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Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon (19)

Romane/Serien · Fantastisches · Experimentelles · Fan-Fiction/Rollenspiele
Unbeschreibliche Nähe und ihre Konsequenzen / Stefanie – Eine vielversprechende Kandidatin für die Erdraumflotte
Zeitepoche 30.07.2013 Tag 6 im Dienst der Erdraumflotte

Sebastian erwachte, neben ihm schlief Ruby noch tief und fest. Leise kroch er aus dem Bett und schlich in den Wohnbereich seines Quartiers. Als sich die Tür zum Schlafbereich hinter ihm geschlossen hatte fragte Sebastian: „Alice, wie spät ist es?“ – „Es ist 7:23.“, antwortete Alice. Sebastian fragte weiter: „Liegen irgendwelche Nachrichten für mich vor?“ – „Es liegen 2 Nachrichten für Dich im Flottennetzwerk vor Sebastian.“, antwortete Alice. Sebastian sagte: „Alice, bitte aktiviere den Bildschirm und rufe das Flottennetzwerk auf!“ – „Bestätigt!“, antwortete Alice. Daraufhin aktivierte sich der Bildschirm an der Wand und Sebastians Profilseite war zu sehen. Im Nachrichteneingang lag eine Nachricht von Kapitän Tönnigs und eine von Yvette vor. Sebastian öffnete zuerst die Nachricht von Kapitän Tönnigs. Es war eine Bestätigung von Sebastians Bitte, die Termine der Spiele der nächsten Nullschwerkraftsportsaison bei der Erstellung der Dienstpläne zu berücksichtigen. Dann öffnete Sebastian mit einem flauen Gefühl im Magen die Nachricht von Yvette. Dort las er folgenden Text: „Hallo Sebastian, ich würde gerne mal mit Dir reden. Ob nun unter vier Augen oder wenn Ruby dabei ist das ist mir egal. Ich hatte gestern ein Erlebnis das mir bisher völlig unbekannt war und ich glaube, wenn ich mit jemandem darüber reden kann, dann mit Dir.“, mehr stand nicht in dieser Nachricht. Sebastian wollte Ruby nicht wecken aber auch nicht heimlich hinter ihrem Rücken mit Yvette reden, also speicherte er die Nachricht von Yvette um sie Ruby später zu zeigen.

Dann schaute er sich im Flottennetzwerk um was es für Neuigkeiten gab. Es lagen einige Schadensberichte und Reparaturprognosen von der E.S.F.S. TRIANGLE vor. Das Schiff würde wohl einige Wochen, vielleicht sogar Monate im Reparaturdock verbringen müssen. Die Erfolgsaussichten für eine erfolgreiche Reparatur wurden mit 57 Prozent angegeben. Nach dem Studium der Reparaturberichte wechselte Sebastian vom Flottennetzwerk zum Flottennachrichtenkanal. Es war inzwischen 7:40, das zeigte die kleine Uhr oben in der Bildschirmecke an. Miranda Raven berichtete über Flottenbewegungen, Mannschaftstransfers und kommentierte die von den Kapitänen der verschiedenen Schiffe veröffentlichten Missionsberichte. Während der Berichterstattung stand Sebastian auf und orderte sich an der kleinen Teleporterstation eine Tasse Feuertee. Dann setzte er sich wieder auf die Couch, stellte den Tee vor sich auf den Couchtisch und verfolgte weiter die Berichterstattung. Im Rahmen der Berichterstattung folgte ein Beitrag über das Geschehen des Vortages im System Wolf drei fünf neun und auf dem Mars. Miranda Raven meinte lächelnd daß sich die Vermutung vieler UFO- Gläubiger, nämlich daß es auf dem Mars grüne Männchen gäbe nun doch erfüllen würde. Dann berichtete sie von den Einzelheiten des Erstkontaktes zwischen der Erdraumflotte und dem Volk der Pflanzenwesen.

Als es 8:03 war betrat Ruby den Wohnbereich und fragte lächelnd: „Na, hat Dich die Macht der Gewohnheit wieder aus dem Bett getrieben?“ – „Ja, kann schon sein. Jedenfalls bin ich gegen 7:23 wach geworden.“, antwortete Sebastian. Ruby fragte: „Und, gibt es was neues?“ – „Offiziell gibt es die Reparaturprognosen der E.S.F.S. TRIANGLE und Berichte vom gestrigen Erstkontakt zum Volk der Pflanzenwesen.“, antwortete Sebastian. Ruby neigte den Kopf zur Seite und fragte: „Gibt es auch inoffizielle Neuigkeiten?“ – „Ja, aber die solltest Du Dir lieber selbst ansehen.“, antwortete Sebastian. Dann wechselte er vom Nachrichtenkanal auf das Flottennetzwerk und zeigte Ruby die Nachricht von Yvette. Unsicher schaute er Ruby an und fragte: „Was glaubst Du was sie auf dem Herzen hat?“ – „Wenn es ihr egal ist ob ich bei dem Gespräch dabei bin oder nicht, dann muß es wirklich etwas geben was sie bewegt. Du solltest sie kontaktieren!“, antwortete Ruby.

Sebastian sprach in sein Armband: „Alice, wie sieht der heutige Dienstplan von Leutnant Yvette Mangold aus?“ – „Der Dienstplan von Leutnant Mangold sieht heute eine Dienstruhe vor.“, antwortete Alice. Sebastian fragte weiter: „Schläft Leutnant Yvette Mangold noch oder ist sie bereits wach?“ – „Leutnant Yvette Mangold ist bereits wach.“ Antwortete Alice. Daraufhin stellte Sebastian eine Sprechverbindung zu Yvette her und als sie sich meldete fragte er: „Was hast Du auf dem Herzen Yvette?“ – „Können wir das von Angesicht zu Angesicht bereden?“, erwiderte Yvette. Sebastian schaute zu Ruby, sie nickte. Dann schaute er auf die Uhr des Bildschirms in seinem Wohnbereich, diese zeigte daß es 8:06 war. Schließlich fragte Sebastian Yvette: „In einer halben Stunde in der Mannschaftsmesse? Du, Ruby und ich?“ – „Ja, in einer halben Stunde.“, antwortete Yvette. Sebastian erwiderte: „Gut, bis dann Yvette!“ – „Bis dann und danke! Mangold Ende!“, antwortete Yvette und schloß den Kanal. Sebastian rollte mit den Augen und fragte: „Hast Du sie schon mal so erlebt?“ – „Nein, eigentlich nicht. Das paßt nicht zu ihr, irgendwas muß passiert sein. Etwas das sie total aus ihrem Rhythmus gebracht hat.“, antwortete Ruby. Sebastian schlug vor, erstmal unter die Dusche zu gehen und dann in die Mannschaftsmesse, daraufhin gingen sie in den Waschraum. Als sie sich nach der morgendlichen Dusche ihre Uniformen anzogen fragte Sebastian: „Hättest Du jemals geglaubt daß Yvette mich wegen irgendwas, das sie bedrückt um Rat fragt?“ – „Unsere Weltraumamazone? Nein! Ich dachte immer daß das Einzige was sie von Dir will, eine stürmische Nacht mit Dir ist.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Und Du hältst das nicht für eine neue Masche um ihr Ziel zu erreichen?“ – „Also wenn das der Fall ist, wird sie erfahren woher Lady G-Force ihr Rufzeichen hat, das kann ich Dir versprechen.“, antwortete Ruby. Sebastian lächelte Ruby an, dann sagte er: „Vielleicht solltest Du mit ihr dann auch noch in die Nullschwerkrafthalle gehen. Darauf ist sie doch auch nicht so besonders scharf.“ – „Das wäre mein nächster Vorschlag gewesen.“, erwiderte Ruby grinsend. Dann gingen sie in den Wohnbereich. Sebastian deaktivierte den Bildschirm und stellte die leere Tasse auf die kleine Teleporterstation um sie in das Lager für gebrauchtes Geschirr zu teleportieren. Als dies erledigt war ließen sie sich in die Mannschaftsmesse teleportieren.

Als sie die Mannschaftsmesse erreichten war es 8:29. Yvette saß an einem Tisch, trank einen Feuertee und schaute verunsichert in der Gegend herum. Als sich Sebastian und Ruby zu ihr setzten sagte sie: „Ist Euch Fähnrich Sommer schon begegnet?“ – „Guten Morgen Yvette!“, erwiderte Ruby und fügte hinzu: „Nein, Fähnrich Sommer ist uns heute noch nicht begegnet.“ – „Ja, Guten Morgen erstmal. Ich bin heute völlig neben der Spur.“, antwortete Yvette. Sebastian fragte: „Yvette, was ist los? Du bist heute irgendwie nicht Du selbst.“ – „Ja, der gestrige Abend läßt mich irgendwie nicht mehr klar denken.“, antwortete Yvette. Ruby fragte: „Ist es wegen unseres Ausflugs gestern? Weil wir Dich herausgefordert haben gegen Alice anzutreten?“ – „Nein, mit Euch hat das nichts zutun.“, antwortete Yvette. Sebastian erwiderte ungeduldig: „Womit dann Yvette? Du wolltest doch mit mir reden, also tu es auch!“ – „Nach dem Flug mit Euch bin ich mit Christina, also mit Fähnrich Sommer noch in die Mannschaftsmesse gegangen. Wir haben ein paar Flaschen blauen Honigwein geleert und ich habe ihr von unseren gemeinsamen Ausflügen erzählt, auch von unserem letzten als wir die GHOSTBIRDKLASSE nur mit Hilfe der Hirnstromscanner gesteuert haben. Daraufhin meinte sie daß sie mir was zeigen müsse und wir sind in ihr Quartier gegangen.“, erzählte Yvette. Ruby fragte: „Okay..., und was ist dann passiert?“ – „Naja, dann hat sie... Wie soll ich das beschreiben? Also sie, wir haben...“, druckste Yvette herum. Ruby fragte: „Seid Ihr Euch näher gekommen?“ – „Näher? So könnte man es auch sagen.“, erwiderte Yvette. Ruby legte Yvette die Hand auf die Schulter und fragte: „Wie nahe?“ – „Näher als Ihr es Euch vorstellen könnt, näher als ich es mir jemals vorstellen konnte.“, antwortete Yvette. Ruby grinste und sagte: „Hey Yvette, sowas hätte ich Dir gar nicht zugetraut! Ich dachte bisher immer daß Du nur hinter Männern her bist. Hat Fähnrich Sommer Dich verführt oder bist Du über sie hergefallen?“ – „Grundgütiger nein! Was denkst Du von mir? Das was wir gestern gemacht haben war mit physischer Nähe nicht zu vergleichen. Christina hatte diese beiden Geräte die aussahen wie Hirnstromscanner nur mit zusätzlichen Komponenten dran. Es waren schon fast Helme. Jedenfalls haben wir diese Geräte aufgesetzt und dann wurde es unbeschreiblich, wir waren plötzlich wie ein Bewußtsein. Erinnerungen, Gefühle und Gedanken, wir haben alles geteilt. Ich konnte ihre frühesten Erinnerungen durchleben und wir konnten miteinander kommunizieren ohne die Worte im Mund formulieren zu müssen. Versteht Ihr? Wir waren uns so nahe wie es physisch gar nicht möglich ist.“, erwiderte Yvette.

