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Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon (25)

Romane/Serien · Fantastisches · Experimentelles · Fan-Fiction/Rollenspiele
Die G-Force-Academy...
Zeitepoche 05.08.2013 Tag 12 im Dienst der Erdraumflotte

Ruby stieß Sebastian sanft an und sagte: „Hey Basti, wach auf!“ – „Was ist los?“, fragte Sebastian schläfrig. Ruby antwortete: „Commander Groop bricht in einer Stunde zur G-Force-Academy auf, da sie Dich eingeladen hat die G-Force-Academy zu besuchen sollten wir sie vielleicht begleiten.“ – „Ach ja richtig die G-Force-Academy!“, erwiderte Sebastian und war plötzlich hellwach. Ruby sagte: „Mach Dich mal startklar, es müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden!“ – „Okay ich springe nur schnell unter die Dusche. Was für Vorbereitungen meinst Du?“, erwiderte Sebastian. Ruby sagte: „Die obligatorische medizinische Untersuchung, um den Rest habe ich mich schon gekümmert.“ – „Danke, Du bist echt der Wahnsinn!“, antwortete Sebastian während er sich in den Waschraum begab.

Als Sebastian zehn Minuten später wieder aus der Duschkabine kam hatte Ruby ihm schon sein besonderes Outfit bereitgelegt welches sie mit Ihm auf der Hoststation gekauft hatte. Sebastian zog sich an und verließ den Waschraum, Ruby war im Schlafbereich bereits dabei Sebastians Fliegermontur und seinen Helm auf dem Bett zurechtzulegen. Sebastian sagte daraufhin: „Fliegen wir etwa mit der Excalibur?“ – „Hey das ist die G-Force-Academy, ich als Absolventin und ehemalige Ausbilderin an dieser Flugschule fliege doch nicht mit irgend einem altmodischen Eimer dorthin und Du als zukünftiger Pilotenanwärter auch nicht!“, antwortete Ruby. Nachdem sie ihre Fliegermontur und ihren Helm ebenfalls auf dem Bett bereitgelegt hatte sagte Ruby: „So, dann wollen wir uns mal in die Krankenstation begeben!“ – „Alles klar! Alice, teleportiere Ruby und mich in die Krankenstation!“, erwiderte Sebastian.

Wenige Augenblicke später standen sie in der Krankenstation, Doktor Ngujen saß an ihrem Schreibtisch und sagte: „Ah, da sind Sie ja Leutnant Neuhof! Setzen Sie sich einfach, wir beginnen gleich mit der Untersuchung!“, daraufhin setzte sich Sebastian auf den Behandlungsstuhl in der Mitte der Krankenstation und Doktor Ngujen kam mit einem Diagnoseokular vor dem linken Auge aus ihrem Arbeitsbereich. Sie scannte Sebastian auffällig lange und sagte schließlich: „Keine Infektionen, Verletzungen oder sonstige Beeinträchtigungen, Sie sind absolut gesund Leutnant Neuhof.“ – „Das hört man doch gerne.“, antwortete Sebastian. Doktor Ngujen machte einige Eingaben auf einem Pad welches ihr Ruby gereicht hatte und sagte: „Dann wünsche ich Ihnen viel Glück für die Aufnahmequalifikation an der G-Force-Academy Leutnant Neuhof.“ – „Danke, auch wenn ich nicht weis was ich mir darunter vorstellen soll.“, antwortete Sebastian. Ruby sagte grinsend: „Mach Dir keine Sorgen, die praktische und theoretische Prüfung zur Befähigung ein Schiff zu führen oder zu kommandieren war mindestens genauso schwer.“ – „Hallo? Das ist nur eine Qualifikation für die Aufnahme an der G-Force-Academy! Wenn die schon das Niveau einer Abschlußprüfung hat, wie schwer ist dann erst der Unterricht und die Abschlußprüfung dort?“, erwiderte Sebastian. Ruby antwortete: „Mach Dir darum keine Sorgen, ich bin ja auch noch da und ich habe noch immer den Status einer Ausbilderin. Ich werde Dich schon bestmöglich auf die Prüfung vorbereiten.“ – „Na gut, wenn Du der Meinung bist daß ich es schaffe dann werde ich Dir nicht widersprechen.“, antwortete Sebastian und stand von dem Behandlungsstuhl auf. Nachdem sie sich von Doktor Ngujen verabschiedet hatten ließen sie sich wieder in ihr Quartier teleportieren.

Nachdem sie ihr Quartier erreicht hatten reichte Ruby Sebastian ein Pad und sagte: „Hier, das wirst Du bei der Aufnahmequalifikation brauchen! Das ist ein Protokoll Deiner bisherigen Dienstzeit bei der Erdraumflotte, inklusive diverser Empfehlungsschreiben der Führungsoffiziere.“ – „Hey danke! Das meintest Du also damit als Du sagtest daß Du alles bis auf die medizinische Untersuchung schon erledigt hast.“, antwortete Sebastian. Ruby legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte: „Na los, laß uns vor dem Aufbrechen noch eine Kleinigkeit essen!“ – „Ja laß uns hier essen, das spart Zeit!“, antwortete Sebastian und ging zu der kleinen Teleporterstation. Nachdem sie sich entschieden hatten was sie zum Frühstück wollten tippte Sebastian die Bestellung in die Konsole, wenig später erschien ihr Frühstück. Sebastian nahm das Tablett und stellte es auf den Eßtisch, Ruby verteilte daraufhin das Frühstück auf dem Tisch, dann setzten sie sich und stärkten sich für den Tag. Ruby hatte eine gesüßte Mehlcremesuppe und einen Neurobooster mit Mangogeschmack, Sebastian hatte sich ebenfalls eine süße Mehlcremesuppe bestellt dazu trank er eine Tasse Feuertee.

Als sie mit dem Frühstück fertig waren sagte Ruby: „Na los zieh Deine Fliegerklamotten an und vergiß nicht das Pad einzustecken! Ich kümmere mich um das Geschirr.“ – „Okay ich beeile mich.“, antwortete Sebastian und ging in den Schlafbereich. Er legte seine Fliegermontur an und steckte das Pad in die verschließbare Tasche des Oberteils, anschließend setzte er sich aufs Bett und legte seinen Helm neben sich. Wenig später betrat Ruby den Schlafbereich des Quartiers, sie legte ebenfalls ihre Fliegermontur an und setzte den Helm auf. Anschließend sagte sie: „Na dann wollen wir mal!“ – „Auf geht’s!“, antwortete Sebastian nachdem er ebenfalls seinen Helm aufgesetzt hatte. Sebastian stand auf und Ruby ließ sie beide in die Kampffliegerrampe teleportieren.

Vor dem Tresen der Hangarverwaltung standen Commander Groop und Kapitän Tönnigs, sie unterhielten sich. Als Sebastian und Ruby näher kamen sagte Kapitän Tönnigs: „Leutnant Neuhof, ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Qualifikation für die Aufnahme an der G-Force-Academy. Ich habe Commander Groop bereits von den zahlreichen Überraschungen erzählt welche Sie uns bereitet haben.“ – „Ich muß sagen daß ich ziemlich beeindruckt bin. Sie waren an zwei Erstkontakten, den ersten überhaupt in der Geschichte der Erdraumflotte maßgeblich beteiligt. Ich bin gespannt welches Ergebnis Sie bei der Aufnahmequalifikation erzielen.“, fügte Commander Groop hinzu. Sebastian antwortete: „Ich werde mich bemühen ein gutes Ergebnis zu erzielen, auch wenn ich absolut nicht weis welche Herausforderungen mich erwarten.“ – „Bei der Qualifikation geht es nur um Ihre Toleranz gegenüber Beschleunigungskräften, um Ihre Reaktionsgeschwindigkeit und außerdem wird ermittelt ob Sie Talent für das Fliegen haben. Ich zweifle zwar nicht daran nach dem was Sie gestern im Rahmen der Präsentation des Mark 3 Kampfanzuges gezeigt haben aber Sie müssen die Aufnahmekommission ebenfalls überzeugen.“, erwiderte Commander Groop.

Nachdem Commander Groop Sebastian alles nötige über die Prozedur der Qualifikation erklärt hatte waren die Excalibur und die BLADE OF GLORY bereitgestellt. Kapitän Tönnigs hatte die Bereitstellung der beiden Schiffe bereits veranlaßt. Nachdem Sebastian und Ruby in die Excalibur geklettert waren und auch Commander Groop ihr Schiff bemannt hatte forderte Commander Groop die Starterlaubnis für beide Schiffe an. Als die Starterlaubnis erteilt war startete Commander Groop mit der BLADE OF GLORY und Ruby folgte ihr mit der Excalibur. Sebastian hatte während des Starts nicht zutun da er auf dem hinteren Sitz saß und Ruby auf alle Funktionen des Schiffes vom Vordersitz aus zugreifen konnte. Als sie einige Distanz zur Far Horizon hatten meldete sich Commander Groop und übermittelte die Parameter für die Sprungprozedur. Auf ihr Zeichen aktivierte Ruby den Sprungantrieb und beide Schiffe sprangen in die Passage.

