatte gerufen. Aber ihre Stimme war wie Gesang - wie der Gesang einer Waldfee. „Kommt zu mir, alle meine Entchen!“
Und sie kamen. Weit hinten am Ende des Weihers, wo der kleine Bach in das Gewässer mündete, stiegen die Enten aus dem Wasser auf. Es platschte hörbar und dann kamen sie mit rudernden Flügelschlägen angeflogen. „Änt-änt-änt!“ Sie landeten vor dem Mädchen im Wasser und kamen eifrig herbei geschwommen.
„Kommt, alle meine Entchen!“, lockte die kleine Fee mit ihrer süßen Stimme. Sie nahm den kleinen Stoffbeutel, den sie stets mit sich trug und fütterte die Enten mit Brotstückchen.
„Fresst, alle meine Entchen! Fresst euch schön satt!“, sang die Waldfee mit glockenheller Stimme.

Spang stand gedankenverloren am Ufer und schaute aufs Wasser hinaus. Er hörte ein Platschen. Als er aufsah, erkannte er ganz hinten beim Bach mehrere Enten auf dem Wasser. Weitere kamen über die Baumwipfel angeflogen und landeten mit lautem Platschen. Er hörte ihr „Änt-änt-änt“.
Spang lächelte. Die Freunde der kleinen Fee waren gekommen. Wie schön. Alle Entchen waren da. Alle. Es kamen sogar noch mehr geflogen. Er sah ihnen zu, wie sie durchs Wasser paddelten und hier und da die Köpfe nach unten streckten, um Wasserpflanzen vom Grund des Weihers zu rupfen. Während sie hin und her schwammen, kamen sie langsam auf Spang zu.
Ich bin nicht mehr allein am Weiher, dachte er. Ich habe Gesellschaft. Die kleinen gefiederten Freunde der Waldfee sind gekommen.
Sonst war immer noch keine Menschenseele zu sehen.
Das kam selten vor. Eigentlich waren immer Spaziergänger am Weiher. Immer.
Außer, wenn das Mädchen da war.
Spang hielt inne. Der Gedanke war neu. Stimmte es etwa? Er dachte nach. Ja doch! Er erinnerte sich deutlich. Seltsam, dass ihm das jetzt erst einfiel. Aber es stimmte. Wenn die kleine Fee zum Weiher kam und mit erhobenen Armen ihre gefiederten Freunde herbei rief, war sie ganz allein. Es war sonst nie jemand da.
Ist sie wirklich eine Fee?, überlegte Spang. Hat sie mystische Kräfte? Kann sie Leute vom Weiher fernhalten, wenn sie mit ihren Freunden spielt? Wollte sie nicht, dass Menschen zusahen, wenn sie die Enten fütterte, sie streichelte und freundlich mit ihnen sprach?
Vor einer Woche war das Mädchen allein am Weiher gewesen. Spang hatte sich umgesehen und niemanden entdeckt. Außer ihm und dem Mädchen war niemand da.
Bis auf die Enten natürlich. Gut drei Dutzend der kleinen Tiere waren auf dem Wasser geschwommen und hatten sich von der kleinen Waldfee füttern lassen.
Und Spang hatte auf seinem Baumstumpf im nahen Wald gesessen und zugeschaut und gelächelt, wenn die Kleine mit den zahmen Wasservögeln spielte.