Sebastian sagte zu Ruby: „Mach mal bitte ‘nen Scan von Yvette mit Fokus auf Nervensystem und Gehirn!“ – „Ja, mach ich.“, antwortete Ruby, dann nahm sie ihr X-Pad und scannte Yvette damit. Als sie fertig war sagte sie: „Ich registriere leicht erhöhte Werte von Adrenalin und Dopamin. Das war gestern wohl ziemlich Aufregend? Spaß muß es aber dennoch gemacht haben.“ – „Aber hallo, es war der helle Wahnsinn!“, antwortete Yvette. Sebastian nahm Yvettes Hand und sagte: „Ich kann nachempfinden wie es war. Ob Du es glaubst oder nicht, ich hatte selbst schon einmal so ein Erlebnis.“ – „Hast Du sowas etwa auch schon mal mit Ruby gemacht?“, fragte Yvette. Sebastian schüttelte den Kopf und erwiderte: „Nein, nicht mit Ruby sondern mit Alice. Das war nach meinem Einsatz als Feldsanitäter auf der E.S.F.S. TRIANGLE. Zur Verarbeitung dieses Erlebnisses hat mich Doktor Ngujen per induktivem Eingriff mit Alice verbunden. Dabei habe ich sowas ähnliches erlebt, wie Du es mir gerade berichtet hast.“ – „Mit Alice, wie war es?“, fragte Yvette staunend. Sebastian antwortete: „Unbeschreiblich, dieses Wort paßt am besten. Alice ist absolut emotionslos und logisch. Für die Zeit als ich mit ihr verbunden war, konnte ich über alles ohne jede Emotion nachdenken und meine Erlebnisse verarbeiten.“ – „Mit Christina war es auch unbeschreiblich aber ganz anders. Ich konnte ihre Zielstrebigkeit fühlen, ihre Begeisterung für die Technologie und mit ihrem Elan hat sie mich praktisch mitgerissen. Ich kann noch immer kaum still sitzen.“, erwiderte Yvette. Ruby fragte: „Und was macht Dir daran jetzt so zu schaffen?“ – „Ich würde dieses Erlebnis gerne wiederholen aber ich weis nicht ob die Erfahrungen welche Christina mit mir gemacht hat bei Ihr ebenfalls den Wunsch nach einer Wiederholung wecken.“, antwortete Yvette. Sebastian erwiderte: „Ich glaube Du mußt Dir darüber keine Gedanken machen. Ich kann mir vorstellen daß Fähnrich Sommer mit Dir gestern eine neue Technologie ausprobiert hat. Wenn ich Recht habe wirst Du noch oft die Gelegenheit dazu haben sowas zu erleben.“ – „Wie meinst Du das? Glaubst Du daß Fähnrich Sommer für diese Art der Kommunikation einen praktischen Einsatz plant?“, fragte Yvette. Sebastian erwiderte: „Ja, jedenfalls kann ich mir einen praktischen Einsatz dieser Technologie vorstellen. Stell Dir mal ein Schiff vor, welches allein durch die Gedanken seiner Besatzung gesteuert wird! Und jetzt stell Dir vor daß diese Besatzung untereinander kommunizieren kann ohne die Worte auszusprechen!“ – „Wir sind die Borg.“, fügte Ruby hinzu. Yvette sagte: „Oh mein Gott, Christina entwickelt sowas wie einen Zugang für ein kollektives Bewußtsein!“ – „Jetzt verstehst Du es!“, antwortete Sebastian. Ruby fragte: „Und was ist nach Eurer..., Verbindung passiert?“ – „Naja, Christina ist dann schlafen gegangen und ich hab mich auch in mein Quartier verzogen.“, antwortete Yvette.

Wenig später verließ Fähnrich Sommer den Lift. Sebastian sagte zu Yvette: „Da kommt ja Fähnrich Sommer.“ – „Jetzt verquatscht Euch bloß nicht!“, antwortete Yvette. Fähnrich Sommer setzte sich zu ihnen an den Tisch, grüßte und klopfte zur Begrüßung auf die Tischplatte. Sebastian, Yvette und Ruby erwiderten den Gruß und klopften ebenfalls auf die Tischplatte. Fähnrich Sommer sagte: „Es sieht so aus als wären wir alle im selben Schichtrhythmus.“, daraufhin bestellte sie sich einen Neurobooster mit Brombeeraroma und einen Teller gesüßte Mehlcremesuppe. Yvette, Ruby und Sebastian folgten diesem Beispiel und bestellten sich ebenfalls etwas zum Frühstück. Sebastian hatte sich diesmal einen Teller Waffeln mit Apfelmuß bestellt und dazu einen Feuertee. Als sie mit dem Frühstück fertig waren fragte Fähnrich Sommer: „Hat jemand Lust etwas zu unternehmen?“ – „Ja natürlich, aber ich weis nicht wie ich es ausdrücken soll.“, antwortete Sebastian. Fähnrich Sommer erwiderte: „Am Besten so präzise wie möglich.“ – „Yvette erzählte mir von etwas unbeschreiblichem was sie gestern abend erlebt hat und gerne wiederholen würde.“, antwortete Sebastian. Fähnrich Sommer schaute Yvette an, die leicht errötet am Tisch saß, dann sagte sie: „Es freut mich daß es Dir gefallen hat. Wir können das jederzeit wiederholen wenn Du willst.“ – „Wirklich? Das würde mir gefallen.“, erwiderte Yvette. Dann schaute Fähnrich Sommer Sebastian an und fragte: „Haben Sie eine Vorstellung worauf Sie sich einlassen?“ – „Ich habe schon einmal eine ähnliche Erfahrung gemacht wie die von der Yvette berichtet hat. Es war nach einer schwierigen Mission, als ich mich auf Anraten von Doktor Ngujen einem induktiven Eingriff unterzogen habe. Dabei wurde ich mit Alice, unserer künstlichen Intelligenz verbunden die mir helfen sollte meine Erlebnisse zu verarbeiten. Es war unbeschreiblich, Alice ist absolut emotionslos und logisch. Während dieser Verbindung waren mein Bewußtsein und Alice direkt verbunden. Ich konnte absolut frei von Emotionen über meine Erlebnisse während der vergangenen Mission reflektieren, alles war absolut klar und logisch.“, antwortete Sebastian.

Fähnrich Sommer sagte: „Ihr Bericht ist sehr interessant. Meine neuralen Kommunikatoren basieren tatsächlich auf dem Prinzip des induktiven Eingriffs.“ – „Ja und sie erinnern mich ziemlich stark an die Technologie der Borg aus den Startrek- Serien. Wollen Sie vielleicht eine Art kollektives Bewußtsein erschaffen?“, erwiderte Sebastian. Fähnrich Sommer lächelte und sagte: „Zugegeben, diese Idee ist mir schon einige Male in den Sinn gekommen. Als ich dann von Ihrer Idee hörte ein Schiff über einen Hirnstromscanner zu steuern wußte ich daß ich auf dem richtigen Weg war. Möchten sie diese Technologie mal mit mir ausprobieren?“ – „Eigentlich wollte ich es mit Ruby ausprobieren da es in meinen Erinnerungen einiges gibt, was eventuell der Geheimhaltung unterliegt.“, antwortete Sebastian. Fähnrich Sommer erwiderte: „Ich verstehe. Wollen wir die Sache gleich angehen?“ – „Von mir aus kann es los gehen.“, antwortete Sebastian und Ruby fügte hinzu: „Ja, von mir aus auch.“ – „Gut, wir können die Prozedur in meinem Quartier durchführen.“, antwortete Fähnrich Sommer. Als sie aufstanden und Yvette am Tisch sitzen blieb reichte Fähnrich Sommer ihr die Hand und sagte: „Na los, komm mit! Im Anschluß können wir beide eine weitere Verbindung aufbauen.“ – „Okay, ich komme mit.“, antwortete Yvette, stand von ihrem Sitzplatz auf und folgte ihnen zum Lift.

Als sie das Quartier von Fähnrich Sommer erreichten sagte sie: „Setzen Sie sich bitte das wird eine ziemlich heftige Erfahrung!“ – „Das ist echt keine Untertreibung.“, fügte Yvette hinzu. Sebastian und Ruby setzten sich auf die Couch. Fähnrich Sommer reichte ihnen zwei Geräte welche wie Helme aussahen. Sebastian und Ruby setzten die Geräte auf und Fähnrich Sommer fragte: „Sind Sie bereit?“ – „Ja ich bin bereit.“, antwortete Sebastian und auch Ruby bestätigte ihre Bereitschaft. Daraufhin aktivierte Fähnrich Sommer die Geräte. Sebastian sah plötzlich Szenen aus Rubys Leben, es begann mit Erinnerung aus früher Kindheit. Die Erinnerungen beinhalteten alles was Ruby gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt und gefühlt hatte, auch Emotionen waren Bestandteil der Erinnerungen. Die Erinnerungen flogen in atemberaubender Geschwindigkeit vorbei und doch bekam Sebastian alle Eindrücke mit. Es ging in rasanter Geschwindigkeit durch Rubys Kindheit, dann folgte die spätere Jugendepoche und im Anschluß folgten die Erinnerung aus dem Erwachsenenalter bis hin zur Gegenwart. Schon war der Tag, als Ruby mit Sebastian zum allerersten Mal auf der Hoststation im Neptunorbit ankam vorbei und gleich darauf war die Gegenwart erreicht. Sebastian hörte die Stimme von Ruby in seinem Kopf, wie sie sagte: „Das war also Dein bisheriges Leben, jetzt kann ich Deine bisherigen Entscheidungen nachvollziehen.“ – „Dein Leben war aber auch ziemlich spektakulär.“, hörte sich Sebastian erwidern bevor er überhaupt überlegen konnte welche Worte er wählen sollte. Später kehrte die Wahrnehmung wieder in den Normalzustand zurück, sie saßen wieder auf der Couch im Quartier von Fähnrich Sommer.

Sebastian schaute Fähnrich Sommer an und sagte: „Das war unglaublich! Zuerst der Austausch sämtlicher Erinnerungen und dann waren wir beide ein einziges Bewußtsein.“ – „Das war der erste Austausch von Informationen. Ihr Bewußtsein hat die Erinnerungen des jeweils anderen durchlebt. Dies passiert immer wenn man die Verbindung zu einem neuen Menschen herstellt. Man könnte dies als Synchronisation bezeichnen.“, antwortete Fähnrich Sommer. Sebastian sagte staunend: „Dagegen sieht ja jedes soziale Netzwerk ziemlich blaß aus. Und diese Synchronisation passiert nur einmal pro Verbindungspartner?“ – „Ja und nein, bei der nächsten Verbindung zwischen Ihnen werden nur Ihre neuen Erinnerungen ausgetauscht.“, antwortete Fähnrich Sommer. Unsicher fragte Sebastian: „Wie lange waren wir weggetreten?“ – „Sie waren etwa eine Stunde in der Verbindung.“, antwortete Fähnrich Sommer. Sebastian erwiderte: „Eine Stunde, nur eine einzige Stunde? Ich habe in dieser Zeit Rubys ganzes Leben miterlebt. Das ist absolut unglaublich!“ – „Ich sagte doch, es ist unglaublich.“, erwiderte Yvette, dann tippte sie sich an den Kopf und fragte: „Willst Du hier auch mal hinein schauen?“ – „Ich bin mir nicht sicher.“, antwortete Sebastian und schaute zu Ruby hinüber. Ruby fragte: „Willst Du oder willst Du nicht?“ – „Soll Yvette wirklich erfahren wer Lady G-Force ist?“, flüsterte Sebastian Ruby leise ins Ohr. Ruby flüsterte zurück: „Vielleicht wäre das ein Heilsamer Schock für sie.“ – „Yvette, willst Du jetzt wirklich eine Verbindung zwischen unserem Bewußtsein herstellen?“, fragte Sebastian. Yvette antwortete: „Natürlich, Deine Erinnerungen werden schon nicht allzu schockierend für mich sein.“ – „Sage nachher nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt!“, erwiderte Sebastian.