Nachdem sie in die Passage gesprungen waren und Commander Groop die Sprechverbindung getrennt hatte fragte Sebastian: „Wo geht’s denn nun genau hin?“ – „Nach Proxima Centauri.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte verwundert: „Proxima Centauri? Da waren wir doch schon einige Male und ich habe dort keine Raumstation gesehen auf der eine Flugschule sein könnte. Verfügt die G-Force-Academy etwa über ein Tarnsystem?“ – „Aber nein sie verfügt natürlich nicht über Tarntechnologie, statt dessen verfügt sie über einen Sprungantrieb! Und sie ist keine Raumstation sondern ein Schiff, wenn auch ein ziemlich großes!“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte staunend: „Das ist unglaublich! Ist sie größer als die Werftstation bei Wolf drei fünf neun?“ – „Ja etwa fünf bis sechs mal so groß.“, antwortete Ruby. Dann erzählte sie Sebastian von ihrer Zeit als Flugschülerin und Ausbilderin an der G-Force-Academy, dabei verflogen die knapp 16 Minuten bis Proxima Centauri regelrecht.

Schließlich erreichten beide Schiffe wieder den normalen Raum im System Proxima Centauri. Ruby sagte zu Sebastian: „Schau mal da vorne das ist sie, die G-Force-Academy!“ – „Meinst Du etwa dieses gigantische zylindrische Gebilde welches wie ein Bündel aus mehreren zylindrischen Objekten aussieht?“, fragte Sebastian. Ruby erwiderte: „Genau das meine ich. Ein beeindruckender Anblick oder?“ – „Ja, ziemlich beeindruckend.“, antwortete Sebastian. Commander Groop meldete sich per Sprechverbindung und sagte: „Die Landeerlaubnis wurde erteilt, Sie können mit dem Anflug beginnen.“ – „Verstanden Commander, ich beginne mit der Landeprozedur.“, antwortete Ruby und Commander Groop trennte die Verbindung. Sie flogen auf die Seite des riesigen zylindrischen Schiffes zu, an der Seite war eine Art Vorsprung in dem eine schräg aus der gesamten Struktur herausragende Röhre mündete. Ruby flog noch immer auf die riesige Struktur zu, als sie so nahe dran waren daß dieses riesige Raumschiff das gesamte Sichtfeld ausfüllte. Dann schwenkte sie auf Parallelkurs zu dem riesigen Schiff ein und flog auf den Vorsprung zu an dem sich eine Art Hangartor öffnete.

Als sie das Hangartor passierten gelangten sie durch eine Art Start- und Landekanal in den Hangar des Schiffes. Ruby steuerte die Excalibur zu einer Nische an der Seite des großen Hangars und Commander Groop folgte ihnen mit ihrem Schiff, als sie in die Nische hineingeflogen waren schloß sich eine Art großes Tor hinter ihnen. Nachdem Ruby das Schiff aufgesetzt hatte und sich vergewissert hatte daß außerhalb des Schiffes der normale atmosphärische Druck herrschte öffnete sie die Haube des Cockpits. Commander Groop hatte ihr Schiff neben der Excalibur aufgesetzt und ebenfalls die Haube des Cockpits geöffnet. Als die Hangarmannschaft die Gangway herangeschoben hatte kletterten Ruby und Sebastian aus dem Schiff. Nachdem sie den Boden des Hangars betreten hatten nahm Ruby ihren Helm ab. Sebastian fragte sie erschrocken: „Was tust Du denn da?“ – „Keine Sorge, die Crew der G-Force-Academy kennt mich und meine zweite Identität. Na los, Du kannst den Helm jetzt auch abnehmen!“, antwortete Ruby.

Sebastian nahm seinen Helm ebenfalls ab und fragte: „Ist die Bezeichnung G-Force-Academy nun der Name oder der Verwendungszweck dieses Schiffes?“ – „Sowohl als auch.“, antwortete Commander Groop, die sich inzwischen zu ihnen gesellt hatte. Dann sagte sie: „Ich nehme an daß Sie Leutnant Neuhof alles zeigen wollen Ruby.“ – „Ja Commander!“, antwortete Ruby. Commander Groop erwiderte: „Gut, jetzt ist es 10:25, um 11:00 findet die Begutachtung von Leutnant Neuhofs Toleranz gegenüber Beschleunigungskräften statt.“ – „Verstanden Commander, um 11:00 werden wir am Fliehkraftsimulator sein.“, antwortete Ruby. Commander Groop nickte, daraufhin verließen Ruby und Sebastian den Hangar. Gleich nach dem Verlassen des Hangars führte Ruby Sebastian in eine Umkleidekabine und sagte: „Laß uns erst einmal die Fluganzüge loswerden! Pack Deine Fliegermontur inklusive Helm in einen der Schränke und verschließe diesen indem Du Dein Armband über die Schloßkonsole führst. Aber nimm vorher das Pad aus der Tasche des Oberteils, das wird später benötigt!“ – „Alles klar!“, antwortete Sebastian und begann sich seiner Fliegermontur zu entledigen. Anschließend verstaute er seine Fliegerklamotten und den Helm in einem Schrank gleich neben dem welchen Ruby benutzte. Das Pad nahm er aus der Tasche des Oberteils und steckte es in die Brusttasche seines Hemds, anschließend verschloß er den Schrank.

Nach dem Umziehen führte Ruby Sebastian durch den Wartungshangar, hier waren einige Schiffe der Swordklasse abgestellt aber auch schiffe die nur halb so groß wie die Swordklasse waren. Sebastian deutete auf eines dieser kleineren Schiffe und fragte: „Was sind das für Schiffe?“ – „Das sind Schiffe der Daggerklasse, mit diesen Schiffen wird hier das Fliegen und Kämpfen trainiert.“, antwortete Ruby. Schließlich erreichten sie eine Art Liftzugang mit mehreren durchsichtigen Türen über denen ein Display angebracht war auf dem in roten Zahlen ein Countdown lief. Sebastian fragte: „Ist das der Countdown bis zum nächsten Sprung?“ – „Nein der Countdown zeigt an wann die nächste Transportkabine hier eintrifft.“, antwortete Ruby. Als der Countdown bei null angelangt war erreichte eine Kabine den Bereich hinter den Türen. Mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit raste die Kabine heran und bremste in weniger als einer Sekunde aus voller Fahrt bis zum Stillstand ab. Der Countdown über den Türen begann in grüner Schrift von 30 herunter zu zählen. Sebastian sagte: „Das sieht aus wie eine U-Bahn auf Doping! Fahren wir damit?“ – „Natürlich, dieses Schiff ist zu lang um es zu Fuß zu durchqueren.“, antwortete Ruby.

Nachdem sie die Kabine betreten hatten fragte Sebastian erstaunt: „Keine Sitze oder Haltestangen?“ – „Nein dafür aber ein Trägheitskompensationssystem, Du kannst Dich aber auch an mir festhalten.“, antwortete Ruby. Sebastian griff nach Rubys Hand und erwiderte: „Darauf komme ich gerne zurück.“ – „Ach Basti!“, antwortete Ruby. An den Stirnseiten der Kabine waren Displays angebracht auf denen Sektion 18 zu lesen war. Sebastian fragte Ruby: „Ist Sektion 18 die aktuelle Haltestelle?“ – „So ist es, nach der Abfahrt wird dann die nächste Sektion angezeigt, die 17 in unserem Fall.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte weiter: „wie weit fahren wir?“ – „Bis zur Sektion 15, dort befinden sich die Trainingseinrichtungen. Ich will Dir unbedingt einiges erklären damit Du nicht beunruhigt bist wenn Du das erste mal mit diesen Einrichtungen konfrontiert wirst.“, antwortete Ruby.

Ein akustischer Countdown von zehn Sekunden wurde ausgegeben, als dieser abgelaufen war schlossen sich die Türen und die Kabine raste los. Sebastian sagte: „Erstaunlich, man spürt überhaupt keine Beschleunigung!“ – „Sei froh, hier gibt es nämlich nichts zum festhalten!“, antwortete Ruby lachend. Eine Minute später erreichte die Kabine die 17. Sektion, dort hielt sie wieder für 30 Sekunden von denen die letzten 10 zusätzlich akustisch dargestellt wurden. So ging es weiter zur Sektion 16 und dann zur Sektion 15 wo sie ausstiegen.

Diese Sektion des Schiffes war optisch genauso gestaltet wie die anderen, auch hier war um den Zugang für die Transportkabine ein weitläufiger Bereich von dem mehrere Flure abgingen. Ruby ging mit Sebastian zu einer Übersichtstafel und begann zu erklären: „Also Basti ich erkläre Dir jetzt die vermeintlich furchterregenden Trainings- und Ausbildungsräume. Heute um 11:00 machst Du Bekanntschaft mit dem Gravitationssimulator, dort wirst Du Gravitationskräften mit verschiedenen Intensitäten aus verschiedenen Richtungen ausgesetzt, während Du angeschnallt bist natürlich. Danach erwartet Dich wahrscheinlich der sogenannte Labyrinthsimulator in dem Deine Reaktionsgeschwindigkeit getestet wird. Dabei wird ein Flug durch ein immer enger werdendes Labyrinth simuliert bei dem Du nichts anderes tun mußt als die verwinkelten Gänge entlang zu fliegen. Es ist fast so wie ein Flug durch die gewundenen Sprungpassagen der Wächter. Im Anschluß wird dann Dein Talent für das Fliegen ermittelt. Diesen Test schaffst Du spielend, er findet in einem dieser kleinen Schiffe statt die wir vorhin gesehen haben.“ – „Okay Ruby, wenn Du meinst daß ich das überstehen kann dann bin ich beruhigt.“, antwortete Sebastian.