Der Baumstumpf war sein Platz. Fünf Jahre zuvor hatte Spang ihn entdeckt, als er ein Eichhörnchen beobachtete, das in einem der Bäume ein Nest baute. Er hatte sich auf den Baumstumpf gesetzt und stundenlang zugesehen, wie der kleine rotbraune Nager seinen Kobel baute und dort später seine Jungen großzog. Auch das Spechtpaar hatte Spang von seinem Platz aus beobachtet. Seit vier Jahren brüteten die Vögel in der gleichen Baumhöhle, keine zehn Meter von Spangs Beobachtungsposten aus.
Den Spielplatz konnte er von seinem Baumstumpf aus auch gut beobachten.
Und das Mädchen. Die kleine Fee. Das Naturmädchen. Die Freundin der Enten.
Er konnte ewig zusehen, wie die Kleine die Enten fütterte und mit ihnen spielte. Sie warf ihren gefiederten Freunden Brotstückchen ins Wasser und sah zu, wie die Enten fraßen. Danach setzte sie sich ins Gras und die Enten kamen zu ihr. Sie ließen sich von dem Mädchen streicheln. Sie drängten um das Kind und wollten gestreichelt werden. Sie waren total zahm. Ein wundervoller Anblick. Die kleine Fee spielt mit den Enten. Die Waldfee spielt mit den Vögelchen.
Sie war selbst ein wenig wie ein Vögelchen. Sie war klein und zart. Manchmal stellte er sich vor, sie zu streicheln wie sie die Enten streichelte. Sie zu berühren mit seinen Händen, sie piepen zu lassen, zu spüren, wie sie unter seinen Händen flatterte.
Das kleine Vögelchen. Das arme Vögelchen.
Manchmal dachte er so. Arm. Wurde das Mädchen auch gemobbt? So wie er, als er noch ein Kind gewesen war? Denn oft stand ein Ausdruck von Verlorenheit in den Augen der kleinen Fee. Immer, wenn sie allein war, wenn die Enten noch nicht da waren oder wenn sie fortflogen und das Mädchen am Ufer des Weihers zurückließen.
Sie kam immer allein zum Weiher. Er hatte sie nie in Begleitung von Freundinnen gesehen. War sie einsam? Sie wirkte in sich gekehrt. War sie allein? Wurde sie von den anderen Kindern gemieden? Gemobbt? Wartete zu Hause eine herrschsüchtige Mutter auf sie? Wie traurig die Kleine manchmal aussah.
Wenn sie mit ihren gefiederten Freunden spielte, stand ein Ausdruck von Freude und Erfüllung in den Augen des Mädchens. Wenn sie die Entchen streichelte, war sie das glücklichste Kind der Welt. Doch wenn sie sich schließlich aufmachte und nach Hause lief, wirkte sie traurig und bedrückt.
Es rührte Spangs Herz an. Am liebsten hätte er sie umarmt und getröstet. Aber es war keine gute Idee, sich einem Kind zu nähern. Heutzutage konnte man schnell Probleme bekommen. Es gab Männer, die nicht gut für Kinder waren. Wenn ein Mann von fünfunddreißig Jahren ein achtjähriges Mädchen ansprach, machte er sich verdächtig. Schlimme Zeiten! Man musste aufpassen, was man tat. Man durfte heutzutage nicht einfach ein todtrauriges Kind trösten, auch wenn es noch so sehr litt.