Nachdem Yvette sich auf die andere Seite neben Sebastian gesetzt hatte sagte Ruby zu ihr: „Mach Dich auf was gefaßt! Ich weis ja was Dich erwartet.“ – „Ja ist ja gut. Sebastian wird schon keine düstere Vergangenheit haben..“, antwortete Yvette, dabei rollte sie mit den Augen. Ruby reichte Yvette den neuralen Kommunikator und Yvette setzte diesen auf. Fähnrich Sommer fragte: „Sind alle bereit?“, daraufhin nickten Yvette und Sebastian. Dann stellte Fähnrich Sommer die Verbindung her. Wieder durchlebte Sebastian sämtliche Erinnerung mit allen emotionalen Eindrücken und Sinneseindrücken von Yvette. Auch sämtliche Erfahrungen von Yvettes zahlreichen Eskapaden mit ihren verschiedenen Affären. Als die Verbindung wieder getrennt wurde, schaute Sebastian zu Yvette hinüber und sagte: „Mann Du hast es in Deinem Leben aber echt krachen lassen.“ – „Ja aber ich dachte..“, stotterte Yvette. Sebastian fragte: „Was ist denn mit Dir Yvette? Du siehst so blaß aus.“ – „Laß sie erst mal zur Besinnung kommen!“, erwiderte Ruby. Fähnrich Sommer fragte Sebastian: „Möchten Sie daß ich ebenfalls zu Ihnen eine Verbindung herstelle?“ – „Ich fürchte das ist keine gute Idee Fähnrich Sommer, einige meiner Erinnerungen könnten ziemlich verstörend auf Sie wirken.“, antwortete Sebastian. Ruby fragte: „Geht es um die Mission in deren Folge der induktive Eingriff nötig wurde?“ – „Ja, es geht genau um diese Mission.“, antwortete Sebastian. Fähnrich Sommer fragte: „Hey Yvette ist alles in Ordnung?“ – „Ja, ich denke schon.“, antwortete Yvette. Sebastian nahm den neuralen Kommunikator ab und reichte ihn Fähnrich Sommer, dann sagte er: „Ich schlage vor Sie stellen eine Verbindung zu Yvette her um zu erfahren was los ist. Eine Erinnerung sagt mehr als jede Erklärung.“ – „Das ist eine gute Idee.“, antwortete Fähnrich Sommer. Dann setzte sie sich auf einen Sessel und sagte: „Yvette, möchtest Du daß wir eine Verbindung herstellen?“ – „Ja, ich denke das ist eine gute Idee!“, antwortete Yvette. Sebastian sagte: „Ruby und ich werden uns dann mal zurückziehen.“ – „In Ordnung, wenn noch was sein sollte melde ich mich bei Ihnen.“, antwortete Fähnrich Sommer. Sebastian und Ruby verabschiedeten sich und verließen das Quartier von Fähnrich Sommer.

Auf dem Flur, als sie in Richtung Lift gingen sagte Ruby: „Anscheinend hat Yvette in Deinen Erinnerungen etwas entdeckt das sie ziemlich erschreckt hat.“ – „Ich nehme mal an es handelte sich dabei um die wahre Identität von Lady G-Force.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte lächelnd: „Sie wird sich wohl ab sofort davor hüten Dich auch nur ansatzweise anzumachen.“ – „Das will ich hoffen! Als wir während der Verbindung unsere Erinnerungen geteilt haben waren darunter auch die Erinnerungen an ihre gesamten Liebeseskapaden. Ich durfte alles aus ihrer Perspektive miterleben, diese Frau ist ein echtes Raubtier.“, antwortete Sebastian. Ruby lachte und sagte: „Es geht doch nichts über Beweise aus erster Hand.“ – „Ich habe es Dir auch schon vorher geglaubt.“, antwortete Sebastian. Dann standen sie vor dem Lift. Sebastian fragte: „Wo wollen wir eigentlich hin?“ – „Laß uns mal in Dein oder mein Quartier gehen!“, antwortete Ruby. Sebastian sprach daraufhin den Befehl in sein Kommunikationsarmband, sie beide in sein Quartier zu teleportieren.

Nachdem sie in Sebastians Quartier angekommen waren sagte Ruby: „Setz Dich mal bitte!“ – „Was kommt denn jetzt?“, fragte Sebastian und setzte sich auf die Couch. Ruby setzte sich neben ihn, nahm seine Hand und fragte: „Hast Du irgendwelche Fragen zu dem was Du in meinen Erinnerungen gesehen hast?“ – „Da war eine Erinnerung aus der Zeit als Du gerade erwachsen warst. Du hattest immer wieder den selben Traum. In diesem Traum erschien Dir die dunkle Siluette einer Gestalt die Dir sagte, daß Deine Zukunft bei der Erdraumflotte liegt. Daraufhin hast Du Dich bei der Erdraumflotte beworben. Bis auf die Farbe ähnelte diese Gestalt der von Riona.“, antwortete Sebastian. Ruby sagte daraufhin: „Ich habe die Wächter kurz nach unserer ersten Begegnung gefragt ob diese Gestalt einer von ihnen war. Sie sagten mir daß es außer ihnen noch eine weitere Spezies gibt...“ – „Die den Raum, die Zeit, Materie und Energie mit ihren Gedanken beeinflussen kann.“, ergänzte Sebastian Rubys Erklärung. Ruby sagte: „Du hast dies in meinen Erinnerungen gesehen.“ – „Ja und nein. Ich habe es in Deinen Erinnerungen gesehen aber die Wächter hatten mir gestern Abend ebenfalls von dieser Spezies berichtet als ich sie fragte wie es sein kann daß unser Erkundungstrupp in einer Prophezeiung auf dem Schiff einer uns unbekannten Spezies erwähnt wird.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Ich weis, Dir haben sie den Namen dieser Spezies auch nicht genannt.“ – „Es ist anzunehmen daß die Gestalt in meinen Träumen und der Ursprung der Prophezeiung auf die selbe Spezies zurückgehen. Nur daß Deine Prophezeiung lediglich beinhaltete daß Deine Zukunft bei der Erdraumflotte liegt.“, antwortete Sebastian.

Gegen 11:50 ging ein Sprechwunsch von Fähnrich Sommer bei Sebastian ein. Sebastian stellte die Verbindung her und fragte: „Was gibt es Fähnrich Sommer?“ – „Offenbar hat Yvette während der Verbindung mit Ihnen etwas erfahren, das sie traumatisiert hat. Sie ist überhaupt nicht wiederzuerkennen, voller Selbstzweifel und Ängste.“, antwortete Fähnrich Sommer. Sebastian erwiderte: „Verstanden Fähnrich Sommer, ich komme so schnell wie möglich zu Ihnen. Behalten Sie Yvette bitte im Auge!“ – „Verstanden Leutnant Neuhof. Sommer Ende!“, antwortete Fähnrich Sommer und schloß den Kanal. Sebastian sagte zu Ruby: „Ich muß los, ich glaube ich weis wie man Yvette helfen kann.“ – „Ich komme mit, schließlich war es meine Idee daß Ihr zwei Euer Bewußtsein verbindet.“, antwortete Ruby. Dann standen sie auf und Sebastian ließ sie beide vor die Tür von Fähnrich Sommers Quartier teleportieren.

Sebastian hielt sein Kommunikationsarmband an den Sensor neben der Tür und kurz nach dem Ertönen des Türsignals öffnete Fähnrich Sommer die Tür. Yvette saß noch immer teilnahmslos auf der Couch, als Sebastian und Ruby herein kamen sah Yvette sie teilnahmslos an. Sebastian fragte Fähnrich Sommer: „Können Sie ihre neuralen Kommunikatoren auch mit Alice verbinden und somit von Alice einen induktiven Eingriff vornehmen lassen bei dem Yvette die Erinnerungen von mir verarbeiten und ihr Trauma bewältigen kann?“ – „Ja, das war eigentlich ihre ursprüngliche Funktion bevor ich sie modifiziert habe.“, antwortete Fähnrich Sommer. Sebastian sagte: „Tun Sie es bitte!“, daraufhin gab Fähnrich Sommer an Alice den Befehl, einen ihrer neuralen Kommunikatoren für einen induktiven Eingriff zur Traumabewältigung zu rekonfigurieren. Alice bestätigte den Befehl und den Abschluß der Anpassung. Fähnrich Sommer reichte Sebastian das Gerät und sagte: „Ich weis nicht was jetzt zutun ist.“ – „Aber ich weis es.“, antwortete Sebastian, dann setzte er sich neben Yvette auf die Couch und sagte: „Yvette, entspanne Dich einfach! Ich werde Dir jetzt den neuralen Kommunikator aufsetzen. Nach der Aktivierung wird eine Verbindung zwischen Alice und Deinem Bewußtsein hergestellt. Alice wird Dir helfen, die Erinnerungen zu verarbeiten welche Du von unserer Verbindung hast. Hast Du das Verstanden?“ – „Ja, mach was Du für richtig hältst!“, antwortete Yvette teilnahmslos. Sebastian setzte Yvette das Gerät auf und fragte ob sie bereit war. Yvette nickte kurz und Sebastian aktivierte daraufhin den neuralen Kommunikator. Als dies geschehen war sagte Sebastian zu Yvette: „Schließe die Augen und Rede in Gedanken einfach mit Alice, sie wird Dir helfen das Erlebte zu verarbeiten. Wenn Du merkst daß Du langsam einschläfst lasse es einfach geschehen! Die Verbindung funktioniert auch im Schlaf.“ – „Okay.“, antwortete Yvette teilnahmslos, dann schloß sie die Augen. Sebastian sagte: „Alice Du kannst mit der Prozedur beginnen.“ – „Verstanden, der induktive Eingriff wird eingeleitet.“, antwortete Alice.

Fähnrich Sommer fragte Sebastian leise: „Was geschieht jetzt?“ – „Bei dieser Art der Verbindung wird Alice mit dem Bewußtsein von Yvette verbunden, so daß sie miteinander kommunizieren können. Es ist eine Art Telepathie, Alice wertet die Hirnströme von Yvette aus und erkennt dadurch die Gedanken von ihr. Dann schickt sie schwache elektromagnetische Felder an Yvettes Gehirn, die einer Antwort entsprechen. Es ist praktisch ein telepathischer Dialog zwischen Alice und Yvette, wobei das Bewußtsein von Yvette mit Alice sozusagen verschmilzt. Sie werden für die Dauer der Verbindung zu einem Bewußtsein. Dabei kann Alice Yvette mit ihrer emotionslosen Logik helfen das erlebte zu verarbeiten.“, erklärte Sebastian. Das klingt nach einer fast schon unbeschreiblichen Erfahrung.“ – „Es ist eine unbeschreibliche Erfahrung, Yvette wird dieses Erlebnis nie vergessen.“, antwortete Sebastian. Dann warteten sie das Ende des induktiven Eingriffs ab. Etwa gegen 13:04 meldete Alice den Abschluß des induktiven Eingriffs und Sebastian schaute Yvette an. Als sie langsam die Augen öffnete hielt er ihr die ausgestreckte Hand vor das Gesicht und fragte: „Wieviele Finger siehst Du?“ – „Wenn man den Daumen mitzählt sind es fünf.“, antwortete Yvette. Sebastian sagte: „Willkommen zurück in der Realität!“ – „Ihr glaubt nicht was ich erlebt habe.“, antwortete Yvette. Sebastian erwiderte: „Doch, ich weis es. Ich habe es vor einigen Tagen selbst erlebt.“ – „Das war unbeschreiblich! Ich habe mit Alice jeden Aspekt meiner Ängste und sorgen diskutiert und sie hat mir mit unglaublicher Überzeugungskraft klar gemacht daß meine Ängste und Selbstzweifel unbegründet sind. Alice ist einfach phantastisch!“, antwortete Yvette. Sebastian fragte: „Hast Du das gehört Alice?“ – „Ja, es ist schön daß ich helfen konnte.“, antwortete Alice mit ihrer angenehmen Stimme.