Anschließend erklärte Ruby Sebastian die restlichen Trainingsstätten der 15. Sektion. Sie erklärte alles so präzise wie sie konnte damit bei Sebastian auch keine unbeantworteten Fragen zurückblieben. Schließlich war es 10:50, ein Mann in einer Uniform der G-Force-Academy kam auf sie zu und sagte: „Ich glaube es nicht, das ist doch Ruby Ivanes alias Lady G-Force! Die einzige Absolventin dieser Schule mit einer höheren Toleranz für Beschleunigungskräfte als sämtliche Ausbilder.“ – „Commander Strauß, ich freue mich auch Sie zu sehen!“, antwortete Ruby. Commander Strauß erwiderte: „Ich bin noch immer für die Aufnahmequalifikation neuer Anwärter zuständig und soll hier die Qualifikation eines Leutnant Sebastian Neuhof überwachen.“ – „Oh da haben Sie aber Glück Commander, Leutnant Neuhof steht gerade neben mir, er ist mein permanenter Waffensystemoffizier.“, antwortete Ruby. Commander Strauß wandte sich Sebastian zu und sagte: „Willkommen Leutnant Neuhof! Sind Sie bereit für die Qualifikation?“ – „Ich bin bereit.“, antwortete Sebastian, holte das Pad aus der Brusttasche seines Hemds und reichte es Commander Strauß.

Commander Strauß nahm das Pad an sich und studierte es, als er damit fertig war sagte er: „Das ist ja eine ungewöhnliche Laufbahn für jemand der erst vor wenigen Tagen seinen Dienst bei der Erdraumflotte angetreten hat! Ihre medizinischen Untersuchungsergebnisse deuten jedoch darauf hin daß Sie ein ganz normaler Mensch sind, wir können also mit den Tests zur Qualifikation beginnen.“, dann geleitete Commander Strauß Sebastian und Ruby zum Gravitationssimulator. Vor dem Simulationsraum sagte Commander Strauß: „Das hier ist unsere Folterkammer wie sie die Flugschüler nennen. Hier werden sie Gravitationsfeldern aus verschiedenen Richtungen ausgesetzt die nach und nach immer weiter an Intensität gewinnen. Vorbild für die Abfolge der Gravitationsimpulse sind die Belastungen während eines realen Gefechts mit einem Kampfflieger ohne Trägheitskompensation. Während dieser Simulation überwachen wir sie mit Hilfe eines Hirnstromscanners, sobald Sie das Bewußtsein verlieren oder den Abbruchknopf an ihrer Armlehne drücken wird die Simulation beendet.“ – „Verstanden.“, antwortete Sebastian. Daraufhin führte ihn Ruby in den Simulationsraum, half ihm beim Anschnallen auf dem Simulationsstuhl und legte ihm den Hirnstromscanner an. Bevor Ruby den Raum verließ flüsterte sie Sebastian ins Ohr: „Überrasche mich, ich weis Du kannst es!“ – „Wenn ich das hier überstehe kann ich auch den Flugstil von Yvette aushalten.“, antwortete Sebastian. Ruby flüsterte: „Das konntest Du vorher auch schon, denk an die Fighterchallenge!“, dann küßte sie Sebastian und verließ den Raum.

Commander Strauß meldete sich über die Lautsprecher im Simulationsraum und sagte: „Wir beginnen jetzt, drücken Sie zur Überprüfung der Funktion jetzt einmal auf den Abbruchknopf!“, Sebastian drückte den Knopf vorne an der Armlehne und Commander Strauß sagte: „In Ordnung, die Simulation beginnt jetzt.“, daraufhin spürte Sebastian wie die künstlichen Schwerkraftfelder aus verschiedenen Richtungen auf ihn einwirkten. Es fühlte sich wirklich an wie die Beschleunigungskräfte bei einem Gefecht. Commander Strauß sagte die Intensität der simulierten Beschleunigungskräfte an. Bei 7G begann es für Sebastian richtig interessant zu werden, es fühlte sich so realistisch an als würde man wirklich in einem Kampfflieger sitzen. Als die Grenze von 9G überschritten war mußte sich Sebastian schon ziemlich mühen um das Bewußtsein nicht zu verlieren. Die 10G waren überschritten und es fühlte sich an wie ein Flug durch die Hölle, es waren nicht die Kräfte welche ihn zur Seite, nach vorne oder hinten drückten, auch nicht die Kraft mit der er in den Sitz gepreßt wurde, die negativen vertikalen Beschleunigungskräfte welche ihn aus dem Sitz heben wollten waren es die Sebastian die ganze Kraft kosteten. Auch die 11G-Marke hörte Sebastian noch.

Ruby tippte Sebastian an und rief: „Hey Basti, aufwachen!“ – „Das ist also der berüchtigte Blackout. Wieviel G habe ich erreicht?“, erwiderte Sebastian noch leicht benommen. Ruby antwortete: „Bei 11,5 G sind Dir die Lichter ausgegangen.“ – „Eine mehr als akzeptable Leistung!“, fügte Commander Strauß hinzu. Ruby half Sebastian beim lösen der Gurte und beim Aufstehen. Mit wackligen Beinen torkelte Sebastian neben Ruby aus dem Simulationsraum. Commander Strauß sagte zu Sebastian: „Regenerieren Sie sich erst einmal, ihr nächster Test findet hier um 13:00 statt.“ – „Verstanden, Sektion 15 um 13:00!“, antwortete Sebastian noch immer leicht benommen. Commander Strauß ging in Richtung eines Flurs und verschwand. Ruby nahm Sebastian in den Arm und sagte: „11,5 G, das war erstklassig!“ – „Wie hoch war Dein erster Toleranzwert für Beschleunigungen?“, fragte Sebastian. Ruby flüsterte Sebastian ins Ohr: „12,8 G bei der Qualifikation.“ – „Ich wußte daß ich nicht mit Dir mithalten kann.“, erwiderte Sebastian. Ruby antwortete: „Mach Dir nichts draus, es gibt nicht viele die mit Dir mithalten können! Bei 10 G liegt die Magische Grenze für die Meisten.“ – „Das ist wenigstens ein Trost.“, antwortete Sebastian. Ruby fragte: „Was meinst Du, wollen wir erst mal zur Sektion 10 in die Kantine fahren?“ – „Oh je, gibt’s denn hier keinen Teleporter? Ich glaube ich kann im Moment nicht einmal mit einem Lift fahren ohne zu kotzen.“, antwortete Sebastian. Ruby strich Sebastian über den Kopf und sagte: „Schließ einfach die Augen während der Fahrt, das hilft.“ – „Na gut wenn Du es sagst dann wird’s wohl stimmen.“, antwortete Sebastian und folgte Ruby zum Zugangsbereich für die Transportkabinen.

Bevor sie den Zugangsbereich für die Transportkabinen erreichten teilte sich der Flur, über einem Flur war ein Hinweis auf die Sektionen 16 bis 36 und über dem Anderen einer auf die Sektionen 14 bis 1 zu lesen. Sie gingen in die Richtung wo es zu den Sektionen 14 bis 1 ging. Als sie den Zugangsbereich erreichten dauerte es bis zur Ankunft der nächsten Kabine nur noch 27 Sekunden, mit einem flauen Gefühl im Bauch starrte Sebastian auf den rot dargestellten Countdown. Schließlich war der Countdown bei null angelangt und die Transportkabine traf ein. Nachdem sich die Türen geöffnet hatten schob Ruby Sebastian mit sanftem Druck in die Kabine in der sich bereits Commander Groop befand, sie fragte: „Alles in Ordnung Leutnant Neuhof?“ – „Er hat gerade den ersten Test mit 11,5 G beendet.“, antwortete Ruby. Commander Groop fragte erstaunt: „Sagten Sie gerade 11,5 G?“ – „Ja, bei diesem Wert gingen mir die Lichter aus.“, antwortete Sebastian. Die letzten 10 Sekunden des Countdowns zur Abfahrt wurden akustisch dargestellt und die Türen schlossen sich anschließend. Als die Kabine beschleunigte sagte Ruby: „Siehst Du? Es ist absolut kein Problem.“ – „Nach dem Toleranztest für Beschleunigungskräfte ist ein gewisses Unwohlsein angesichts hoher Beschleunigungen normal.“, fügte Commander Groop hinzu.

Sebastian fragte Commander Groop: „Wie weit fahren Sie?“ – „Ich fahre bis zur Sektion 1 um zur Brücke zu gelangen.“, antwortete Commander Groop. Anschließend fragte sie: „Wann ist Ihr nächster Qualifikationstest?“ – „Um 13:00.“, antwortete Sebastian. Commander Groop überlegte kurz und sagte schließlich: „Begleiten Sie mich doch, ich habe von Kapitän Tönnigs viel über Sie gehört, unter Anderem auch von Ihrer Idee für das Magnettraktorsystem.“ – „Oh ja, das würde mir gefallen.“, antwortete Sebastian. Ruby fragte: „Steht die G-Force-Academy noch immer unter dem Kommando von Kapitän Fiona Sage?“ – „Ja, sie wird sich auch freuen Sie wiederzusehen Ruby.“, antwortete Commander Groop.

Die Kabine hielt an den Zugangspunkten der Sektionen auf dem Weg zur 1. Sektion, einige Leute stiegen ein und in anderen Sektionen wieder aus, der letzte stieg an der 3. Sektion aus. Als sie die Sektion 1 erreichten und ausstiegen hatte Sebastian seine Erfahrungen des ersten Qualifikationstests schon wieder vergessen. Sie gingen zu einem Liftzugang und fuhren drei Ebenen höher, als sich die Lifttüren öffneten gaben sie den Blick auf eine weiträumige Brücke frei.