Im Vorfrühling hatte er die kleine Fee zum ersten Mal gesehen. Vorher nie. Vielleicht war sie erst kürzlich mit ihren Eltern in die Stadt gezogen. Er hatte sie von seinem Baumstumpf aus beobachtet und zugesehen, wie sie Freundschaft mit den Enten schloss. Sie war ein besonderes Kind, das war ihm gleich klar. Sie hatte diese spezielle Wirkung auf Tiere. Sie musste eine Fee sein, wenn die Entchen zu ihr kamen.
Sie kam immer ziemlich spät, wenn die Sonne schon tief stand und kaum noch Spaziergänger beim Weiher waren. Sie wollte wohl ungestört mit ihren kleinen schwimmenden Freunden spielen.
Spang störte sie nie. Er blieb völlig still auf seinem Baumstumpf sitzen und schaute nur aus der Ferne zu. Es wärmte ihm das Herz, zu sehen, wie das Mädchen mit den Wasservögeln spielte.
Im Vorfrühling war sie dick an gezogen wegen der Kälte, aber als der Sommer kam, trug sie immer Sommerkleidchen in den verschiedensten Farben. Nie Hosen. Das Mädchen hatte dünne, fohlengleiche Beine. Sie war klein für ihr Alter und sehr zart gebaut. Sie war hübsch.
Wie ein Vögelchen, fand Spang. Ein Vögelchen, das man in der Hand halten konnte, das man piepen lassen konnte, das man flattern lassen konnte. So zart. So schützenswert.
Und manchmal so traurig. So einsam und verlassen. Waren die Enten ihre einzigen Freunde?
Wenn sie von auswärts zugezogen war, hatte sie möglicherweise einen schweren Stand in ihrer Klasse. Neue wurden oft ausgegrenzt und gemieden. Sie hatten es nicht leicht.
Armes Vögelchen, wirst du gemieden? Gemobbt? Tun sie dir weh?
Warum sonst schaute sie manchmal so verloren aus?
Sie erinnerte ihn an seine Nichte Lisa. Die hatte auch gelegentlich so ausgesehen. Aber Lisa war auch ein quicklebendiges Kind gewesen, wie alle Kinder - jung, unbeschwert, ein Kind mit reiner Seele und noch unverdorben. Er hatte Lisa gemocht. Ihr Tod vor einem Jahr hatte eine tiefe Wunde in seinem Herzen hinterlassen. Kinder sollten nicht so früh sterben. Aber es war so gekommen. Traurig. Er vermisste sie.

Hinten an der Bachmündung platschte es erneut. Weitere Enten landeten auf dem Wasser. Sie schwammen eifrig umher und kamen dabei auf Spang zu. Insgesamt mussten es jetzt fast dreißig Tiere sein.
Sicher waren es die Freunde der kleinen Waldfee. Die Kleine hatte immer eine große Schar Enten angelockt.
Ich hätte meine Kamera mitbringen sollen, überlegte Spang.
Der Entenschwarm im goldenen Licht der untergehenden Sonne wäre ein schönes Fotomotiv gewesen. Aber ohne die kleine Fee, die mit den Vögeln spielte, wären es nur halb so schöne Fotos geworden.
Er hatte sie fotografiert, die kleine Fee. Mehrmals sogar. Hatte aus der Deckung seines Beobachtungsplatzes Foto auf Foto geschossen, wie die Kleine die Enten fütterte und sie streichelte. Er wusste, es war nicht ungefährlich, ein fremdes Kind zu knipsen. Heutzutage erregte so etwas leicht Verdacht.
Bei Lisa war es anders gewesen. Seine Nichte hatte er so oft fotografieren können, wie er wollte. Aber bei dem Feenmädchen am Weiher war es nicht ungefährlich, Fotos zu schießen. Wenn ihn jemand dabei sah, konnte er Schwierigkeiten bekommen. Das ging schnell.
Aber er hatte es nicht lassen können. Sie war so zart und süß. So jung und unbeschwert, nicht aufgedonnert und herrschsüchtig, wie später als Erwachsene. Wenn sie groß wurden, wurden sie wie seine Mutter. Sie wurden verlogen und verzogen. Sie brezelten sich auf. Sie wurden fordernd. Sie motzten. Sie nörgelten. Sie wussten alles besser.
Seine kleine Fee war nicht so. Sie war klein und lieb. Wie zärtlich sie mit den Enten umging.

Die Enten waren jetzt bei ihm. Sie schwammen in der Mitte des Weihers herum, drehten ihre Kreise und tauchten gelegentlich. Sie waren munter und immer in Bewegung. Typisch Enten eben. Enten schienen immer beschäftigt zu sein.
Lisa hatte auch gerne den Enten zugeschaut, fiel ihm ein. Wenn er mit seiner Nichte und ihren Eltern an dem anderen Weiher spazieren ging, hinter der Stadt, in der sie mit ihren Eltern wohnte, wollte sie immer stehenbleiben und den Enten zuschauen. Manchmal hatte Lisa die Wasservögel gefüttert und sich gefreut, wenn sie beim Anblick der Brotstückchen in ihrer Hand angeschwommen kamen.
Spang dachte wehmütig an Lisa. Er vermisste seine Nichte sehr. Sie war auch acht gewesen, wie die kleine Waldfee. Und dann war sie ganz unerwartet gestorben.
„Änt-änt-änt!“
Spang schreckte aus seinen Gedanken auf. Die Enten waren noch immer bei ihm. Sie folgten ihm. Er war langsam weitergegangen, während er an seine Nichte dachte. Die Entenschar blieb auf seiner Höhe. Sie schwammen mitten auf dem Teich, aber sie hielten sich in seiner Nähe.
Spang sah voller Bedauern zu den Vögeln hin. Tut mir leid, dachte er. Ich habe kein Brot für euch dabei. Ihr folgt mir umsonst. Ich habe nichts für euch. Ich bin nicht die kleine Waldfee. Eure Freundin hätte sicher etwas zu fressen für euch dabei.
„Änt-änt-änt!“ Die Enten schauten erwartungsvoll zu ihm herüber. Sie kamen sogar näher.
Wie komisch die gucken!, dachte Spang.
Die Enten schienen ihn mit ihren Blicken zu fixieren. Seltsam. Spang fühlte sich komisch unter den starren Blicken der Vögel. Sie schauten wie Raubtiere. Aber Enten waren doch keine Raubtiere! Sie waren ganz einfach Vögel. Vögel, die nach Algen und Wasserpflanzen tauchten. Vielleicht fraßen sie auch mal einen Wurm. Schon möglich.
Die kleine Waldfee hatte die Vogelschar nicht mit Würmern gefüttert. Nur mit Brotstückchen.
Die Waldfee.

Sie war gar keine Fee. Sie war ein ganz normales Mädchen. In den Nachrichten hatten sie es gesagt. Sie stammte aus dem Neubaugebiet, wo sie Anfang des Jahres mit ihren Eltern hingezogen war. Keine Fee. Ein normales achtjähriges Schulmädchen.
Spang hatte Enttäuschung gefühlt, als er das hörte. Er hatte ein bisschen geglaubt, dass die Kleine eine wirkliche Fee war. Wo sie doch immer wie eine kleine Priesterin am Ufer des Weihers stand, wenn sie ihre gefiederten Freunde zu sich rief und wo sie so schön mit den possierlichen Tierchen spielte.
Possierlich.
Spang schaute aufs Wasser. Die Enten beobachteten ihn. Sie sahen kein bisschen possierlich aus. Sie sahen ganz anders aus. Irgendwie …
Lauernd!, dachte er. Sie beobachten mich. Sie lauern.
Mit einem Mal fühlte er sich unbehaglich. Die starren Blicke der Vögel gefielen ihm nicht. Er schaute sich um. Er war ganz allein am Weiher. Allein mit den Enten. Keine Menschenseele war zu sehen. Inzwischen war er fast am Ende des Weihers angekommen.
Die Enten folgten ihm beharrlich. Sie verfolgten ihn. Sie ließen ihn nicht aus den Augen. Sie beobachteten ihn mit Raubtierblick.
Das ist doch nicht normal, dachte Spang. Die Aufmerksamkeit der Enten gefiel ihm nicht. Wie die guckten! Beinahe bösartig. Wie kleine bösartige Raubtiere. Aber Enten waren doch keine Raubtiere. Oder?
Plötzlich schnappte einer der Vögel nach etwas direkt unter der Wasseroberfläche. Mit einem Fisch im Schnabel tauchte das Tier wieder auf. Der Fisch zappelte. Er war ziemlich groß. Spang stutzte. Fraßen Enten Fische? Davon hatte er noch nie gehört. Und wie wollte die Ente diesen großen Fisch fressen? Er war viel zu groß, um ihn als Ganzes zu verschlingen.
Plötzlich schoss eine andere Ente dazu und schnappte nach dem Fisch im Schnabel ihres Artgenossen. Die zwei Vögel balgten sich um die Beute. Sie rissen den Fisch entzwei.
Spang starrte ungläubig aufs Wasser. Die rissen den Fisch in Fetzen! Er sah genauer hin. Zähne! Die Enten hatten kleine spitze Zähne in ihren Schnäbeln.
Wie Piranhas!, dachte er. Er sah zu, wie der Fisch zerrissen und aufgefressen wurde. Er sah Blut. Bluteten Fische? Weitere Enten kamen dazu und schlossen sich dem Schlachtfest an. Alle hatten Schnäbel voll spitzer Zähne.
Das kann nicht sein!, dachte Spang. Enten haben keine Zähne! Unmöglich!
Oder vielleicht doch? Schließlich mussten sie am Grund des Weihers Wasserpflanzen ausreißen, nicht wahr? Aber doch keine so großen Zähne! Das konnte nicht sein.
Es war aber so. Die Enten hatten den Fisch verschlungen. Still schwammen sie auf dem Wasser und starrten zu Spang herüber. Ihm wurde mulmig. Hier stimmte etwas nicht. Spang schaute sich um. Noch immer war keine Menschenseele zu sehen.
Er beschloss, zu gehen. Er wollte weg von diesen unnatürlichen Enten. Die Tiere waren ihm unheimlich.
Er drehte um und lief mit weit ausholenden Schritten los. Im Augenwinkel sah er, dass die Enten kehrt machten und ihm folgten, der ganze Schwarm, gut dreißig Tiere. Sie starrten ihn unverwandt an. Ihre Blicke waren böse. Richtig giftig schauten sie ihn an.
„Änt-änt-änt!“ Die Tiere kamen aufs Ufer zu. Sie bewegten sich in Keilformation auf ihn zu.
Spang begann zu schwitzen. Er bekam es mit der Angst zu tun. Das waren keine normalen Enten. Keine kleinen Entchen!