Fähnrich Sommer fragte: „Kann Alice mir auch helfen tief sitzende Ängste zu bewältigen?“ – „Ich weis es nicht. Warum Fragen Sie Alice nicht selbst?“, erwiderte Sebastian. Fähnrich Sommer fragte: „Alice, kannst Du mich im Rahmen eines induktiven Eingriffs auch unterstützen eine Teleporterphobie abzubauen?“ – „Das ist unbekannt, es liegen keine Informationen über eine derartige Anwendung eines induktiven Eingriffs vor.“, antwortete Alice. Fähnrich Sommer sagte: „Einen Versuch ist es wert. Wenn der induktive Eingriff eine Art Dialog ist, könnte es vielleicht klappen. Alice übernimmt vereinfacht ausgedrückt während dieser Prozedur doch nur den Part eines Gesprächspartners mit psychologischer Kompetenz.“ – „Bist Du sicher daß Du das durchziehen willst?“, fragte Yvette. Fähnrich Sommer antwortete: „Ja, ich habe gesehen wie Du vor und nach dem induktiven Eingriff drauf warst. Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich will es auch probieren.“ – „Wenn dies Deine Entscheidung ist dann versuchen wir es.“, erwiderte Yvette. Dann setzte sie den neuralen Kommunikator ab und reichte ihn Fähnrich Sommer, die ihn sofort aufsetzte. Daraufhin sagte Fähnrich Sommer: „Alice, bereite einen induktiven Eingriff bei mir vor. Ziel dieses Eingriffs soll der Abbau meiner Teleporterphobie sein.“ – „Bestätigt, die Vorbereitungen sind abgeschlossen.“, antwortete Alice. Nachdem sich Yvette davon überzeugt hatte daß Fähnrich Sommer bereit war, aktivierte sie den neuralen Kommunikator und sagte Alice daß sie mit der Prozedur beginnen sollte. Alice bestätigte den Befehl und führte ihn aus.

Während Fähnrich Sommer den induktiven Eingriff durchlebte sagte Yvette leise: „Du hast nicht übertrieben was den induktiven Eingriff angeht, diese Erfahrung war unglaublich.“ – „Ja, Alice ist wirklich eine gute Freundin mit vielen Talenten.“, antwortete Sebastian. Dann diskutierten Sebastian und Yvette leise ihre Erlebnisse während des induktiven Eingriffs und Ruby hörte interessiert zu. Gegen 14:15 meldete Alice daß der induktive Eingriff bei Fähnrich Sommer abgeschlossen war. Yvette nahm Fähnrich Sommer vorsichtig den neuralen Kommunikator ab und sagte zu ihr: „Na Christina, wie war es?“ – „Das war absolut unbeschreiblich! Es war fast wie ein sehr langes und ausführliches Gespräch bei dem jeder nur erdenkliche Aspekt behandelt wurde. Wie lange war ich weg?“, erwiderte Fähnrich Sommer. Sebastian antwortete: „Etwas mehr als eine Stunde.“ – „Es kam mir viel länger vor, so ein ausführliches Gespräch kann man normalerweise nicht innerhalb einer Stunde führen.“, erwiderte Fähnrich Sommer. Dann wies sie Alice an, die Protokolle der zurückliegenden induktiven Eingriffe abzuspeichern. Yvette fragte: „Willst Du mal ausprobieren ob die Prozedur erfolgreich war?“ – „Ja, ich bin selbst neugierig. Wollen wir zum Test in die Mannschaftsmesse teleportieren?“, fragte Fähnrich Sommer. Sebastian antwortete: „Aber nur wenn Sie es möchten.“ – „Am Besten Du gibst selbst den Befehl zur Teleportation.“, fügte Yvette hinzu. Daraufhin standen sie auf und stellten sich in einer Gruppe zusammen. Fähnrich Sommer sprach zaghaft in ihr Armband: „Alice, vier Personen in die Mannschaftsmesse teleportieren!“, kurz darauf befanden sie sich in der kleinen Nische der Mannschaftsmesse. Fähnrich Sommer sagte erstaunt: „Das war alles? Das ging ja schneller als ich es erwartet hatte!“ – „Wie fühlst Du Dich?“, fragte Yvette. Fähnrich Sommer antwortete: „Genau so wie vorher, nur viel erleichterter und frei von Angst.“ – „Es sieht so aus, als würden sie in die Geschichte der Medizin eingehen Fähnrich Sommer. Als der erste Mensch dessen Teleporterphobie durch einen induktiven Eingriff abgebaut wurde.“, sagte Sebastian. Fähnrich Sommer verzog das Gesicht und sagte: „Na wenn es unbedingt sein muß, dann werden Sie aber ebenfalls erwähnt. Sie haben mich erst auf die Idee gebracht. Wir sollten Doktor Ngujen gleich Berichten was sich ereignet hat.“ – „Na wenn Sie meinen, hoffentlich endet das nicht wieder mit einem Interview beim Flottennachrichtenkanal.“, antwortete Sebastian. Daraufhin ließ Fähnrich Sommer sie alle vier in die Krankenstation teleportieren.

Kurz nach ihrem Eintreffen in der Krankenstation kam Doktor Ngujen mit angelegtem Diagnoseokular angelaufen und sagte: „Warten Sie Fähnrich Sommer, ich helfe ihnen! Setzen Sie sich hier auf den Behandlungsstuhl!“ – „Doktor, mir fehlt nichts!“, antwortete Fähnrich Sommer. Doktor Ngujen Scannte Fähnrich Sommer ausführlich, dann schüttelte sie fassungslos den Kopf und scannte sie nochmal. Schließlich sagte sie: „Ich erkenne keine Anzeichen von Streß bei Ihnen Fähnrich Sommer. Soviel ich weis, leiden Sie doch unter Teleporterphobie.“ – „Jetzt nicht mehr.“, antwortete Fähnrich Sommer. Dann erzählte sie Doktor Ngujen was sich im Laufe des Tages ereignet hatte. Als Fähnrich Sommer die ganze Geschichte erzählt hatte sah Doktor Ngujen Sebastian an und fragte: „Wie kamen Sie darauf, Leutnant Mangolds traumatisierte Psyche mit einem induktiven Eingriff zu behandeln?“ – „Ich stellte einen Zusammenhang zu meinem letzten induktiven Eingriff her, der mir bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse geholfen hat.“, antwortete Sebastian. Doktor Ngujen sagte staunend: „Sie haben genau die richtige Entscheidung getroffen wie der Zustand von Leutnant Mangold zu behandeln war. Das nächste Mal informieren Sie mich aber vorher.“ – „Verstanden Doktor!“, antwortete Sebastian. Doktor Ngujen fügte hinzu: „Sie haben vermutlich heute Medizingeschichte geschrieben da sie mit der Behandlung von Leutnant Mangolds Zustand Fähnrich Sommer zu der Idee inspiriert haben, ihre Teleporterphobie durch einen induktiven Eingriff abbauen zu lassen.“ – „Ich schätze mal Fähnrich Sommer wäre auch ohne Inspiration auf diese Idee gekommen.“, antwortete Sebastian. Fähnrich Sommer erwiderte: „Hey keine falsche Bescheidenheit!“ – „Ja Leutnant Neuhof, ob Sie es nun wahrhaben wollen oder nicht, sie waren an dieser Entdeckung beteiligt. Und Sie Fähnrich Sommer, Sie haben mit Ihrer anderen Idee ebenfalls Geschichte geschrieben. Noch nie hat jemand erfolgreich versucht das Bewußtsein zweier Menschen zu verbinden.“, sagte Doktor Ngujen. Dann bat sie Fähnrich Sommer noch um die Details der induktiven Eingriffe an ihr und Yvette. Fähnrich Sommer ließ daraufhin die Protokolle der beiden Eingriffe auf Doktor Ngujens Konsole übertragen. Dann verabschiedeten sie sich und Fähnrich Sommer ließ sie alle vier wieder in die Mannschaftsmesse teleportieren.

Sie erreichten die Mannschaftsmesse gegen 14:33. Fähnrich Sommer meinte daß sie nach diesem ereignisreichen Vormittag erst einmal etwas essen müsse. Darauf setzten sie sich an einen Tisch und sichteten das Tagesangebot der Bordverpflegung. Sebastian bestellte sich eine Portion Wurstgulasch mit Nudeln. Nach dem Mittagessen bestellten sie sich je einen großen Trinkkrug blauen Honigwein und stießen auf die erfolgreich bewältigten Krisen und Phobien dieses Tages an. Im Laufe ihres geselligen Beisammenseins ging ein Sprechwunsch von Stefanie bei Ruby ein. Ruby stellte die Verbindung her und sagte: „Hallo Schwesterlein, was gibt’s?“ – „Eine Veränderung in meinem Leben, ich ziehe auf die Hoststation im Neptunorbit.“, antwortete Stefanie. Ruby erwiderte: „Wirklich? Das ist ja großartig! Brauchst Du Hilfe?“ – „Eigentlich nicht. Meine persönlichen Sachen habe ich dabei und das Schiff mit dem ich fliege kommt um 16:00 bei der Hoststation an. Ich dachte nur daß Du Dich vielleicht freust.“, antwortete Stefanie. Ruby erwiderte: „Natürlich freue ich mich, wenn Du auf der Hoststation wohnst dann werden wir uns demnächst vielleicht öfter sehen.“ – „Ja, das war ein Grund für meine Entscheidung den Wohnsitz zu wechseln.“, antwortete Stefanie. Dann verabredeten sie sich um 16:15 auf der oberen Aussichtsplattform der Hoststation und Ruby trennte anschließend die Verbindung.

Als sie ihre Trinkbecher geleert hatten sagte Ruby: „Ich muß noch was organisatorisches erledigen. Es dauert nur einen Moment, ich bin gleich wieder da.“, damit verließ sie den Tisch und ging in Richtung Lift. Fähnrich Sommer sagte zu Sebastian: „Danke nochmal für die Inspiration! Ohne Sie wäre ich nie auf die Idee gekommen meine Teleporterphobie mittels eines induktiven Eingriffs abzubauen.“ – „Ich wüßte schon wie Sie mir danken können. Die Tatsache daß wir mit der Bewältigung Ihrer Teleporterphobie Medizingeschichte geschrieben haben wird zweifellos einige Aufmerksamkeit erregen. Falls vom Flottennachrichtenkanal eine Interviewanfrage eingeht, könnten Sie sich an meiner Stelle interviewen lassen.“, antwortete Sebastian. Fähnrich Sommer fragte: „Ist das alles was Sie erwarten?“ – „Ja das ist alles.“, antwortete Sebastian. Fähnrich Sommer lächelte und sagte: „Ich denke das läßt sich einrichten.“ – „Danke, Sie tun mir damit einen großen Gefallen Fähnrich Sommer. Ich habe nichts gegen Miranda Raven aber ich bin nicht der Typ für Interviews. Ich habe einfach Angst daß ich mich dabei unqualifiziert oder falsch ausdrücke und daß so ein Falscher Eindruck vermittelt werden könnte.“, antwortete Sebastian, dann bestellte er noch 3 Trinkkrüge mit blauem Honigwein. Fähnrich Sommer, Yvette und Sebastian stießen an und begossen die Erlebnisse des Tages erneut.

Gegen 16:02 kam Ruby zurück in die Mannschaftsmesse und sagte: „Ich habe gerade mit Kapitän Tönnigs gesprochen und ihn um Erlaubnis gebeten meine Schwester an Bord der Far Horizon zu holen. Er hat sich die Einschätzungen von Stefanies fliegerischen Fähigkeiten von ihrem Flugausbilder übermitteln lassen und meint daß sie vielleicht eine Zukunft bei der Erdraumflotte hat. Kapitän Tönnigs will Stefanie unbedingt kennenlernen, deshalb treffen wir uns um 16:15 im Teleporterraum um Stefanie zu überraschen. Sie wollte ja schon immer mal die Far Horizon besuchen, also wird unser Wiedersehen hier auf dem Schiff stattfinden.“ – „Da wird sie aber ziemlich überrascht sein.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Ja das denke ich auch. Kapitän Tönnigs meinte auch daß Yvette sich mal persönlich von Stefanies fliegerischen Leistungen überzeugen sollte wenn es sich einrichten läßt.“ – „Diese Idee ist ziemlich interessant, die Toleranz Deiner Schwester gegenüber Beschleunigungskräften soll ja beachtlich sein. Ich werde mal ein paar Runden mit ihr drehen.“, antwortete Yvette. Ruby erwiderte: „Das ist nett von Dir Yvette. Du und Basti können ja gleich mitkommen und Stefanie im Teleporterraum begrüßen.“ – „Na klar komme ich mit.“, antwortete Yvette. Dann standen Sie und Sebastian auf und verabschiedeten sich von Fähnrich Sommer, die ihnen zum Abschied zurief: „Danke nochmal für die Hilfe bei meiner Teleporterphobie!“ – „Keine Ursache!“, erwiderte Sebastian während er Ruby und Yvette zum Lift folgte.