Eine Frau mit langen roten Haaren, die ungefähr das Alter von Commander Groop hatte schaute sich von ihrem Sitz aus zu Commander Groop, Ruby und Sebastian um und fragte: „Ja Commander Groop, was gibt es denn?“ – „Hier sind die Berichte zur Einsatzfähigkeit der Schiffe der Daggerklasse Kapitän, außerdem ist hier jemand der Sie gerne sehen möchte.“, antwortete Commander Groop und reichte Kapitän Sage ein Pad. Kapitän Sage nahm das Pad ans sich, bedankte sich und fragte schließlich: „Ruby Ivanes, sind Sie es wirklich?“ – „Ja Kapitän Sage.“, antwortete Ruby. Kapitän Sage fragte: „Haben Sie genug von der Erforschung des Weltraums und wollen wieder als Ausbilderin hier an Bord arbeiten oder was treibt Sie hierher?“ – „Ich bin in meiner Position als Ausbilderin hier und zwar mit meinem Auszubildenden mit dem ich zufällig auch noch zusammen bin.“, antwortete Ruby. Kapitän Sage schaute Sebastian an und sagte: „Ihr Gesicht kommt mir auch bekannt vor. Nicht verraten, ich komme schon noch drauf! Sie waren schon mal auf dem Flottennachrichtenkanal zu sehen richtig?“ – „Ja ein paar Male schon.“, antwortete Sebastian. Kapitän Sage fragte: „Sind Sie nicht derjenige welcher auf dem Brückensimulator das Prüfungsszenario ohne eine Vorbildung abgeschlossen hat?“ – „Ja das ist mir passiert.“, antwortete Sebastian. Kapitän Sage erwiderte: „Na da haben Sie sich ja einen Freund geangelt der Ihrem Kaliber entspricht! Die legendäre Lady G-Force und der erste Absolvent der Praktischen Prüfung zur Schiffsführung, der nie zuvor etwas darüber gelernt hat. Haben Sie ein Bißchen Zeit?“ – „Der Test für die Reaktionsfähigkeit meines Auszubildenden beginnt in Sektion 15 um 13:00.“, antwortete Ruby. Kapitän Sage erwiderte: „Das ist ja schon in knapp 90 Minuten und bis zur Sektion 15 ist es noch ein ganz schöner Weg. Ach was soll’s Sie haben Schließlich noch Ihren Ausbilderstatus Ruby, ich gewähre Ihnen Expreßkabinen- und Teleporterzugriff dann müssen Sie nicht mit einer Transportkabine durch das Schiff schleichen.“ – „Danke Kapitän!“, antwortete Ruby.

Kapitän Sage tippte auf ihrer Konsole herum und sagte Schließlich: „Lisa, für das persönliche Profil von Leutnant Ruby Ivanes uneingeschränkten Zugriff auf den Teleporter einrichten!“ – „Verstanden, Profilparameter für Leutnant Ivanes wurden gemäß Ihrer Anforderung geändert.“, kam eine künstliche Stimme aus den Lautsprechern der Brücke, anschließend zeigte Kapitän Sage ihren Gästen die Brücke. Sebastian wollte wissen warum es auf dem Schiff eine andere künstliche Intelligenz als auf der Far Horizon gab. Kapitän Sage erklärte ihm daß die Künstliche Intelligenz vom Typ Lisa das neueste Model sei. Sebastian erzählte daraufhin von seiner speziellen Beziehung zu Alice, wie er sie kennen und schätzen gelernt hatte. Von ihrer ersten Begegnung auf der BLACK HALFMOON bis zu den induktiven Eingriffen bei denen Alice ihm seine seelische Gesundheit wiederhergestellt hatte. Kapitän Sage hörte aufmerksam zu, sie war gerührt davon daß Sebastian in Alice sowas wie eine gute Freundin sah. Später als Kapitän Sage Sebastian und Ruby die Systeme der Brücke zeigte fiel Sebastian auf daß die Konsole der Operationszentrale auf der G-Force-Academy doppelt ausgelegt und mit Sitzplätzen ausgestattet war. Kapitän Sage erklärte daß dies der Tatsache geschuldet war daß die G-Force-Academy ein Schiff war auf dem unter anderem auch Piloten ausgebildet wurden und daß zu einer Flugausbildung auch das Steuern eines großen Schiffes gehört. Dann erzählte Sebastian von Seinen Erlebnissen mit der Steuerung von Kampffliegern und der BLACK HALFMOON mit Hilfe eines Hirnstromscanners. Dieses Thema schien Kapitän Sage sehr zu interessieren, besonders da Sebastian in aller Deutlichkeit die Vorzüge dieser Steuerungsmethode erklärte.

Als es 12:50 war sagte Ruby: „Jetzt müssen wir aber los, sonst verpaßt mein Auszubildender noch seinen Reaktionsgeschwindigkeitstest.“ – „Lassen Sie mich bitte wissen wann Leutnant Neuhof seinen Test für das fliegerische Talent absolviert! Ich will mir die Gelegenheit diesen Test zu beobachten nicht entgehen lassen.“, antwortete Kapitän Sage. Ruby versprach Kapitän Sage daß sie ihr bescheid sagen würde, dann ließ sie sich und Sebastian in die Sektion 15 teleportieren. Nachdem sie ihr Ziel erreicht hatten sagte Sebastian: „Ah, wie zuhause!“ – „Ja, es ist nett von Kapitän Sage daß sie mir den Teleporterzugriff gewährt hat. Auf diese Weise sparen wir eine Menge Zeit.“, antwortete Ruby. Sie gingen zum sogenannten Labyrinthsimulator und warteten auf Commander Strauß. Gegen 12:55 kam Commander Straß zum Labyrinthsimulator und sagte: „So, das ist jetzt der zweite Test, ich hoffe Sie haben die 11,5 G von vorhin verdaut.“ – „Ja es geht mir wieder gut, auch wenn dieser Test vorhin wie ein Flug durch die Hölle war.“, antwortete Sebastian. Commander Strauß erwiderte: „Ihre Toleranz gegenüber Beschleunigungskräften war überdurchschnittlich, einen Wert von 11,5 G erreichen nur wenige Menschen.“ – „Danke, ich hoffe daß ich beim Reaktionsgeschwindigkeitstest ebenfalls ein gutes Ergebnis erzielen werde.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Ich bin da sehr zuversichtlich.“ – „Wenn Ihre Ausbilderin schon soviel Vertrauen in Sie setzt dann sollten Sie sich selbst nicht weniger vertrauen.“, sagte Commander Strauß.

Commander Strauß führte Sebastian in den Simulationsraum und Sebastian setzte sich in das Virtuelle Cockpit. Nachdem Commander Strauß Sebastian den Ablauf dieses Tests erklärt hatte verließ der Commander den Raum und wenig später begann die Simulation. Sebastian war auf einem simulierten Flug durch eine Art Röhre welche von Zeit zu Zeit in engen Kurven abknickte, in dieser Simulation hatte Sebastian keine Kontrolle über seine Geschwindigkeit sondern nur über die Fluglage. Je länger der Flug dauerte desto höher wurde die Geschwindigkeit und der Durchmesser der Röhre verringerte sich ebenfalls. Sebastian flog durch dieses virtuelle Labyrinth so präzise er konnte, immer schneller kamen die fast rechtwinkligen Kurven näher wobei der Durchmesser immer weiter schrumpfte. Ruby hatte nicht übertrieben, das war wie der Flug durch eine Sprungpassage der Wächter. Sebastian hatte auf dem Wächterschiff selbst miterlebt wie sich ein solches Schiff durch diese weißen gewundenen Passagen schlängelt. Genau dieses Flugerlebnis hatte er jetzt auch, nur daß er am Steuerknüppel saß und selbst durch die immer enger werdende Röhre flog. Irgendwann war die Geschwindigkeit so hoch und der Durchmesser des Labyrinths so gering daß Sebastian mit der simulierten Wand kollidierte, dies war das Ende der Simulation.

Als Sebastian aus dem virtuellen Cockpit geklettert war und den Simulationsraum verließ hatte sich dort eine große Menschenmenge versammelt, einige trugen die Uniform der Erdraumflotte und andere die Uniform der Flugschüler. Alle starrten Sebastian fassungslos an. Sebastian fragte schließlich: „Was ist los, habe ich irgendwas falsch gemacht?“ – „Nein, ganz im Gegenteil! Du hast etwas erreicht was zuvor noch keinem Auszubildenden oder Ausbilder gelungen ist.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Und was soll das sein?“ – „Pass auf, ich erkläre es Dir! Der Durchmesser des Labyrinths nimmt von einer Schwierigkeitsstufe zur nächsten kontinuierlich ab, im gleichen Verhältnis nimmt die Geschwindigkeit zu. Auszubildende erreichen normalerweise höchstens den Schwierigkeitsgrad der Stufe K, manche Ausbilder schaffen es bis zur Stufe U, naja und Du hast...“, sagte Ruby. Sebastian fragte: „Habe ich etwa Stufe U erreicht.“ – „Stufe U? Nein mein Bester, Du warst weit jenseits der Stufe Z, die Stufen haben schon keine Buchstaben als Bezeichnung mehr gehabt. Das System hat schon Sonderzeichen benutzt um die Stufen anzuzeigen.“, antwortete Ruby. Commander Strauß sagte: „Die Entscheidung der Aufnahmekommission steht zwar noch aus aber ich wage mal zu behaupten daß sie diesen Test als bestanden werten. Es ist jetzt 13:40, ruhen Sie sich erst einmal aus! Der Test für das fliegerische Talent beginnt um 16:00, ich sehe Sie dann mit angelegter Fliegermontur vor dem Zugang des Hangars für An- und Abflüge.“ – „Verstanden Commander, um 16:00 in Fliegermontur vor dem An- und Abflughangar.“, antwortete Sebastian. Commander Strauß nickte und verließ den Bereich vor dem Simulator, dabei rief er den Auszubildenden zu: „Okay die Show ist vorbei, alle wieder zurück zu ihren Kursen!“, daraufhin führten die Ausbilder ihre Auszubildenden wieder zu den Unterrichtsräumen.