„Kommt zu mir, alle meine Entchen!“ Die kleine Waldfee, die mit erhobenen Armen am Weiher stand. „Kommt zu mir, alle meine Entchen!“ Spang war aufgestanden. Er hatte seine Deckung am Waldrand verlassen und war auf die Wiese beim Spielplatz hinausgetreten.
„Kommt, alle meine Entchen!“, lockte die kleine Fee mit ihrer süßen Stimme. Sie fütterte die Enten mit Brotstückchen.
„Fresst, alle meine Entchen! Fresst euch schön satt! Fresst!“
In den Nachrichten war von einem brutalen Mord die Rede, aber so mochte Spang das nicht sehen. Er war nicht grob gewesen. Ganz zart hatte er das Vögelchen mit seinen Händen gefasst. Zart, oh so zart war sie gewesen, das kleine Vögelchen und er hatte das Vögelchen piepen lassen, hatte gespürt wie das Vögelchen flatterte. Wie es flatterte! So köstlich! So herrlich! So süß!
Diese Macht! Diese Erregung! Diese pure Freude! Piep, Vögelchen, piep! Oh!
Die Enten waren davon gestoben, laut kreischend. „Änt-änt-änt!“
Und er hatte das Vögelchen piepen lassen. Er hatte es flattern lassen unter seinen Händen, die so sanft zudrückten. So sanft und zart.
Dann war es vorüber. So schnell vorbei. Wie immer. Wie bei Lisa. Wie bei den anderen. Immer so schnell vorbei. So schnell.
Bittere Enttäuschung war über ihn gekommen und Trauer um die süße kleine Waldfee. Er hatte sie am Ufer abgelegt, dort wo sie immer ihre kleinen gefiederten Freunde fütterte. Damit sie den Entchen nahe sein konnte.
Die ganze Nacht im Wasser gelegen, meldeten sie in den Nachrichten. Keine DNA-Spuren zu finden. Keine Chance. Wie bei den anderen Morden. Den sieben anderen Morden. Sieben kleine Mädchen, die man erwürgt in Weihern und Teichen gefunden hatte, alle im Umkreis von zwanzig Kilometern.

„Änt-änt-änt!“ Die Enten folgten Spang noch immer. Sie schauten böse zu ihm hin. Sie sahen tatsächlich böse aus. Wütend. Wild. Bösartig. Gefährlich.
Spang schlug das Herz. Er lief schneller. Er wollte weg, nur weg von diesem unheimlichen Ort mit den gruseligen Enten. Er würde nie wieder hierher kommen. Nie wieder, das schwor er sich. Mit diesen Enten stimmte etwas nicht.
Es sind die Enten der Waldfee, dachte er, während er den Uferweg entlang eilte. Es sind ihre speziellen Freunde.
Aber sie war doch gar keine Fee! Sie war ein ganz normales Mädchen! Es stand in der Zeitung! Sie wohnte mit ihren Eltern im Neubaugebiet. Ein normales achtjähriges Schulmädchen.
Aber dieses Schulmädchen hatte die Enten angerufen wie eine kleine Priesterin. Es hatte im orangefarbenen Licht des vergehenden Tages die Arme erhoben und die Enten gerufen. Und sie waren dem Ruf der kleinen Waldfee gefolgt. So etwas taten normale Enten nicht. Nur Feen konnten sie rufen. Waldfeen.
Es platschte neben Spang. Er schaute hin. Drei Enten waren aus dem Wasser aufgestiegen. Mit schwirrenden Flügeln standen sie zwei Meter über dem Wasserspiegel in der Luft wie kleine Hubschrauber.
Spang wurde noch mulmiger. Enten konnten so etwas nicht. Enten konnten nicht still in der Luft stehen, egal wie sehr mit den Flügeln schlugen. Kolibris konnten das oder Libellen, aber keine Enten! Unmöglich! Das war … das war …
Das war wider die Natur!
Widernatürlich!
Unnatürlich!
Die in der Luft stehenden Enten wandten ihm die Köpfe zu. Sie musterten ihn mit kalten tückischen Augen. Die Augen der Vögel sahen bösartig aus. Gefährlich.
Zwei weiteren Enten schossen aus dem Wasser hoch und gesellten sich zu der überm Weiher schwebenden Formation.
„Änt-änt-änt!“, riefen die Enten im Wasser. Zwei weitere erhoben sich in die Luft. Whirrrr, machten die rasend schlagenden Flügel. Spang sah die kleinen scharfen Zähne in den offenstehenden Schnäbeln. Piranha-Zähne! Noch eine Ente schoss in die Höhe. Dann noch zwei. Whirrr!
Spang lief los. Es war ihm egal, ob Enten in der Luft stehen konnten, ob Enten Zähne im Schnabel hatten oder böse Blicke auf ihn werfen konnte. Er wollte weg und zwar auf der Stelle. Er fing an zu rennen.
„Änt-änt-änt!“ Er hörte Flügelschlagen hinter sich. „Änt-änt-änt!“ Sie kamen.
Gehetzt schaute er sich um. Eine Formation Enten kam flügelschlagend auf ihn zugeschossen.
„Nein!“ Aufkreischend rannte Spang weiter. Er hatte Angst wie noch nie in seinem Leben. Er wusste, das hier war gefährlich. Lebensgefährlich. Die Enten waren ihm auf den Fersen. Die Enten wollten ihn haben. Die Enten wollten ihn umbringen. Weil er ihre Freundin … weil er die Fee hatte piepen lassen. Weil er die Waldfee zum flattern gebracht hatte. Sie waren hinter ihm her. Sie wollten sich rächen.
„Änt-änt-änt!“ Flügelschlagen um Spang. Wildes Federgewirbel.
Spang schlug um panikartig um sich. Er versuchte, sich die Enten vom Leib zu halten. Doch es waren zu viele. Immer mehr Enten schossen aus dem Wasser hoch und stürzten sich auf ihn.
„Nein!“ Spang fühlte eisiges Entsetzen. „Nein! Nicht!“ Er rannte.
Schnäbel bissen zu. Überall! Er spürte Bisse am ganzen Körper, an Armen und Beinen, an seinen Händen. Und dann im Gesicht!
„Nein! Aaarg! Neiiin!“
Hackende Schnäbel überall. Wirbelnde Flügel. Die ganze Luft war ein einziger Federwirbel. Es roch nach Federn und Algen und Wasserpflanzen. „Änt-änt-änt!“ Sie schnappten nach ihm. Es gab kein Entkommen. Spang rannte wie noch nie in seinem Leben. Er musste weg vom Weiher. Er musste in den Wald.
Der Wald. Ja. Das war die Rettung. Im Wald im dichten Unterholz konnten die teuflischen Enten nicht fliegen. Spang bog vom Weg ab. In langen Sätzen hastete er auf den Waldrand zu.
Die Enten griffen pausenlos an. Kreischend hackten und schnappten sie nach ihm. Sie bissen ihn. Fest! Tief! Spang fing an, aus zahllosen kleinen Wunden zu bluten. Er rannte, was das Zeug hielt. Nicht mehr weit bis zum Waldrand. Im Unterholz würde er die fliegenden Monster loswerden.
Plötzlich stolperte er und schlug hin. Panisch kam er hoch und wollte weiter rennen. Etwas hackte in sein Gesicht. Er spürte ein Ploppen.
Schmerz! Grausiger Schmerz! Aufheulend griff Spang sich ins Gesicht. Er sah nicht mehr richtig. Die Enten wirbelten kreischend um ihn herum und bissen ihn am ganzen Körper.
Spang kam auf die Beine. Er rannte los, schlug mit den Armen um sich. Zu spät bemerkte er, dass er in die falsche Richtung lief. Er stürzte in den Weiher, rappelte sich hoch. Dann stand er bis zum Gürtel im Wasser.
Fassungslos hielt er sein rechtes Auge. Dort wo es gewesen war, befand sich eine leere Höhle. Er fühlte etwas warmes und schleimiges unter seinen Händen hervor quellen.
Die Enten griffen an. Sie waren überall um ihn herum und schnappten und bissen.
„Oh Gott!“ Panisch fuhr er herum. Er hetzte in ungelenken Sprüngen zum Ufer.
Zum Wald! Ich muss zum Wald!
Spang war mit einem Satz aus dem Wasser. Er rannte los.
Er kam nicht weit. Mit seinen nassen Schuhen rutschte er im Gras aus und fiel hin.
Wieder griffen sie an. Sie hackten und schnappten. Sie bissen und rissen. Sie kreischten. Sie zerrissen ihn bei lebendigem Leib. Aufheulend schleppte sich Spang über die Wiese. Er kam nicht mehr auf die Beine. Die dämonischen Vögel hatten seine Beinmuskeln zerbissen. Er konnte nicht mehr aufstehen.
Er spürte, wie sie seine leichte Windjacke aufrissen und ihre zähnestarrenden Schnäbel sich in seinen Rücken bohrten. Er spürte, wie die Enten rissen und bissen. Er spürte, wie sie ihn auffraßen - ihn bei lebendigem Leib auffraßen!
„Nein! Nein!“, heulte er. Er jaulte wie ein Hund. Er kreischte vor Entsetzen. Er machte sich vor Angst in die Hose. „Neiiin!“
Er fiel nach vorne, rollte auf die Seite. Die Enten waren überall auf ihm. Sie hackten und schnappten. Sie senkten ihre Schnäbel in sein Fleisch. Sie fraßen.
Sie fraßen ihn auf.
Spang wollte schreien, aber er brachte nur noch ein Röcheln hervor. Eine der Enten hatte in seinen Kehlkopf gebissen und ihn zerkaut. Ihn zerbissen.
Ein Schatten fiel auf Spang. Mit seinem verbliebenen Augen schaute er auf. Sie stand auf der Wiese, mitten im Licht der untergehenden Sonne, die Arme erhoben wie eine kleine Priesterin. Ihr rotes Haar schimmerte im Licht der Sonne wie flüssiges Kupfer. Die Waldfee! Sie war gekommen, um ihre kleinen gefiederten Freunde zu füttern.
Spang sah in der schmale Kindergesicht. Die Augen in diesem Gesicht hatten nichts Menschliches mehr an sich. Ein schreckliches Feuer glühte in den Augen der Fee.
„Kommt, alle meine Entchen!“, rief sie mit erhobenen Armen. „Komm zu mir, alle meine Entchen! Kommt!“
Noch mehr Enten kamen angeflogen. Sie beteiligten sich an dem Schlachtfest. Sie fielen über Spang her und rissen ihn Stückchen für Stückchen in Fetzen. Sie fraßen ihn bei lebendigem Leib auf.
„So ist es recht, alle meine Entchen“, rief die kleine Waldfee mit der süßen Singstimme. Ihre Augen schauten ihn an. Grauenhaftes Feuer loderte in diesen Augen. „Fresst, alle meine Entchen! Fresst euch schön satt! Fresst!“
Die Enten fraßen eifrig.
Sie fraßen Spang.
Spang röchelte. Spang gurgelte. Er litt unbeschreibliche Schmerzen, während er bei lebendigem Leib aufgefressen wurde. Die Waldfee sah lächelnd zu, wie ihre Entchen fraßen.
Ihr sanftes Lächeln war das Letzte, was Spang in seinem Leben sah. Dann ging er in einem Strudel aus Furcht und Entsetzen unter.

Man fand Spangs übel zugerichtete Leiche anderntags am Ufer des Weihers. Drei Dutzend Enten schwammen leise quakend auf dem Wasser.
Bei der Untersuchung von Spangs Wohnung fand man auf seinem Computer Fotos von Mädchen, die Enten fütterten. Bilder von Mädchen, die an Weihern in der Umgebung gefunden worden waren. Tot. Erwürgt.
Die Morde hörten auf.

Im darauffolgenden Jahr behauptete eine ältere Frau, die am Weiher im Wald spazieren gegangen war, bei Sonnenuntergang ein kleines Mädchen gesehen zu haben, dass die Enten zu sich rief und sie fütterte und mit ihnen spielte.
„Ach, das war halt irgend ein kleines Mädchen, das in der Siedlung am Stadtrand wohnt“, meinten die Leute.
Aber die alte Frau wusste es besser. Das Mädchen hatte kupferfarbene lange Haare. Sie kannte das Mädchen von einem Foto aus der Zeitung. Es war ermordet worden. Vom Weiher-Mörder.
Aber sie lebte. Sie kam gelegentlich zum Weiher und rief ihre kleinen gefiederten Freunde, um mit ihnen zu spielen.
Die alte Frau war sich sicher. Das kleine Mädchen war eine Fee. So musste es sein.

E N D E
 
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Kommentare  

Eine tolle Geschichte, sehr gut geschrieben.

AndreaSam15 (11.10.2019)

Hi Christian
Ich habe inzwischen jede Menge neuer Sachen geschrieben, allerdings vor allem Romane. Falls du lesen möchtest, findest du die Dinger auf www.dani-im-schrank.be (mit BE am Ende nicht DE!)
Dort stehen fast all meine Sachen unter dem Nick Sumpfohreule.
Schön, dass du noch lebst.


Stefan Steinmetz (10.10.2019)

Dass ich das noch erleben darf! Eine neue Geschichte von dir! Und wie immer ist sie ebenso spannend wie emotional und einfach hervorragend geschrieben. Ein typischer Steinmetz eben.
Ganz ehrlich, es fühlt sich gerade ein bisschen so an als habe eine frühere Lieblingsband plötzlich einen neuen Song veröffentlicht. Jedenfalls bin ich froh, darauf gestoßen zu sein und hoffe einfach mal, dass es vielleicht nicht bei dieser einen Geschichte bleibt.

Lieben Gruß
Chris


Christian Dolle (09.10.2019)

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