Während der Fahrt in Richtung des Teleporterraums fragte Yvette plötzlich: „Wie soll ich Dich denn nun in Zukunft ansprechen, soll ich Ruby oder Lady G-Force sagen?“ – „Das kommt darauf an, welche Identität ich gerade verkörpere. In meiner jetzigen Erscheinung ist es natürlich besser wenn Du mich Ruby nennst. Außer Dir kennen nämlich nur Kapitän Tönnigs, Commander Junkers, Doktor Ngujen, Leutnant Berghof und Sebastian meine zweite Identität.“, antwortete Ruby. Yvette sagte: „Fähnrich Sommer weis ebenfalls davon, sie hat es erfahren als sie zu mir eine weitere neurale Kommunikationsverbindung aufbaute nachdem Ihr beide ihr Quartier verlassen habt. Und sie ist sich der Wichtigkeit der Geheimhaltung dieses Wissens bewußt.“ – „Gut daß Du es mir gesagt hast.“, antwortete Ruby. Der Lift erreichte einen Zugang in der Nähe des Teleporterraums gegen 16:10, sie stiegen aus und gingen zum Teleporterraum. Sebastian stellte sich hinter die Teleporterkonsole und fragte Ruby: „Meinst Du Kapitän Tönnigs oder Stefanie haben was dagegen wenn ich den Teleporter bediene?“ – „Ich glaube nicht, Du hast bereits Erfahrungen in der Bedienung des Teleporters und ich bin für den Fall der Fälle auch noch da. Auch wenn ich nicht glaube daß mein Eingreifen nötig ist.“, antwortete Ruby. Wenig später betrat Kapitän Tönnigs den Teleporterraum und sagte: „Ah, ich sehe sie sind bereits anwesend. Na dann wollen wir unseren Gast mal an Bord holen. Leutnant Ivanes, rufen Sie ihre Schwester und sagen Sie ihr daß sie sich bereithalten soll!“ – „Verstanden!“, antwortete Ruby und stellte eine Sprechverbindung zu Stefanie her. Als Stefanie sich meldete sagte Ruby: „Stefanie wir müssen ein Wenig umdisponieren. Bist Du bereits auf der oberen Aussichtsplattform?“ – „Ja, ich bin gerade angekommen.“, antwortete Stefanie. Ruby sagte: „Halte Dich bereit für den Teleportationsvorgang!“ – „Für den Teleportationsvorgang? Okay ich bin bereit.“, erwiderte Stefanie. Sebastian erfaßte das Signal von Stefanies Kommunikationsarmband und sagte Kapitän Tönnigs bescheid daß er bereit war den Teleportationsvorgang zu starten. Kapitän Tönnigs sagte Sebastian daß er den Vorgang starten sollte. Sebastian berührte daraufhin das rot pulsierende Symbol auf der Teleporterkonsole.

Wenig später stand Stefanie auf der Teleporterplattform. Kapitän Tönnigs begrüßte sie und stellte sich und die anwesenden Offiziere vor. Dann erklärte Kapitän Tönnigs Stefanie daß er mit ihrem Flugausbilder gesprochen hatte und dieser ihre fliegerischen Leistungen lobend erwähnt hatte. Stefanie brauchte erst einmal ein paar Augenblicke um sich zu orientieren. Dann sagte sie: „Danke Kapitän Tönnigs, ich fühle mich geehrt.“ – „Akklimatisieren Sie sich erst einmal, wir haben ein Quartier für Sie zur Verfügung gestellt. Wenn Sie Interesse haben könnte zu einem späteren Zeitpunkt einer meiner Offiziere sie mit der Steuerung eines unserer Schiffe vertraut machen. Im Anschluß können Sie dann mit einem unserer Piloten einen kurzen Flug machen damit ich mir selbst ein Bild von Ihren fliegerischen Fähigkeiten machen kann.“, antwortete Kapitän Tönnigs. Stefanie erwiderte: „Nochmals danke Kapitän Tönnigs! Ich bin in der Tat etwas erschöpft. Der Umzug von der Marskolonie zur Neptun- Hoststation hat mich doch etwas mitgenommen.“ – „Nehmen Sie sich Zeit! Die Dauer Ihres Aufenthalts auf dem Schiff wurde für die nächsten 7 Tage angesetzt. Während dieser Zeit können Sie sich mit den Kampffliegern unseres Schiffes vertraut machen. Ich hoffe Sie verbringen eine angenehme Zeit an Bord. Ihr Quartier liegt im Bereich der Gästequartiere und hat die Quartiernummer C5 – 017. Ihre Schwester wird Ihnen auf eigenen Wunsch zeigen, wie sie dort hin gelangen.“, antwortete Kapitän Tönnigs, dann verabschiedete er sich und verließ den Teleporterraum.

Als Kapitän Tönnigs den Teleporterraum verlassen hatte und die Türen sich hinter ihm geschlossen hatten fiel Stefanie ihrer großen Schwester um den Hals und bedankte sich stürmisch. Ruby sagte daraufhin: „Ich wußte doch daß Dir diese Idee gefällt, daß Kapitän Tönnigs mit Deinem Ausbilder spricht war jedoch nicht von mir geplant.“ – „Ich kann es noch gar nicht glauben, ich bin auf der Far Horizon!“, erwiderte Stefanie, dann stellte Ruby ihr Yvette vor. Stefanie hatte schon viel von Yvette gehört und beim Testflug der GHOSTBIRD- Klasse in der Marsatmosphäre hatte sie den Flugstil von Yvette schon einmal bewundert. Yvette sagte: „Wenn Sie bereit für einen kleinen Ausflug sind lassen Sie es mich wissen!“ – „Danke, das werde ich Leutnant Mangold.“, antwortete Stefanie. Daraufhin verließ Yvette den Teleporterraum und Sebastian versetzte den Teleporter wieder in Bereitschaft. Ruby legte Stefanie den Arm über die Schultern und sagte: „Dann wollen wir Dir mal Dein Quartier zeigen. Willst Du den Lift nehmen oder den Teleporter benutzen um dort hin zu gelangen?“ – „Den Teleporter.“, antwortete Stefanie. Ruby sagte: „Dann sage Alice daß sie Dich oder eine Anzahl von Personen in Dein Quartier teleportieren soll.“ – „Alice, ist das die künstliche Intelligenz auf Eurem Schiff?“, fragte Stefanie. Ruby antwortete: „Ja, Du kannst mit ihr sprechen wie mit jedem anderen Menschen.“ – „Na dann wollen wir mal.“, sagte Stefanie. Dann gab sie Alice den Befehl Ruby, Sebastian und sie in ihr Quartier zu teleportieren.

Als sie in Stefanies Quartier ankamen sagte Stefanie: „Hier sieht’s ja aus wie in meinem Quartier auf der Neptun- Hoststation.“ – „Die Quartiere der Erdraumflotte sind genormt, alle Einzelquartiere sehen so aus.“, erwiderte Ruby. Sebastian fragte Stefanie: „Warum bist Du aus der Marskolonie weggezogen, etwa wegen der Besiedelung der Marsoberfläche durch das Volk der Pflanzenwesen?“ – „Nein, den Umzug habe ich schon sehr lange geplant. Du glaubst ja nicht wie schwer es ist, ein Quartier auf der Hoststation zu bekommen.“, antwortete Stefanie. Nachdem Stefanie ihr Quartier in Augenschein genommen hatte sagte sie: „Das ist ja abgefahren, im Kleiderschrank liegt bereits Kleidung die so aussieht als ob sie mir passen könnte.“ – „Erinnerst Du Dich an eine Vermessung Deines Körpers kurz nach Deiner Ankunft auf der Hoststation?“, erwiderte Sebastian. Stefanie antwortete: „Ja aber ich dachte damit wird nur ermittelt welche Größe die Kleidung hat, die mir auf der Hoststation zur Verfügung gestellt wird.“ – „Deine Vermessungsdaten wurden auch an die Versorgungsabteilung des Schiffes übermittelt.“, erklärte Ruby.

Als sie später das Quartier von Stefanie verließen sagte Ruby zu Stefanie: „Willst Du erst einmal etwas essen?“ – „Ja, ich komme um vor Hunger.“, antwortete Stefanie. Ruby schlug vor in die Mannschaftsmesse zu gehen. Stefanie stimmte zu und gab daraufhin den Befehl Sebastian, Ruby und sie in die Mannschaftsmesse zu teleportieren. Stefanie bestellte sich eine Portion Wurstgulasch mit Nudeln und ließ sich diese schmecken. Als Stefanie sich gestärkt hatte fragte Sebastian: „Stefanie, was hast Du während Deiner bisherigen Pilotenlaufbahn für technische Hilfsmittel kennengelernt?“ – „Was meinst Du genau?“, erwiderte Stefanie. Sebastian fragte: „Hast Du jemals ein Augenliederprojektionssystem benutzt?“ – „Ich habe davon gehört, es soll die Fläche der geschlossenen Augenlieder als Projektionsfläche benutzen. Angeblich ermöglicht es das Sehen mit geschlossenen Augen.“, antwortete Stefanie. Ruby strich Stefanie über den Rücken und sagte: „Wir haben seit kurzer Zeit ein weiteres unglaubliches Hilfsmittel für Piloten an Bord, die Idee dazu kam von Sebastian.“ – „Was ist es?“, fragte Stefanie neugierig. Ruby antwortete: „Eine Erklärung wäre wohl zu zeitaufwendig, aber Du kannst Dich ruhig auf etwas unglaubliches vorbereiten.“ – „Riesig, ich bin schon gespannt.“, antwortete Stefanie. Ruby fragte: „Wollen wir uns mal in die Kampffliegerrampe begeben?“ – „Ich dachte schon Du fragst nie.“, antwortete Stefanie. Ruby fragte: „Kommst Du mit Basti?“ – „Natürlich, so ein kleiner Rundflug würde mir gefallen.“, antwortete Sebastian.

Stefanie, Ruby und Sebastian standen auf und Ruby ließ sie in die Kampffliegerrampe teleportieren. Kurz nach ihrer Ankunft öffnete Ruby einen Kanal zu Yvette und fragte: „Hast Du Zeit für eine kleine Leistungsbewertung einer Pilotenanwärterin?“ – „Ich bin gerade bei Fähnrich Sommer, wir kommen gleich in die Kampffliegerrampe.“, antwortete Yvette. Ruby erwiderte: „Verstanden, wir warten hier. Ivanes Ende!“, damit schloß sie den Kanal. Während sie auf Yvette warteten erklärte Ruby ihrer kleinen Schwester was sie erwartete. Schließlich wurden Yvette und Fähnrich Sommer in die Kampffliegerrampe teleportiert. Yvette sagte zu Stefanie: „Sind sie bereit zu zeigen daß Sie fliegen können?“ – „Ich werde es zumindest versuchen.“, antwortete Stefanie. Daraufhin gingen sie zum Tresen der Hangarverwaltung. Yvette fragte Ruby: „Wollen Du und Sebastian mitkommen?“ – „Ja wir begleiten Euch.“, antwortete Ruby. Yvette erwiderte: „Könnte einer von Euch mit Christina fliegen?“ – „Wir könnten auch beide zusammen mit Fähnrich Sommer fliegen, die BIRD OF DEATH hat drei Sitze.“, antwortete Ruby. Yvette erwiderte: „Gut, dann muß Christina nicht hier alleine auf unsere Rückkehr warten.“ – „Die BIRD OF DEATH?“, fragte Fähnrich Sommer. Ruby erklärte: „Ein auffällig designtes dreisitziges Kampfschiff. Es sieht aus wie das Skelett eines Vogels.“ – „Ich habe von diesem Schiff gehört aber ich hätte nie gedacht daß es wirklich existiert.“, antwortete Fähnrich Sommer. Yvette hatte inzwischen die Bereitstellung eines kleinen zweisitzigen Spähschiffes und der BIRD OF DEATH angefordert. Während sie auf die Bereitstellung ihrer Schiffe warteten, erzählte Ruby ihrer Schwester von Sebastians Idee der Steuerung eines Schiffes mit Hilfe eines Hirnstromscanners. Stefanie staunte fassungslos über Rubys Bericht.

Dann wurden die BIRD OF DEATH und das zweisitzige Spähschiff bereitgestellt. Yvette fragte: „Hey Ruby, willst Du Deiner Schwester die Systeme des Spähschiffes erklären oder soll ich das machen?“ – „Das übernehme ich selbst.“, antwortete Ruby. Dann zeigte sie Stefanie, wie das Spähschiff zu steuern war. Nach Rubys Erklärung stieg Yvette in das Spähschiff und setzte sich hinter Stefanie auf den Sitz des Waffensystemoffiziers. Ruby fragte Sebastian und Fähnrich Sommer: „Und wer von uns sitzt nun auf welchem Platz?“ – „Außer dem Pilotensitz ist mir jeder Platz in der BIRD OF DEATH recht.“, antwortete Fähnrich Sommer und Sebastian fügte hinzu: „Ich schlage vor daß Du die BIRD OF DEATH fliegst Ruby und Fähnrich Sommer den Platz des Waffensystemoffiziers einnimmt. Ich werde auf dem Platz des Heckschützen sitzen.“ – „Na gut, dann wollen wir mal.“, antwortete Ruby. Daraufhin kletterten sie in das Cockpit der BIRD OF DEATH. Ruby schloß die Kanzel, stellte eine Kommunikationsverbindung zu Yvette her und sagte ihr daß sie bereit waren für den Start. Yvette meldete daß sie bereits die Starterlaubnis angefordert hatte und daß diese bereits erteilt worden war. Ruby bestätigte das Vorliegen der Starterlaubnis und das Schiff mit Yvette startete als erstes. Als das kleine Spähschiff mit Yvette und Stefanie die Kampffliegerrampe verlassen hatte startete auch Ruby mit der BIRD OF DEATH.

Nachdem beide Schiffe die Far Horizon verlassen hatten meldete sich Kapitän Tönnigs über die Sprechverbindung und sagte: „Also gut Frau Stefanie Ivanes, zur Vereinfachung der Kommunikation tragen Sie für die Dauer der Flugübung das Rufzeichen Junior. Das bedeutet daß Sie ein Neuling unter den Kampffliegerpiloten sind und soll keine Diskriminierung sein.“ – „Verstanden Kapitän Tönnigs!“, hörte man Stefanie sagen. Kapitän Tönnigs erwiderte: „Ich nehme an Sie haben das Augenliederprojektionssystem schon angelegt Junior.“ – „Ja das habe ich und es ist absolut unglaublich. Ich kann mit geschlossenen Augen Sehen.“, antwortete Stefanie. Kapitän Tönnigs sagte: „Also gut Junior, fangen wir an! Sie müßten jetzt auf dem Augenliederprojektionssystem den Flugpfad sehen, der wie ein durchsichtiger Schlauch oder Tunnel dargestellt wird. Fliegen sie zum Anfang des Flugpfades und halten Sie die Position davor.“ – „Verstanden, ich nehme Kurs auf den Anfang des Flugpfades um davor Position zu beziehen.“, antwortete Stefanie, dann manövrierte sie das kleine Spähschiff zur beschriebenen Position. Ruby verfolgte den Flug ihrer kleinen Schwester auf ihrem Augenliederprojektionssystem, wo ebenfalls der Flugpfad eingeblendet war. Als Stefanie die vorgegebene Position erreicht hatte brachte sie ihr Schiff zum Stillstand.

Kapitän Tönnigs sagte: „So Junior, jetzt wird es ernst. Wenn Sie bereit sind, beschleunigen Sie und fliegen den Flugpfad entlang. Dabei sollten Sie den dargestellten Korridor möglichst nicht verlassen. Sobald Sie beschleunigen beginnt die Zeitmessung.“ – „Verstanden und Bestätigt Kapitän Tönnigs“, antwortete Stefanie und beschleunigte ihr Schiff. Ruby beobachtete den Übungsflug ihrer Schwester akribisch. Dabei sagte sie: „Ja, das ist eindeutig der Flugstil meiner kleinen Schwester.“ – „Wie stellt sie sich an?“, fragte Sebastian. Ruby antwortete: „Ich will es mal so ausdrücken. Diesen Flugstil wird Yvette bestimmt nicht vergessen. Er ist meinem Flugstil erstaunlich ähnlich.“ – „Meinst Du daß Yvette das ohne Blackout übersteht?“, fragte Sebastian. Ruby lachte und sagte: „Ohne Blackout vielleicht, ohne bleibende Erinnerungen sicher nicht.“ – „Das ist also der gefürchtete Flugstil von Ihrem zweiten Ich?“, fragte Fähnrich Sommer. Ruby antwortete: „Der Flugstil meiner Schwester kommt dem von Lady G-Force ziemlich nahe.“ – „Ich möchte jetzt nicht in Yvettes haut stecken.“, sagte Sebastian lachend.

Als Stefanie den Parkur absolviert hatte stoppte sie ihr Schiff und sagte: „Ich habe das Ende des Flugpfades erreicht.“ – „Ich bin beeindruckt Junior, in einer so kurzen Zeit schaffen es sonst nur routinierte Kampffliegerpiloten. Ihr Ausbilder hat bei der Bewertung Ihres fliegerischen Talents nicht übertrieben. Für den Fall daß Sie sich für eine Pilotenkarriere bei der Erdraumflotte entscheiden sehe ich gute Chancen für Sie.“ – „Danke Kapitän Tönnigs. Könnte ich jetzt zur Far Horizon zurückkehren? Ich glaube mein Waffensystemoffizier hat während des Fluges das Bewußtsein verloren.“, erwiderte Stefanie. Kapitän Tönnigs fragte: „Fühlen Sie sich in der Lage das Schiff zu landen?“ – „Elegant wird es nicht aussehen aber ich denke ich schaffe die Landung.“, antwortete Stefanie. Kapitän Tönnigs erteilte Stefanie Landeerlaubnis und erklärte ihr zur Sicherheit genau die Landeprozedur. Nachdem Stefanie bestätigt hatte daß sie alles verstanden hatte sagte Kapitän Tönnigs zu Ruby: „Eagle, sobald ich die Information habe daß in der Kampffliegerrampe alles in Ordnung ist erhalten Sie die Landeerlaubnis.“ – „Verstanden und Bestätigt.“, antwortete Ruby.

Während Stefanie vorsichtig den Landeanflug einleitete sagte Fähnrich Sommer: „Hoffentlich schafft die kleine das ohne Waffensystemoffizier. Ich mache mir Sorgen um Yvette.“ – „Sie schafft es mit Sicherheit! Sie ist es gewohnt durch enge Passagen und Kurven eines Rennkurses zu manövrieren und zwar mit unglaublicher Geschwindigkeit, da wird sie eine Landung auf der Far Horizon nicht aus der Ruhe bringen. Sie brauchen sich keine Sorgen um Yvette zu machen Fähnrich Sommer. Das einzige was von diesem Flug zurückbleiben wird, ist ein angekratzter Stolz. Normalerweise ist es Yvette, die ihren Waffensystemoffizieren einen Blackout verschafft.“ – „Ich hoffe Sie haben Recht.“, antwortete Fähnrich Sommer. Einige Zeit nachdem das kleine Spähschiff mit Stefanie und Yvette an Bord im Start- und Landekanal der Far Horizon verschwunden war erteilte Kapitän Tönnigs Ruby die Landeerlaubnis. Ruby beeilte sich bei der Landung und legte eine atemberaubend zügige aber sichere Landung hin.

Als die Wartungsmannschaft die Gangway an die BIRD OF DEATH herangeschoben hatten kletterte Ruby zügig aus dem Cockpit. Fähnrich Sommer und Sebastian folgten ihr. Doktor Ngujen stand neben dem Spähschiff und hatte Yvette bereits gescannt. Als Fähnrich Sommer, Ruby und Sebastian neben dem Spähschiff standen sagte sie: „Leutnant Mangold geht es gut, sie hat nur einen Blackout und wird in wenigen Minuten wieder voll da sein.“, dann entfernte sie sich und verließ die Kampffliegerrampe. Stefanie stand neben dem Spähschiff und schaute fragend Yvette an. Ruby strich ihr über den Kopf und sagte: „Gut geflogen Stefanie! Für den Blackout von Yvette kannst Du nichts!“ – „Das war auch nicht meine Absicht, ich wollte nur den Parkur in möglichst kurzer Zeit absolvieren.“, antwortete Stefanie.

Kapitän Tönnigs erreichte die Kampffliegerrampe und kam auf sie zu. Dann reichte er Stefanie die Hand und sagte: „Meinen Glückwunsch, sie haben unglaubliches fliegerisches Talent. Sie werden einmal eine erstklassige Kampffliegerpilotin, vielleicht sogar eine Geschwaderführerin.“ – „Danke Kapitän Tönnigs!“, antwortete Stefanie. Kapitän Tönnigs erwiderte lächelnd: „Jetzt erholen Sie sich erst einmal von dem Schreck, in Zukunft werden Sie mit Ihrer Schwester oder Leutnant Neuhof fliegen damit Leutnant Mangold von weiteren Blackouts verschont bleibt.“ – „Ja das werde ich.“, antwortete Stefanie. Daraufhin drehte sich Kapitän Tönnigs um und ging zum Lift. Langsam kam Yvette wieder zu sich. Als sie die Augen öffnete und sah wie alle um sie herum standen sagte sie: „Oh man was für ein Flug! Das war echt unheimlich, Deine Schwester hat genau so einen Flugstil wie Lady G-Force.“ – „Was denn, mein Flugstil ähnelt dem von Lady G-Force?“, fragte Stefanie erstaunt. Yvette stöhnte: „Ja, genau so heftig.“, dann erhob sie sich von ihrem Sitzplatz und kletterte aus dem Schiff. Anschließend torkelte sie noch immer leicht benommen zum Lift. Fähnrich Sommer folgte ihr und stützte sie. Während die Wartungsmannschaft die beiden Schiffe verstaute sagte Ruby zu Stefanie: „Das war wirklich erstklassig. Du hast den Trainingsparkur in einer sehr guten Zeit absolviert und nebenbei der Geschwaderführerin der Far Horizon einen Blackout verschafft. Nicht schlecht für den Ersten Tag an Bord!“ – „Danke Ruby! Leutnant Mangold wird doch wieder oder?“, erwiderte Stefanie. Sebastian antwortete: „Ja, Yvette ist bald wieder ganz die alte.“, dann ließ Stefanie sich, Ruby und Sebastian in die Mannschaftsmesse teleportieren.

Sie erreichten gegen 17:50 die Mannschaftsmesse und setzten sich an einen Tisch. Ruby sagte: „Das müssen wir feiern daß Stefanie den Flug so erfolgreich absolviert hat. Daraufhin bestellte sie drei große Trinkbecher mit blauem Honigwein. Dann stießen sie an und tranken einen Schluck. Etwas später betrat Miriam die Mannschaftsmesse und setzte sich zu ihnen. Ruby stellte Miriam ihre kleine Schwester vor und Stefanie erzählte von ihrem Flug. Miriam bestellte sich einen Neurobooster und sagte: „Dann sind die Gerüchte also wahr daß Yvette bewußtlos von einem Flug zurückgekehrt ist?“ – „Ja diese Gerüchte sind wahr.“, antwortete Ruby. Etwas später wurde Fähnrich Sommer in die Mannschaftsmesse teleportiert, Miriam ließ vor Schreck fast ihre Tasse fallen als sie Fähnrich Sommer in der Nische für ankommende Teleportationen erscheinen sah. Ungläubig fragte sie: „Habe ich gerade Fähnrich Sommer gesehen wie sie hierher teleportiert wurde?“ – „Ja das hast Du.“, antwortete Sebastian. Fähnrich Sommer kam zu ihnen an den Tisch und sagte: „Yvette hat sich ein Wenig hingelegt, diesen Flug muß sie erst einmal verdauen.“ – „Ich muß auch erst einmal verdauen was ich gerade gesehen habe. Sie haben sich tatsächlich gerade hierher teleportieren lassen Fähnrich Sommer?“, erwiderte Miriam. Fähnrich Sommer antwortete: „Ja das ist richtig.“ – „Und was ist mit Ihrer Teleporterphobie?“, fragte Miriam. Fähnrich Sommer antwortete: „Meine Teleporterphobie gehört der Vergangenheit an, dank der Inspiration von Leutnant Neuhof.“ – „Was hast Du mit Fähnrich Sommer gemacht?“, fragte Miriam. Sebastian antwortete: „Ich habe sie anscheinend auf die Idee gebracht, ihre Teleporterphobie mit Hilfe eines induktiven Eingriffs abzubauen beziehungsweise zu bewältigen.“ – „Das ist einfach unglaublich!“, sagte Miriam.

Als sie ihre Getränke ausgetrunken hatten sagte Stefanie: „Können wir heute noch was unternehmen?“ – „Natürlich können wir das. Hast Du was bestimmtes im Sinn“, erwiderte Ruby. Stefanie antwortete: „Ich würde gerne mehr von diesem Schiff sehen.“ – „Wenn Sie Interesse haben den Maschinenraum zu sehen, lassen Sie es mich wissen!“, sagte Miriam. Stefanie sagte: „Danke für das Angebot, ich komme gerne darauf zurück aber zuerst wollte ich mal die Krankenstation sehen, die soll ja eine der modernsten in der gesamten Flotte sein.“ – „Die Krankenstation, warum eigentlich nicht?“, erwiderte Ruby. Stefanie stand auf und fragte: „Worauf warten wir dann noch?“ – „Ruby und Sebastian standen ebenfalls auf und verabschiedeten sich von Miriam und Fähnrich Sommer. Anschließend ließ Ruby sich mit Sebastian und Stefanie in die Krankenstation teleportieren. Doktor Ngujen saß gerade an ihrem Schreibtisch und schaute sie überrascht an. Sebastian sagte: „Keine Sorge Doktor, es gibt kein medizinisches Problem. Rubys Schwester wollte nur einmal die Krankenstation sehen.“ – „Ah ja! Dann können wir vielleicht das Interessante mit dem Notwendigen verbinden.“, antwortete Doktor Ngujen. Stefanie fragte: „Das Notwendige?“ – „Eine medizinische Routineuntersuchung, die im Rahmen jeder Bewerbung für den Dienst bei der Erdraumflotte erfolgt. Man könnte diese auch ganz altmodisch als Musterung bezeichnen.“, antwortete Doktor Ngujen und bat Stefanie, sich auf den Behandlungsstuhl im Zentrum der Krankenstation zu setzen.

Mit einer Mischung aus Neugier und Nervosität setzte sich Stefanie auf den Behandlungsstuhl. Doktor Ngujen holte ihr Diagnoseokular und einen Medizinkoffer. Sie legte den Medizinkoffer auf einen kleinen Beistelltisch neben dem Behandlungsstuhl und öffnete ihn. Dann scannte sie Stefanie gründlich und sagte: „Kein Anzeichen einer Infektion oder Verletzung.“ – „Das sehen Sie ohne eine Blutentnahme oder ähnlicher Tests?“, fragte Stefanie. Doktor Ngujen antwortete: „Solche Untersuchungsmethoden sind doch längst überholt.“ – „Eine Blutentnahme, das ist ja die reinste Mittelaltermedizin!“, ergänzte Ruby. Doktor Ngujen deutete mit dem Zeigefinger auf ihr Diagnoseokular und sagte: „Hiermit kann ich alle notwendigen medizinischen Untersuchungen durchführen, sogar auf eine Distanz von bis zu 20 Metern.“ – „Sagen sie jetzt nicht daß dies ein medizinischer Tricorder ist!“, erwiderte Stefanie. Doktor Ngujen lächelte und sagte: „Nein, es ist kein medizinischer Tricorder aber die Funktion ist die gleiche. Bei uns wird das Gerät ein Diagnoseokular genannt. Stefanie antwortete: „Das ist ja unglaublich!“ – „Unglaublich? Du hast doch noch gar nichts gesehen.“, erwiderte Ruby.

Doktor Ngujen sagte zu Stefanie: „Sie haben Ihre Bewerbung für den Dienst bei der Erdraumflotte am 17.07.2013 eingereicht. Haben Sie bereits eine Antwort bekommen?“ – „Ja in der Antwort war die Rede von einer Orientierungswoche in der ich mir einen Eindruck über den Alltag bei der Erdraumflotte machen sollte. Ich dachte jedoch diese Woche würde ich auf der Neptun- Hoststation verleben.“, antwortete Stefanie. Ruby grinste und sagte: „Das ist bei den Orientierungswochen normalerweise auch so, aber Kapitän Tönnigs hatte sich im Vorfeld mit Deinem Flugausbilder in Verbindung gesetzt. Nachdem er von Deinen fliegerischen Leistungen gehört hatte, beschloß er Dir für die Orientierungswoche den Aufenthalt auf der Far Horizon anzubieten.“ – „Das ist wirklich unglaublich. Ich könnte schwören daß Du an dieser Entscheidung nicht ganz unschuldig bist.“, antwortete Stefanie. Ruby nickte und sagte: „Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage! Als ich Kapitän Tönnigs von Deinem Wunsch unser Schiff zu besuchen erzählte, habe ich wohl nebenbei erwähnt daß Du in Deiner Freizeit rennen fliegst.“ – „Du bist die Beste!“, antwortete Stefanie.

Doktor Ngujen hatte inzwischen eine Druckimpulsspritze geladen und sagte: „Das hier ist die Basis Ihrer auf Nanotechnologie basierenden Immun- und Heilungsunterstützung, die Sie vor Infektionen und anderen Krankheiten schützt und die Heilung bei Verletzungen beschleunigt. Haben Sie dazu irgendwelche Fragen?“ – „Immun- und Heilungsunterstützung, Nanotechnologie, aber kybernetische Implantate bekomme ich nicht eingesetzt oder?“, erwiderte Stefanie lachend. Sebastian antwortete darauf: „Hey Stefanie, das hier ist kein Borgschiff!“, dann erklärte Doktor Ngujen Stefanie genau die Funktion und den Aufbau der Immun- und Heilungsunterstützung. Als Stefanie alles verstanden hatte fragte Doktor Ngujen: „Sind Sie bereit?“ – „Ich bin bereit Doktor.“, antwortete Stefanie. Darauf hielt Doktor Ngujen ihr die Druckimpulsspritze an den Hals und verabreichte ihr die Nanobots. Als dies geschehen war sagte Doktor Ngujen: „Bleiben Sie noch einen Moment ruhig sitzen, ich werde Sie nochmal untersuchen und dann können Sie aufstehen wenn sie sich dazu in der Lage fühlen!“, dann scannte sie Stefanie gründlich und sagte: „Alles in Ordnung.“ – „Danke Doktor, irgendwie erinnern Sie mich an die Schiffsärztin der Enterprise.“, antwortete Stefanie. Sebastian sagte: „Oh wow, was für ein Kompliment! Doktor Crusher war auch immer einer meiner Lieblingscharaktere bei Startrek – das nächste Jahrhundert.“ – „Na wenn das so ist, dann sage ich doch gleich mal danke.“, antwortete Doktor Ngujen, dann erklärte sie Stefanie noch daß sie in den nächsten 7 Tagen täglich einen Liter Milch trinken sollte um den Aufbau der Immun- und Heilungsunterstützung ohne Mangelerscheinungen zu überstehen. Stefanie bestätigte daß sie verstanden hatte und stand langsam auf. Dann bedankte sie sich nochmals bei Doktor Ngujen und ließ sich zusammen mit Sebastian und Ruby in die Mannschaftsmesse teleportieren.

Gegen 18:40 erreichten sie wieder die Mannschaftsmesse und setzten sich an einen Tisch. Sie bestellten sich drei große Trinkkrüge mit blauem Honigwein und als die Krüge vor ihnen standen sagte Sebastian: „Auf die neueste Angehörige der Erdraumflotte, möge sie das Leben hier genauso zum Staunen bringen wie mich!“ – „Möge sie uns alle genauso zum Staunen bringen wie Du!“, fügte Ruby hinzu und sie stießen mit ihren Trinkkrügen an. Nachdem jeder einen Schluck genommen hatte sagte Sebastian: „Soso, Du hast Dich also einen Tag nach Deinem Ausflug mit Lady G-Force nach Proxima Centauri bei der Erdraumflotte beworben.“ – „Ja, dieser Flug hat in mir irgendwie das Fernweh geweckt. Ich kannte ja zuvor nur einen Stern, unsere Sonne. Als ich dann den roten Zwergstern gesehen habe wußte ich daß ich zur Erdraumflotte will. Ich will einfach mehr sehen als es mit Teleskopen von unserem Sonnensystem aus zu entdecken gibt.“, antwortete Stefanie. Sebastian sagte: „Ja Stefanie, ich verstehe Dich. Ich kannte den Weltraum nur aus dem Fernsehen oder dem Kino. Als Ruby mich damals von der Erde abholte war es, als hätte ich eine Tür von einem Haus aufgestoßen in dem ich mein bisheriges Leben verbracht habe. Du bist ja wenigstens ab und zu im Sonnensystem herumgereist zwischen Mars, der Neptun- Hoststation und vielleicht der Erde aber ich kannte nur die Erde.“ – „Das muß für Dich eine unglaubliche Erfahrung gewesen sein.“, erwiderte Stefanie. Sebastian antwortete: „Ja, ich habe immer wieder befürchtet zu träumen und daß ich im nächsten Moment aufwachen werde.“ – „Du bist aber auch gleich voll in das Leben bei der Erdraumflotte eingestiegen. Weist Du noch, das Duell zwischen Yvette und mir?“, erwiderte Ruby. Sebastian seufzte und sagte: „Ach ja das Duell, das war schon ein Schock für Yvette als Miriam und Du ihr im Simulator das Fell über die Ohren gezogen habt.“ – „Und sie war sich so sicher daß sie gewinnt.“, antwortete Ruby. Dann erzählte sie was sie und Sebastian bereits alles erlebt hatten.

Die Türen des Lifts öffneten sich und Miriam kam in die Mannschaftsmesse. Sie setzte sich zu Stefanie, Ruby und Sebastian an den Tisch und sagte: „Na wie war es auf der Krankenstation?“ – „Die Ärztin hier auf dem Schiff ist klasse, fast so vertrauenerweckend wie Doktor Crusher von der Enterprise. Sie hat mir die Basis für die nanotechnologische Immun- und Heilungsunterstützung verabreicht.“, antwortete Stefanie. Miriam sagte: „Doktor Ngujen hat eine derart einfühlsame Art mit Patienten umzugehen daß sie auch problemlos Kinderärztin hätte werden können.“ – „Ja, sie erklärt einem alles bis ins kleinste Detail und wirft dabei nicht mit medizinischen Fachbegriffen um sich, so daß man auch versteht was sie einem erklärt.“, erwiderte Stefanie. Miriam sagte zu Stefanie: „Im Moment ist nicht besonders viel los im Maschinenraum, ich könnte Ihnen dort einiges zeigen und erklären.“ – „Wirklich? Das ist ja phantastisch!“, erwiderte Stefanie und trank eilig ihren Trinkkrug leer.

Als sie den letzten Schluck hinuntergestürzt hatte sprang sie auf und sagte: „Laß uns in den Maschinenraum gehen Ruby! Ich will den Warpkern sehen.“ – „Bitte, was wollen Sie sehen?“, fragte Miriam irritiert. Sebastian erklärte: „Tut mir leid Stefanie, Die Far Horizon hat keinen Warpkern. Energieerzeugung aus der Reaktion von Materie und Antimaterie ist selbst für die Erdraumflotte etwas utopisch. Miriam, bitte sage jetzt nicht daß ich mich irre!“ – „Nein Du irrst Dich nicht. Ein Reaktor der mit Antimaterie betrieben wird ist selbst für uns hier noch in weiter Ferne.“, antwortete Miriam. Stefanie fragte: „Wie erzeugt Ihr dann die Energiemengen die für den Sprungantrieb und alles Andere nötig sind?“ – „Willst Du es erklären Miriam?“, fragte Sebastian doch Miriam sagte: „Ich denke Du kannst das viel besser, Ihr Zwei scheint Euch auf dem Gebiet der Science-Fiction etwa gleich gut auszukennen.“ – „Also Stefanie, Du mußt nicht bei jeder Technologie hier an Bord an Startrek denken. Es gibt auch noch andere Science-fiction-Serien in denen ein Raumschiff die Hauptrolle spielt. Kennst Du ein Raumschiff das den Namen Destiny trägt?“, sagte Sebastian. Stefanie überlegte und antwortete: „Destiny, da war doch mal was. Meinst Du etwa Stargate Universe?“ – „Volltreffer! Die Energieversorgung der Far Horizon ähnelt der von der Destiny.“, antwortete Sebastian. Stefanie fragte: „Willst Du damit sagen daß die Far Horizon in einen Stern hinein fliegt um mit dessen Energie ihre Reserven wieder aufzustocken?“ – „Ja das will ich damit sagen.“, antwortete Sebastian. Miriam ergänzte: „Ich schlage vor daß wir alles weitere im Maschinenraum erklären.“ – „Ja komm, laß uns gehen Ruby!“, erwiderte Stefanie. Dann standen sie, Miriam, Ruby und Sebastian auf und Miriam ließ sie in den Maschinenraum teleportieren.

Gegen 19:10 erreichten sie den Maschinenraum. Miriam zeigte Stefanie die verschiedenen Konsolen und erklärte die Bedienung und Funktionsweise der verschiedenen Systeme der Far Horizon. Dann holte sie ein Diagnoseokular aus einem Ausrüstungsschrank, reichte es Stefanie und erklärte ihr den Umgang damit. Stefanie war begeistert von dem was sie im Maschinenraum sah, sie schien sich zu fühlen wie Alice im Wunderland. Sebastian konnte dies nur all zu gut nachvollziehen, war er doch erst vor etwas mehr als 2 Wochen als Neuling in diese phantastische Welt gekommen. Gegen 20:00 verließen Miriam, Sebastian, Ruby und Stefanie den Maschinenraum. Als der Lift in der Nähe der Mannschaftsmesse hielt stiegen Stefanie, Ruby und Sebastian aus. Miriam fuhr weiter zu ihrem Quartier, sie war müde und brauchte dringend etwas Schlaf. In der Mannschaftsmesse saßen Yvette und Kapitän Tönnigs an einem Tisch. Sebastian, Ruby und Stefanie setzten sich zu ihnen und bestellten sich noch drei große Trinkkrüge blauen Honigwein.

Kapitän Tönnigs fragte: „Haben Sie sich schon etwas eingelebt Frau Ivanes?“ – „Ja Kapitän Tönnigs, ich war schon auf der Krankenstation um mir dort die Basis für meine Immun- und Heilungsunterstützung injizieren zu lassen. Und gerade eben waren wir im Maschinenraum wo Leutnant Sukow mir alles erklärt hat. Ich würde zu gerne irgendwann mal auf eine Mission mitkommen wo es zu anderen Sternen und Planeten geht.“, antwortete Stefanie. Kapitän Tönnigs erwiderte: „Das trifft sich gut, morgen fliegen wir ins System GJ 1214 um die Daten einer Forschungssonde herunter zu laden, die wir vor einigen Tagen zur Erforschung des Planeten GJ 1214b zurückgelassen haben.“ – „Riesig, eine Reise zu einem fernen Planeten!“, rief Stefanie. Yvette antwortete: „So weit weg ist GJ 1214b nun auch wieder nicht, es sind doch nur 42,2 Lichtjahre und wir sind in etwas mehr als 2,5 Stunden da.“ – „Was wäre denn ein weit entferntes Sternensystem?“, fragte Stefanie. Yvette antwortete: „Das Riegel-System ist etwa 770 Lichtjahre entfernt, wir würden für einen Sprung dorthin etwa 48 Stunden benötigen.“ – „Unglaublich wie klein der Weltraum durch den Sprungantrieb wird!“, erwiderte Stefanie staunend. Nach zwei weiteren Krügen blauen Honigweins und einigen spannenden Geschichten über die zurückliegenden Missionen der Far Horizon sagte Kapitän Tönnigs zu Stefanie: „Wenn Sie möchten dann können Sie uns morgen bei unserer Mission über die Schulter schauen.“ – „Das wäre phantastisch, bisher war ich erst einmal außerhalb unseres Sonnensystems. Das war während eines Ausfluges nach Proxima Centauri mit Lady G-Force. Ich hatte noch nie zuvor einen roten Zwergstern aus der Nähe gesehen. Das war wirklich unglaublich.“, antwortete Stefanie. Kapitän Tönnigs sagte: „Wir springen morgen um 10:00 nach GJ 1214. Wenn Sie interessiert sind, kommen Sie auf die Brücke und verfolgen Sie unseren Sprung von Dort aus!“ – „Danke für dieses Angebot Kapitän Tönnigs! Diese Gelegenheit werde ich mir nicht entgehen lassen.“, antwortete Stefanie. Kapitän Tönnigs trank seinen Krug leer und sagte: „Meine Damen und Leutnant Neuhof, ich verabschiede mich. Es ist spät und mein Dienst beginnt um 8:00.“, dann stand er auf und ging zum Lift.

Stefanie fragte Ruby: „Sag mal ist das hier ein Schiff der Amazonen oder warum gibt es hier anscheinend mehr Frauen als Männer?“ – „Oh es gibt auf der Far Horizon fast gleich viele männliche und weibliche Besatzungsmitglieder. Viele von den Männern gehen ihren Hobbys nach oder rotten sich im Mediencenter der Neptun- Hoststation zusammen um Sportübertragungen von der Erde und von anderen Kolonien und Stationen anzuschauen. Das ist immer ein großes Hallo wenn solche Gruppen sich zusammenfinden. Sebastian ist mehr an der Technik und praktischen Flugübungen interessiert, was vielleicht daran liegt daß er noch nicht sehr lange hier an Bord ist.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Einen weiterer wichtiger Grund warum ich mich nicht mit anderen männlichen Besatzungsmitgliedern zusammenrotte bist Du. Ich bin halt gerne mit Dir zusammen. Und ich habe auch mehr Hobbys als Du aufgezählt hast. Ich Duelliere mich mit Dir auch gerne mal in der Cyberblade-Arena im Mediencenter der Hoststation und auf die Nächste Nullschwerkraftsportsaison, wo ich das Maskottchen der Mannschaft von der Neptun- Hoststation spiele, freue ich mich auch schon wahnsinnig drauf.“ – „Ja Basti, ich wollte nicht all zu tief ins Detail gehen. Ich weis ja daß Du meine Gesellschaft als beruhigend und angenehm empfindest.“, antwortete Ruby.

Gegen 21:00 stand Yvette auf und sagte: „Ich werde jetzt auch die Fliege machen, vielleicht schaue ich noch bei Fähnrich Sommer vorbei und wir tauschen noch ein paar Erinnerungen und Erfahrungen aus.“ – „Ja, bis nächstes mal!“, antwortete Sebastian. Ruby und Stefanie verabschiedeten sich ebenfalls, dann ließ sich Yvette in ihr Quartier teleportieren. Stefanie trank ihren Krug leer und sagte: „Ich werde mich jetzt auch hinlegen, schließlich will ich nicht den Abflug ins System GJ 1214 verpassen.“ – „Schlaf gut Stefanie! Und wenn Du eine Frage hast frage einfach Alice oder melde Dich bei uns!“, antwortete Sebastian. Ruby umarmte ihre kleine Schwester noch und sagte ihr daß sie sich melden sollte wenn sie ausgeschlafen hätte, dann ließ sich Stefanie in ihr Quartier teleportieren. Sebastian schaute Ruby an und sagte: „Stefanie benutzt den Teleporter schon wie ein Profi.“ – „Ja sie lernt unglaublich schnell mit neuer Technologie umzugehen.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Wollen wir auch schlafen gehen?“ – „Ja, der Tag war lang genug.“, antwortete Ruby. Dann standen sie auf und Sebastian ließ sie beide in sein Quartier teleportieren.

Nachdem sie in Sebastians Quartier angekommen waren sagte Ruby: „Jetzt noch ein Bad mit 37 Grad Celsius und der Tag ist perfekt.“ – „Ja so ein Bad wäre jetzt nicht schlecht.“, antwortete Sebastian. Dann gab er Alice den Befehl das Badebecken im Waschraum zu füllen und die Temperatur des Wassers bei 37 Grad Celsius zu halten. Alice bestätigte den Befehl und ließ das Bad ein. Ruby und Sebastian gingen in den Schlafbereich und nahmen ihre Nachtkleidung mit in den Waschraum. Dann zogen sie sich aus und stiegen in das Badebecken. Nachdem sie beide langsam bis über die Schultern ins warme Wasser gerutscht waren sagte Ruby: „So läßt es sich leben.“ – „Ist das alles was Dir zum vollendeten Glück gefehlt hat?“, fragte Sebastian. Ruby zog Sebastian sanft an sich heran und küßte ihn sanft, dann sagte sie: „Jetzt habe ich alles was ich mir wünschen könnte.“ – „Ich auch, mein Leben könnte nicht perfekter sein“, erwiderte Sebastian und küßte Ruby ebenfalls sanft. Es wurde eine intime und sinnliche halbe Stunde im warmen Wasser, als sie danach das Badebecken verließen sagte Sebastian: „Ach Ruby es gibt so viele Menschen auf der Erde, die auf den Raumstationen und in den Kolonien nicht mitgerechnet, und ich treffe ausgerechnet auf Dich. Das ist einfach unglaublich.“ – „Unglaublich aber wahr. Ich bin auch froh daß wir uns getroffen haben.“, antwortete Ruby. Dann zogen sie sich ihre Nachtkleidung an, gingen in den Schlafbereich und legten sich ins Bett.

Als Sebastian neben Ruby lag fragte er plötzlich: „Jetzt wo ich die theoretische und Praktische Prüfung zur Schiffsführung bestanden habe und Deine Schwester sich bei der Erdraumflotte beworben hat, wirst Du jetzt ihre Ausbilderin?“ – „Da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, ich bin nicht nur Deine Ausbilderin und Freundin, wir sind auch ein Team. Außerdem ist Stefanie meine Schwester und nichts ist schlimmer als eine kleine Schwester als Auszubildende beziehungsweise eine große Schwester als Ausbilderin. Yvette wollte doch damals unbedingt jemanden ausbilden, vielleicht wird sie Stefanie als Ausbilderin zugeteilt.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Das wird bestimmt interessant wenn die Auszubildende höhere Beschleunigungskräfte verträgt als ihre Ausbilderin.“ – „Ja, Yvette sollte sich warm anziehen, da kommt ganz schön was auf sie zu.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Wirst Du Stefanie auch helfen die Ausbildungszeit zu verkürzen wie Du es bei mir gemacht hast?“ – „Ah, Du meinst mit dem induktiven Lernen! Da könnte man drüber nachdenken.“, antwortete Ruby. Sebastian sagte: „Aber Du wirst sie hoffentlich nicht im Brückensimulator mit einem praktischen Prüfungsszenario konfrontieren wie es Yvette mit mir gemacht hat.“ – „Nein, ganz bestimmt nicht. Aber wenn ihre Ergebnisse bei den Zwischenprüfungen gut genug sind dann kann der Zeitpunkt ihrer praktischen und theoretischen Abschlußprüfung auch vorverlegt werden.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Ja und wenn Du ihr eine induktive Lektion verpaßt wie Du es bei mir getan hast, dann hat sie ziemlich gute Chancen auf eine verkürzte Ausbildungszeit.“ – „Wir werden sehen wie sich die Dinge entwickeln. Jetzt versuche zu schlafen!“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Gute Nacht Ruby!“ – „Schlaf gut Basti!“, antwortete Ruby und kuschelte sich an Sebastian, dann schliefen sie ein.
 
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