Nachdem sich die Menschentraube aufgelöst hatte kontaktierte Ruby Kapitän Sage und Teilte ihr den Termin für Sebastians Test des Flugtalents und das Ergebnis seines Reaktionsgeschwindigkeitstests mit. Kapitän Sage hatte den Test ebenfalls von der Brücke aus mit verfolgt und war überaus begeistert von Sebastians Ergebnis. Anschließend entschied Ruby daß es für Sebastian endlich Zeit wäre etwas zu essen, daraufhin ließ sie Sebastian und sich zur Kantine in Sektion 10 Teleportieren. Sie erreichten kurz darauf den Flur vor der Kantine und gingen hinein. Als Tagesangebot gab es Blutwurst mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Zu ihrem Essen holten sie sich jeweils einen Feuertee und setzten sich an einen der freien Tische. Durch die Fenster der Kantine schimmerte das rote Licht von Proxima Centauri herein, es mischte sich mit dem künstlichen Breitspektrum- Tageslicht und tauchte die Kantine in ein warmes Licht. Sebastian und Ruby ließen sich davon zu diesem Zeitpunkt nicht beeindrucken, sie stärkten sich erst einmal.

Gegen 14:10 waren sie mit dem Essen fertig und Ruby fragte: „Wie geht’s Dir jetzt?“ – „Ich bin noch immer etwas baff über mein Ergebnis beim Reaktionsgeschwindigkeitstest, ich fasse es nicht daß ich sämtliche Rekorde von Auszubildenden und Ausbildern gebrochen habe.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Ich denke mal daß Du nicht der einzige bist den dieses Ergebnis überrascht hat. Wenn Du auf der G-Force-Academy als Auszubildender aufgenommen wirst, wovon ich absolut überzeugt bin, dann wirst Du bereits einen legendären Ruf haben.“ – „Naja es ist nur so, daß ich nicht weis ob ich hier klarkomme.“, antwortete Sebastian. Ruby fragte: „Was ist denn, wo drückt denn der Schuh?“ – „Wenn ich hier aufgenommen werde dann werde ich wohl die Far Horizon eine Weile nicht sehen. Ausgerechnet jetzt wo ich mit einigen von der Mannschaft so gut auskomme. Ich werde vor allem Dich vermissen aber auch Miriam, Nicole, Fähnrich Sommer und sogar Yvette von der ich nie gedacht hätte daß ich sie mal vermissen würde.“, antwortete Sebastian. Ruby strich sich mit dem Zeigefinger über die Augenbraue und sagte: „Ich verstehe. Da ich Dir als Ausbilderin zugeteilt bin dürfte es kein Problem sein wenn ich Deine praktische Ausbildung hier an Bord übernehme. Was den Rest der Mannschaft der Far Horizon angeht, Du kannst ja an den Wochenenden auf die Far Horizon kommen wenn sie gerade in der Nähe ist.“ – „Ach ich wünschte wir könnten die Ausbildung hier etwas verkürzen.“, erwiderte Sebastian. Ruby antwortete: „Oh, das dürfte schwierig werden. Bei der Theorie sehe ich zwar kein Problem für eine drastische Verkürzung aber im praktischen Bereich gibt es einige spezielle Herausforderungen die sich nur schwer in dichter Abfolge überstehen lassen.“ – „Und wenn Du mich versehentlich mit einem praktischen Prüfungsszenario konfrontierst?“, fragte Sebastian. Ruby antwortete: „Das könnte schwierig werden, ich habe nur Ausbilderstatus und daher keinen Zugriff auf die Prüfungsszenarien hier. Aber warte mal ich habe da eine Idee, los komm mit!“ – „Wohin denn?“, fragte Sebastian aber Ruby stand auf und griff nach seiner Hand. Sie zog ihn hinter sich her aus der Kantine hinaus, als sie im Flur standen kontaktierte Ruby Kapitän Sage.

Als Kapitän Sage sich meldete fragte Ruby ob es möglich wäre Sebastian mit dem aktuellen Szenario für die praktische Prüfung der Kampffliegerpiloten zu konfrontieren damit er sich einen Eindruck darüber verschaffen könnte was ihn erwartet. Kapitän Sage erwiderte: „Das ist eine ungewöhnliche Bitte, aber nach seinem Ergebnis beim Reaktionsgeschwindigkeitstest besteht die Möglichkeit daß Leutnant Neuhof eine Art Ausnahmetalent ist was das Fliegen angeht. Moment mal, ich habe da eine Vermutung! Ich habe das Dossier über Leutnant Neuhof gelesen. Haben Sie etwa die Vermutung daß Leutnant Neuhof die praktische Prüfung für Kampfpiloten genauso übersteht wie die praktische Prüfung für die Eignung zur Schiffsführung?“ – „Sowas ähnliches hatte ich im Sinn.“, antwortete Ruby. Kapitän Sage sagte: „Ich habe aus dem Dossier von Leutnant Neuhof entnommen daß er bereits einige Erfahrungen in der Kampffliegerei hat und ein guter Taktiker scheint er auch zu sein. Im Anschluß an den Test für das fliegerische Talent können wir diese Möglichkeit ja mal diskutieren. Eines steht jedoch fest, wenn er die praktische Prüfung besteht muß er auch durch die theoretische Prüfung. Trauen Sie sich zu ihn darauf vorzubereiten?“ – „Ich denke das dürfte mir keine Schwierigkeiten bereiten.“, antwortete Ruby. Kapitän Sage erwiderte: „Gut, ich werde bei Leutnant Neuhofs Test für das fliegerische Talent persönlich anwesend sein um seine Fähigkeiten und Chancen zu begutachten. Wenn er uns in diesem Test genauso überzeugt wie in den beiden vorhergehenden Tests dann werde ich mit den Verantwortlichen für den Bereich der Pilotenausbildung diese Idee diskutieren.“ – „Danke Kapitän Sage, das bedeutet mir viel!“, antwortete Ruby. Kapitän Sage erwiderte: „Ich glaube ich kann mich in Leutnant Neuhofs Situation hineinversetzen, das hier ist alles so neu und während der vierjährigen Ausbildung hätte er nur selten die Gelegenheit seine Freunde auf der Far Horizon zu besuchen. Ich sehe Sie beide bei dem Test für das fliegerische Talent. Sage Ende!“, dann trennte sie die Verbindung.

Sebastian fragte: „Warum glaubst Du daß ich bei der theoretischen Prüfung keine Probleme haben werde?“ – „Weist Du noch wie ich Dir die Informationen über die Systeme der Excalibur und die Technik der Schiffe der Erdraumflotte übermittelt habe? In diesem Informationspaket war auch die gesamte Theorie der Kampffliegerei. Was glaubst Du wo Dein fliegerisches Talent herkommt? Du hast das theoretische Wissen eines Kampfpiloten bereits im Kopf.“, antwortete Ruby. Sebastian flüsterte Ruby zu: „Aber nennt man sowas nicht Schummeln?“ – „Kampfpiloten müssen ein immenses theoretisches Wissen verinnerlichen, ob man dies nun durch konventionelles Lernen oder durch induktives Lernen tut spielt keine Rolle. Hauptsache Du hast das Wissen im Kopf und kannst es bei der Prüfung abrufen.“, flüsterte Ruby zurück. Sebastian nahm Ruby in den Arm und sagte: „Wenn ich Dich nicht hätte würde ich ganz schön alt aussehen.“ – „Tja, Du hast mich aber! Also mach Dir keine Gedanken darüber wie es ohne mich wäre.“, antwortete Ruby.

Als sie ein Stück gegangen waren und den Zugangsbereich der Transportkabinen erreicht hatten fragte Sebastian: „Wo wollen wir jetzt hin?“ – „Ich dachte wir sehen uns erst einmal unser Quartier an. Die Gästequartiere befinden sich in der 16. Sektion.“, antwortete Ruby. Der rote Countdown hatte den Wert null erreicht und die Transportkabine fuhr in den Zugangsbereich ein. Nachdem sie die Aussteigenden hatten passieren lassen betraten Ruby und Sebastian die Transportkabine in der bereits einige Leute standen. Sebastian sagte zu Ruby: „Das muß ganz schön lange dauern wenn man von der Sektion 1 bis zur Sektion 36 fahren muß, zwischen den Sektionen jeweils eine Minute Fahrzeit und in den Sektionen dreißig Sekunden Aufenthalt.“ – „Normalerweise haben nur Mannschaftsmitglieder häufig solche Wege zu bewältigen, dafür nutzen sie dann die Expreßkabinen oder den Teleporter.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Expreßkabinen?“ – „Ja, es gibt ein System von Expreßkabinen die in einem separaten Schacht und nur auf Anforderung fahren. Während die normalen Transportkabinen ständig wie eine U-Bahn hin und her fahren funktionieren die Expreßkabinen wie ein horizontaler Lift oder ein Taxi. Man ruft eine Kabine, steigt ein, wählt das Fahrziel und steigt am Ziel wieder aus.“, erklärte Ruby. Sebastian fragte: „Und diese Expreßkabinen, sind die für Jedermann zugänglich?“ – „Nein, nur für Mannschaftsmitglieder und Ausbilder, genau wie der Teleporter.“, antwortete Ruby.

Nachdem sie die Sektion 16 erreicht hatten und die Transportkabine verlassen hatten gingen sie zum Quartier welches man ihnen zugewiesen hatte. Ruby öffnete die Tür indem sie ihr Armband über den Sensor neben der Tür führte und sie betraten das Quartier. Gegen die Quartiere auf der Far Horizon oder der Neptun- Hoststation war dieses Quartier eher spartanisch ausgestattet. Es gab ein großes Bett, einen Schrank, zwei Schreibtische mit in die Tischplatte eingelassenen Konsolen und einen großen Bildschirm an der Wand. Der Waschraum verfügte nur über ein WC, ein Waschbecken und eine Duschkabine in normaler Größe. Nachdem Sebastian das Quartier ausgiebig in Augenschein genommen hatte fragte er: „Lisa, wie spät ist es?“ – „Es ist 14:32.“, antwortete die metallisch kalt klingende künstliche Stimme von Lisa. Sebastian sagte zu Ruby: „Ich weis nicht, die Stimme von Alice gefällt mir um einiges besser, sie klingt irgendwie wärmer.“ – „Ja die künstliche Intelligenz vom Typ Lisa ist eher auf Effizienz als auf das Wohlbefinden ihrer Benutzer ausgelegt. Aus diesem Grund hat man auch auf die emphatischen Protokolle bei dieser Version verzichtet. Ich finde auch daß dies ein Rückschritt ist.“, antwortete Ruby. Nachdem sie sich ein Wenig frisch gemacht hatten zeigte Ruby Sebastian den Werbefilm der G-Force-Academy mit dem neue Auszubildende begrüßt werden sollten. Gegen 14:55 gingen Sebastian und Ruby unter die Dusche, die Duschkabine war zwar nicht so geräumig wie die in ihrem Quartier auf der Far Horizon aber sie hatten trotzdem beide darin Platz.

Als sie den Waschraum wieder verließen war es 15:15 und Sebastian fragte: „Gibt es hier keine Teleporterstation für Lebensmittel oder zumindest einen Speisenaufzug?“ – „Nein, nicht in den Quartieren der Gäste oder Auszubildenden. Dafür muß man schon in die Kantine fahren oder den Teleporter benutzen.“, erwiderte Ruby. Sebastian antwortete: „Das ist ja ziemlich umständlich.“ – „Dies hier ist ein Schulschiff, außerdem ist es beabsichtigt daß es in den Quartieren keine Lebensmittelversorgung gibt. Die Auszubildenden sollen einen Gemeinschaftssinn entwickeln und dies geschieht am Besten beim gemeinsamen Essen. Im Rahmen des gemeinsamen Essens ergeben sich meist Gespräche über gemeinsame Interessen und Probleme. Auf diese Weise lernen die Auszubildenden sich in eine Gemeinschaft wie etwa in die Mannschaft eines Raumschiffes zu integrieren. Natürlich gibt es auf jeder Sektion mit Quartieren auch Freizeiteinrichtungen und kleine gastronomische Einrichtungen in denen man kleine Snacks und Getränke zu sich nehmen kann.“, erklärte Ruby. Sebastian fragte ob es noch mehr gäbe was Ruby ihm über die G-Force-Academy erzählen könnte. Ruby erklärte Sebastian daß es auf der G-Force-Academy auch noch andere Fachbereiche als die Ausbildung zum Kampfpiloten gab. Neben der Pilotenausbildung gab es hier an Bord auch noch die Möglichkeit der Ausbildung zum Ingenieur, Mediziner, zum Steuermann oder zum Offizier der Kommandoebene.

Gegen 15:25 sagte Ruby: „Na komm, ich will Dir noch was zeigen!“ – „Aha, was denn?“, fragte Sebastian. Ruby nahm seine Hand und ließ sie beide in die Sektion 9 Teleportieren. Nachdem sie dort angekommen waren sagte Ruby: „So Basti, diese Sektion wird Dir sicher gefallen. Hier gibt es verschiedene Sportstätten, unter anderem auch eine Niedrig- und Nullschwerkrafthalle und ein Nullschwerkraftstadion. Falls wir doch längere Zeit hier verbringen wird dies sicher ein Stück Heimat für Dich sein.“ – „Eine Niedrig- und Nullschwerkrafthalle? Der Wahnsinn! Wenn Du als meine Ausbilderin ebenfalls hier an Bord bleibst kannst Du mir ja auch eine kleine Einführung im Nullschwerkrafthandball geben.“, erwiderte Sebastian. Ruby antwortete: „Selbstverständlich kann ich das, ich werde schon dafür sorgen daß Du die Far Horizon oder die Neptun- Hoststation nicht zu sehr vermißt.“ – „Ach Ruby!“, seufzte Sebastian und nahm Ruby in den Arm. Ein leichtes vibrieren ging durch das Schiff, Sebastian fragte: „Was ist denn jetzt los?“ – „Entspanne Dich, das war nur der Sprungantrieb!“, antwortete Ruby. Sebastian fragte weiter: „Hast Du eine Ahnung wo wir hin springen?“ – „Das wissen nur die Offiziere der Kommandoebene und die Brückenoffiziere. Ich kann mir jedoch vorstellen daß wir in ein Gebiet springen wo Du Dein fliegerisches Talent unter Beweis stellen kannst.“, antwortete Ruby. Bevor Sebastian noch etwas sagen konnte legte sie ihm den Zeigefinger quer über die Lippen und versicherte ihm daß es absolut keinen Grund zur Besorgnis gab.

Nachdem Ruby Sebastian alle Sportstätten gezeigt hatte war es 15:45 und Ruby ließ sie Beide in die Sektion 18 zum An- und Abflughangar teleportieren. Dort angekommen gingen sie zur Umkleidekabine wo sie ihre Fliegermonturen anzogen. Nachdem sie umgezogen mit den Helmen unter dem Arm die Umkleidekabine verließen fragte Ruby: „Bist Du bereit für Deinen Soloflug?“ – „Du fliegst also nicht mit mir zusammen?“, fragte Sebastian. Ruby antwortete: „Keine Sorge, ich werde an Deiner Flanke fliegen!“ – „Und ich ebenfalls.“, war eine Stimme von der Seite zu hören. Sebastian schaute sich um und sah daß es Kapitän Sage war. Kapitän Sage erklärte: „Ich habe mit Commander Strauß gesprochen und ihm mitgeteilt daß ich die Begutachtung ihres fliegerischen Talents übernehmen werde.“ – „Also fliegen wir in einer Dreier- Staffel?“, fragte Sebastian. Kapitän Sage erwiderte: „Nein, ich fliege bei Ihrer Ausbilderin mit. Wir folgen Ihnen während des Tests und analysieren ihren Flugverlauf,“ – „Verstanden! Was sind die Einsatzziele?“, erwiderte Sebastian. Kapitän Sage sagte: „Wir werden einige Markierungsbojen ausbringen und Sie werden jede von ihnen so dicht und schnell Sie können passieren. Den Mindestabstand von 10 Metern sollten Sie zur Sicherheit jedoch nicht unterschreiten. Die Schildfelder der Bojen werden mit dem Schildfeld ihres Schiffes Synchronisiert damit sie sich im Falle einer zu starken Annäherung gegenseitig abstoßen. Sie sehen im Navigationssystem ihres Schiffes immer nur die nächste Boje die Sie passieren müssen. Auf diese Weise müssen Sie sich nach dem Passieren der Boje sofort orientieren wo sich die nächste befindet. Haben Sie alles verstanden oder gibt es noch offene Fragen?“ – „Alles verstanden Kapitän!“, antwortete Sebastian. Kurz darauf ging wieder ein leichtes vibrieren durch das Schiff und Kapitän Sage sagte: „So, wir haben das Trainingsgebiet erreicht. Sehen wir mal nach ob die Schiffe bereit sind!“, daraufhin gingen sie zum Hangar.

Als sie die Hangarbucht 24 erreicht hatten standen dort die Excalibur und ein Schiff der Daggerklasse. Kapitän Sage erklärte: „Die Systeme der Daggerklasse sind mit denen der Swordklasse identisch außer daß die Daggerklasse über nur einen Sitzplatz verfügt. Nutzen Sie alle Möglichkeiten ihres Schiffes um den Test so exakt und schnell wie möglich abzuschließen!“ – „Schließt dies die Steuerung via Hirnstromscanner mit ein?“, fragte Sebastian. Kapitän Sage antwortete: „Wie ich schon sagte, sie sollen alle Möglichkeiten ihres Schiffes nutzen. Lisa wird Ihnen bei der Konfiguration ihres Helms assistieren.“ – „Verstanden!“, antwortete Sebastian. Anschließend inspizierte er sein Schiff und kletterte hinein. Nachdem er die Haube des Cockpits geschlossen und seinen Helm mit der Konsole vor ihm verbunden hatte sagte er: „Lisa, bitte die Hirnstromscanner meines Helms für die Eingabe von Steuer- und Kommandobefehlen rekonfigurieren!“ – „Konfiguration abgeschlossen.“, antwortete Lisa. Anschließend öffnete Sebastian einen Kanal zu Kapitän Sage und meldete daß er bereit zum Start war. Kapitän Sage sagte Sebastian daß er der Excalibur folgen sollte sobald sie startete bis beide Schiffe den Hangar verlassen hatten, anschließend sollte Sebastian seinen Flug beginnen sobald er das Signal der ersten Markierungsboje auf dem Augenliederprojektionssystem sah. Nachdem Sebastian die Anweisungen bestätigt hatte öffnete sich die große Tür welche die Hangarbucht vom Rest des Hangars trennte. Die Excalibur startete und Sebastian folgte Rubys Schiff in einem großzügigen Abstand.

Nachdem sie den Hangar verlassen hatten teilte Kapitän Sage Sebastian mit daß der Test seines fliegerischen Talents nun begann, kurz darauf erkannte Sebastian auf seinem Augenliederprojektionssystem das erste Signal einer Markierungsboje. Sebastian setzte einen Kurs und beschleunigte. Nachdem er die erste Boje so dicht wie möglich passiert hatte erlosch das Signal dieser Boje und Sebastian empfing das Signal der nächsten Boje. Er richtete sein Schiff aus und flog auf die nächste Boje zu. So ging es immer weiter, die Bojen waren scheinbar willkürlich über das gesamte Gebiet verteilt. Manchmal war die nächste Boje schräg hinter Sebastian und mal mußte er nur den Kurs geringfügig korrigieren. Während er die Bojen nacheinander passierte achtete Sebastian peinlich genau darauf daß er den Mindestabstand von 10 Metern nicht unterschritt. Während Sebastian damit beschäftigt war seine Aufgabe zu erfüllen hatte er keine Gelegenheit die Bojen zu zählen die er passierte, auch fehlte ihm jegliches Zeitgefühl.

Als Sebastian die letzte Boje passiert hatte meldete sich Kapitän Sage und sagte: „Das war wirklich eine beeindruckende Leistung, Ihre Reaktionszeit bei diesem Test war sogar noch höher als bei Ihrem Reaktionsgeschwindigkeitstest. Die Präzision war ebenfalls überdurchschnittlich. Die Landeerlaubnis wurde erteilt. Folgen Sie uns zurück in den Hangar!“ – „Bestätigt, ich folge ihnen!“, antwortete Sebastian und änderte den Kurs um der Excalibur zu folgen. Wieder flogen sie durch den großen Hangar und dann in eine dieser kleinen Buchten. Nachdem sich die große Tür geschlossen hatte welche die Hangarbucht vom Rest des Hangars abtrennte wurde der Druckausgleich auf den normalen Luftdruck im Rest des Schiffes vollzogen. Nach Abschluß des Druckausgleichs öffnete Sebastian die Haube des Cockpits. Die Hangarmannschaft rollte die Gangway an das Schiff heran und Sebastian schnallte sich ab, trennte die Verbindung seines Helms zur Konsole vor ihm und kletterte aus dem Schiff.

Als Sebastian den Boden des Hangars erreicht hatte nahm er den Helm ab und wartete auf das Urteil von Kapitän Sage. Schließlich kam Kapitän Sage in Begleitung von Ruby zu ihm und sagte: „Das war ein überzeugender Beweis dafür daß Sie fliegerisches Talent besitzen Leutnant Neuhof, ich werde nun die Ergebnisse dieses Tests der Aufnahmekommission vorlegen. Wir werden dann über Ihre Aufnahme bei uns beraten und das Anliegen Ihrer Ausbilderin diskutieren Sie mit einem Szenario für die praktische Prüfung zu konfrontieren. Wir werden Sie für die Bekanntgabe unserer Entscheidung morgen in den allgemeinen Verwaltungsbereich unseres Schulschiffes einladen. Treffen Sie mich morgen um 10:00 in der Zentralen Halle der Sektion 23 auf der Ebene 0! Für den Rest des Tages haben Sie Freizeit, ich schlage vor Sie nutzen diese, Sie haben einige kräftezehrende Tests hinter sich.“ – „Verstanden Kapitän Sage, Danke!“, antwortete Sebastian. Nachdem Kapitän Sage die Hangarbucht verlassen hatte kam Ruby zu Sebastian und sagte: „Das war ein ziemlich heißer Flugstil, fast schon zu gut für einen Test des fliegerischen Talents.“ – „Danke Ruby!“, antwortete Sebastian.

Nachdem sich Sebastian und Ruby umgezogen hatten und ihre Fliegermonturen in den kleinen Schränken der Umkleidekabine verstaut hatten fragte Ruby: „Was machen wir jetzt? Ich vermute mal Du willst Dich noch etwas auf diesem Schiff umsehen.“ – „Ja richtig. Könnten wir vielleicht mal in die Nullschwerkrafthalle gehen? Ich bin total verkrampft.“, erwiderte Sebastian. Ruby sagte: „Hey das brauchst Du mich nicht zweimal zu fragen! Wollen wir für die Überwindung der neun Sektionen den Teleporter oder eine Expreßkabine benutzen?“ – „Die Expreßkabine? Ja prima!“, antwortete Sebastian. Daraufhin nahm Ruby Sebastians Hand und ging mit ihm in Richtung des Zugangsbereichs der Transportkabinen. Diesmal jedoch gingen sie durch den Zugangsbereich hindurch und fuhren mit einem Lift eine ebene höher. Nachdem sie den Lift verlassen hatten gingen sie zu einem weiteren Zugangsbereich. Dieser war wesentlich kleiner als der Bereich für die normalen Transportkabinen, es gab auch nur eine Tür und daneben war eine Konsole. Ruby hielt ihr Kommunikationsarmband an diese Konsole und wählte als Ziel die Sektion 9 aus. Wenig später kam eine kleine Kabine mit hoher Geschwindigkeit angefahren und kam hinter der Tür zum Stehen. Die Tür öffnete sich worauf Sebastian und Ruby einstiegen. Diese Kabine war viel kleiner, es paßten vielleicht 10 Personen hinein. Nachdem sich die Türen geschlossen hatten fuhr die Kabine los, etwa eine Minute später erreichte die Kabine ihr Ziel.

Nachdem sie ausgestiegen waren fragte Sebastian: „Gab es zwischen unserem Start- und Zielpunkt keine weiteren Zugänge? Ich habe nämlich keinen gesehen.“ – „Doch, es gab welche aber die Kabine hat diese Zugänge nicht angefahren sondern ist im Hauptrichtungsschacht bis zu ihrem Ziel gefahren. Auf diese Weise können Kabinen an einem Zugangspunkt auch länger stehen ohne den ganzen Verkehr aufzuhalten.“, antwortete Ruby. Schließlich erreichten sie den Vorraum der Nullschwerkrafthalle, wieder faßten sie sich an den Händen und rannten gemeinsam den Verbindungstunnel zwischen den Bereichen mit normaler und ohne Schwerkraft entlang. Am Übergang zur Schwerelosigkeit winkelten Sie die Beine an und schwebten in die Halle hinein.

Sie verbrachten fast eine Stunde in der Schwerelosigkeit, währenddessen zeigte Ruby Sebastian einige Manöver die beim Nullschwerkrafthandball Verwendung fanden. Beim Versuch diese selbst zu probieren stellte sich Sebastian noch etwas unbeholfen an. Ihm gefiel es viel besser mit Ruby Arm in Arm eng umschlungen durch die Halle zu schweben. Natürlich wußte Ruby dies und so gerieten die Manöver aus dem Nullschwerkrafthandball schnell in den Hintergrund. Als sie die Nullschwerkrafthalle gegen 18:15 wieder verließen war Sebastian total tiefenentspannt. Ruby zeigte Sebastian die Bereiche des Schiffes und führte ihn durch alle Ausbildungsbereiche. Mit ihrem Ausbilderstatus hatte sie Zugang zu allen Ausbildungsräumen. Besonders Begeistert war Sebastian von den Ausbildungsbereichen für Ingenieurswesen und Schiffsführung mit den Brücken- und Maschinenraumsimulatoren. Da Ruby Teleporterzugriff hatte konnten sie alle Bereiche in kurzer Zeit nacheinander besichtigen.

Als sie schließlich wieder die Sektion 15 erreichten und Ruby Sebastian den Trainingssimulator für angehende Kampfpiloten zeigte fragte Sebastian: „Was meinst Du, spricht etwas dagegen wenn wir einige Zeit im Simulator verbringen?“ – „Ich merke schon, Dich juckt es in den Fingern. Okay ich werde Dir mal einige Trainingsszenarien zusammenstellen. Willst Du solo fliegen oder mit mir als Waffensystemoffizier?“, erwiderte Ruby. Sebastian antwortete: „Ja Ruby laß uns in die Schlacht ziehen!“ – „Also schön, dann mach Dich mal auf ein paar praktische Lehrstunden gefaßt!“, antwortete Ruby. Daraufhin betraten sie den Simulatorbereich und kletterten in eines der Simulationscockpits. Nachdem Ruby die entsprechenden Anweisungen an Lisa die künstliche Intelligenz gegeben hatte begann der Simulierte Flug.

Sie befanden sich in der Nähe eines Erdähnlichen Planeten und warteten auf ihre Gegner. Schließlich erreichte ein als feindlich klassifizierter Kampfflieger das Gebiet. Sebastian sagte während er auf den Gegner zusteuerte: „Waffen und Schildfelder aktivieren, Oszilationsfrequenzen permanent an die des Gegners anpassen!“ – „Waffen- und Schildsystem aktiviert, Oszilationsfrequenzen angeglichen.“, antwortete Ruby. Das gegnerische Schiff drehte auf sie zu und feuerte. Sebastian flog ein Ausweichmanöver und versuchte den Gegner in einen Kurvenkampf zu verwickeln. Das gegnerische Schiff war ein leichter Kampfflieger, schnell und wendig aber nur mit leichten Waffen und schwachen Schilden. Sebastian fragte: „Was haben wir an Waffen zur Verfügung?“ – „Zwei schwere Mikrowellengeschütze, zwei Gammastrahlenemitter und zwei leichte gammastrahlengepulste Plasmageschütze.“, antwortete Ruby. Sebastian wählte die Mikrowellengeschütze aus und feuerte als er den Gegner ins Visier bekam. Die Schilde des gegnerischen Schiffes waren bei 60 Prozent und er versuchte auszuweichen. Sebastian wählte die Gammastrahlenemitter und feuerte erneut als der Gegner ins Schußfeld kam. Das Schildsystem des Gegners war ausgefallen und das Schiff bereitete sich darauf vor das Gebiet zu verlassen wie Ruby berichtete. Sebastian bekam den Gegner erneut ins Visier und feuerte, dadurch wurde das Gegnerische Schiff zerstört.

Als nächstes erreichte ein schwerer Kampfflieger das Gebiet, Sebastian wies Ruby erneut an die Oszilationsfrequenzen der Waffen und Schildfelder an die des Gegners anzupassen. Ruby bestätigte den Befehl und die Ausführung. Das gegnerische Schiff kam auf sie zu und feuerte, durch die angepaßte Schildoszilationsfrequenz blieb die Feldstärke des Schildfeldes nahezu unverändert. Sebastian wählte die gammastrahlengepulsten Plasmageschütze aus und feuerte auf das frontal auf sie zufliegende Schiff. Dies neutralisierte die Schildfelder des Gegners worauf das Schiff abdrehte. Sebastian verfolgte das Schiff und feuerte weiter. Der Gegner flog in Slalomlinien und versuchte Sebastians Feuerstößen auszuweichen. Sebastian wechselte auf die Gammastrahlenemitter und feuerte im Permanentfeuermodus während er den Gegner anvisierte. Diese Strategie zeigte Wirkung, das Gegnerische Schiff wurde von den Gammastrahlen getroffen und dadurch zerstört.

Als nächstes traf ein Schiff der Swordklasse ein. Ruby sagte: „Ganz ruhig, Du kannst es schaffen!“, Sebastian wies Ruby erneut an die Oszilationsfrequenzen permanent an die des Gegners anzupassen. Als Ruby die Ausführung bestätigt hatte nahm Sebastian Kurs auf das gegnerische Schiff und bereitete das Abfeuern der Waffen vor. Kurz bevor sie in Waffenreichweite kamen feuerte Sebastian die Mikrowellengeschütze im Dauerfeuer ab. Mit feuernden Waffen kamen sie in Waffenreichweite, durch die angepaßte Oszilationsfrequenz der Waffen wurden die Schilde des gegnerischen Schiffes sofort geschwächt und ihre Feldstärke sank auf 80 Prozent. Daraufhin drehte der Gegner ab, Sebastian nahm die Verfolgung auf und feuerte weiter mit den Mikrowellengeschützen. Das gegnerische Schiff machte mit neutralisiertem Schub eine Nickbewegung um 180 Grad und erwiderte das Feuer. Sebastian feuerte daraufhin mit den gammastrahlengepulsten Plasmageschützen auf das gegnerische Schiff. Wieder verloren die Schildfelder kaum an Feldstärke, die Feldstärke des gegnerischen Schildfeldes wurde dagegen durch Sebastians Dauerfeuer um 40 Prozent geschwächt. Das Schiff drehte um 90 Grad nach oben und beschleunigte, Sebastian folgte den Bewegungen des gegnerischen Schiffes und feuerte mit den Mikrowellengeschützen. Die Schilde des Gegners fielen auf 20 Prozent Feldstärke, der Gegner versuchte durch Rollen, Gieren und Nicken Sebastians Feuerstößen auszuweichen. Sebastian wechselte wieder auf die Gammastrahlenemitter und gab Dauerfeuer während er das Gegnerische Schiff anvisierte. Einige Male erwischte Sebastian den Gegner worauf das gegnerische Schildfeld zusammenbrach. Sebastian wechselte auf die gammastrahlengepulsten Plasmageschütze und feuerte in die erwartete Flugbahn des Gegners. Durch einen weiteren Treffer schaltete Sebastian die Sensoren des Gegners aus. Sebastian stellte das Feuer ein und ließ sein Schiff zurückfallen bis er einige Distanz zum Gegnerischen Schiff hatte. Anschließend wartete Sebastian bis das gegnerische Schiff den Kurs änderte um sich bedingt durch die ausgefallenen Sensoren visuell zu orientieren. Als das Schiff seine Fluglage änderte feuerte Sebastian erneut mit den gammastrahlengepulsten Plasmageschützen auf die dadurch vergrößerte Siluette des gegnerischen Schiffes. Dadurch beschädigte Sebastian die Flugsteuerung des Gegners, nun konnte der Gegner nur noch geradeaus fliegen. Als der Gegner beschleunigte und versuchte mit dem Sprungantrieb zu entkommen schaltete Sebastian die Mikrowellengeschütze und die Gammastrahlenemitter zu und feuerte weiter. Der Sprungantrieb und die Triebwerke des Gegners waren ausgeschaltet.

Sebastian stellte das Feuer ein und wies Ruby an die Energie der Mikrowellengeschütze durch die Ladegleichrichter der Gammastrahlenemitter zu leiten und somit die Mikrowellengeschütze in Magnettraktor- Emitter zu verwandeln. Als Ruby die Ausführung dieses Befehls bestätigt hatte feuerte Sebastian die modifizierten Mikrowellengeschütze ab und brachte das gegnerische Schiff zum Stillstand. Anschließend ließ Sebastian von Ruby Verstärkung in Form eines Bergungsschiffes anfordern um das Gegnerische Schiff aufzubringen. Einige Minuten später erreichte das Bergungsschiff das Gebiet, während das Bergungsschiff sich näherte ließ Sebastian das gegnerische Schiff intensiv scannen um an die Navigations- und Sensorendaten zu gelangen. Ruby scannte den Gegner intensiv und konnte schließlich die Herkunft des Gegnerischen Schiffes in Erfahrung bringen. Sebastian wies Ruby an die gesammelten Daten an den zuständigen Vorgesetzten zu übermitteln und um Anweisungen zu bitten. Nachdem Ruby die Daten übermittelt hatte ging der Befehl ein die Position zu halten. Damit endete das simulierte Szenario.

Als Ruby und Sebastian aus dem virtuellen Cockpit geklettert waren stand Kapitän Sage mit in den Hüften verschränkten Armen vor der Beobachtungskonsole für den Simulator. Sie neigte den Kopf zur Seite und sagte: „Ich erfuhr daß im Trainingssimulator ein Gefechtsszenario ablaufen würde und war neugierig wer so spät noch trainiert. Was ich gesehen habe war absolut unglaublich, Sie haben die Oszilationsfrequenzen ihres Waffen- und Schildsystems an die des Gegners angepaßt und somit Ihre Waffen- und Schildkapazität erheblich vergrößert. Die Aufzeichnung dieser Simulation wird sicher Hilfreich sein beim Vortragen Ihres Anliegens das Szenario für die praktische Prüfung zum Kampfpiloten durchlaufen zu dürfen.“ – „Ich hoffe wir haben keinerlei Vorschriften verletzt.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Nein haben wir nicht.“ – „Ich habe im Moment nichts zutun, wenn Sie möchten kann ich Ihnen einige Bereiche des Schiffes zeigen.“, schlug Kapitän Sage vor. Sebastian stimmte begeistert zu und Ruby sagte: „Kapitän, ich will wirklich nicht mißtrauisch sein aber ich frage mich wo ihr Motiv liegt.“ – „Ich habe mir das Dossier von Leutnant Neuhof gründlich durchgelesen und bin sehr an einigen seiner Ideen interessiert. Zum Beispiel interessiert mich die Tatsache daß Leutnant Neuhof sein Wissen über Strategien in Gefechten aus einer Science-fiction-Serie hat.“, antwortete Kapitän Sage. Anschließend gingen sie zum Zugangspunkt der Expreßkabinen.

Kapitän Sage wählte die Sektion 34 als Fahrziel aus und wenig später traf die Expreßkabine ein. Nachdem sich die Türen geschlossen hatten und die Kabine beschleunigte fragte Sebastian: „Sektion 34, sind dort nicht die Simulationseinrichtungen für die Brücke, den Teleporter und den Maschinenraum?“ – „Richtig, ich habe in dem Dossier über Sie gelesen daß sie eine Prozedur entwickelt haben welche etwas mit einer Ideallinie beim Springen zutun hat. Vielleicht könnten Sie mir zeigen was ich mir darunter vorstellen soll.“, antwortete Kapitän Sage. Sebastian erwiderte: „Oh ja die Ideallinie, das war eigentlich nur eine Idee von mir welche sich im Nachhinein als richtig erwies. