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Pandemie der Einsamkeit

Trauriges · Kurzgeschichten
© Falco
Was für viele schon immer Alltag war ist eine neue schmerzhafte Erfahrung für andere. Egal ob alt oder jung jeder kann sie erleben. Alleine daheim und den ganzen Tag keinen Kontakt mit dem Partner, den Freunden oder gar irgendwem. Diese Einsamkeit holt jetzt durch die Corona Pandemie immer mehr Leute ein, auch mich selbst. Ich will euch heute die Einsamkeit während der Pandemie aus meiner Perspektive beschreiben.

Während bei anderen die Einsamkeit im Alter einsetzt, dann wenn die geliebte Ehefrau stirbt oder sich einfach trennt, dann wenn das Leben monoton und eintönig wird. Viele haben dann Haustiere die Sie von ihrem Leben abblenken aber sobald diese verstorben sind, sind sie wieder mal alleine.

Vereinsamte gibt es in jeder Großstadt tausende, sie schämen sich, fühlen sich schuldig und bekennen sich nicht öffentlich zu ihrer Einsamkeit.

In der Öffentlichkeit achten sie behutsam darauf nicht als Einsam wahrgenommen zu werden. Eigentlich sollten wir alle auf die Straße gehen und für ein Sozialrecht für alle demonstieren. Die digitale Welt vernetzt uns nur scheinbar besser, in Wirklichkeit verlieren wir immer mehr den wahren Kontakt mit realen Menschen.

Meine Einsamkeit ist vielschichtig und gar nicht so einfach in Worte zu fassen.

Ich bin die extrovertierste Person die man sich vorstellen kann, schließe schnell neue Bekanntschaften, habe keine Scheu andere Menschen anzusprechen. Ich bin noch jung und studiere also könnte theoretisch auf einen großen Pool an Menschen zurückgreifen. Genau dies du ich zwar aber es ist eben nicht so befriedigend als es die Einsamkeit endgültig besiegen könnte.


Einerseits lakke ich an wirklichen tiefen innigen Freundschaften anderseits ist es mir eine Beziehung bisher verwehrt geblieben.

Ich studiere z.B mit 50 anderen von denen gut 2/3 weiblich sind und während sich im ersten Semester meines Studiums um mich lauter neue Beziehungen innerhalb des Jahrgangs gebildet haben, bleibe ich wieder einmal außen vor. Verstehe mich wieder gut mit der einen, mache mir Hoffnungen, treffe mich 3 mal zum Café trinken und spazieren gehen und komme dann wieder ganz plötzlich darauf dass die erwähnte schon einen Auserwählten an ihrer Seite hat, wieder mal setzte es einen tiefen Stich in mein Herz. Ein Herz welches Schmerz gewohnt ist und bestenfalls als gebraucht durchgehen würde.

Auch die zweite Auserwählte bleibt mir verwährt, ein Mensch der mir ist so ähnlich ist, wie ich es nie für möglich gehalten habe. Aber diese Person wird von wem anderen gebucht, den ich einen Freund nennen würde.

Also mein Liebesleben läuft nicht rund und tat es zu keinem Zeitpunkt. Wenn ich ganz ehrlich bin habe ich es schon aufgegeben einen Seelenverwanten zu finden. Wenn ich beim spazieren gehen Eltern mit ihren Kindern herum tollen sehe macht sich einen komisches Gefühl breit. Dieses Gefühl fragt mich eiskalt ob ich je in dieser Situation sein werde.

Weiters leide ich an einer Depression auch wenn diese nicht mehr so schlimm ist wie vor einigen Jahren, begleitet sie mich trotzdem durch mein Leben. Durch die Depression habe ich Angst dass mein Körper sich irgendwann selbst aus dem Fenster oder auf die Zugschienen hauen würde, nicht weil ich es wollen würde, sondern weil meín Körper sich verselbständigen würde.

Was ich jetzt vermisse ist es sturzbetrunken in einer Ecke zu sitzen, eine Zigarette zu rauchen obwohl man Nichtraucher ist und neben einem irgendwer mit dem man endlich wieder tiefgehende Gespräche haben kann, die man sonst sehr selten hat.

Einsamkeit sieht man nicht, Einsam kann jeder sein egal ob jung oder alt egal ob arm oder reich egal ob Managerin oder Putzmann.

Reden wir über Einsamkeit, teilt gerne eure Erfahrungen, Gefühle oder das was euch am Herzen liegt in den Kommentaren mit.
 
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Kommentare  

Ich freue mich sehr, dass euch diese kleine Kurzgeschichte sogut gefällt!

Falco (20.11.2020)

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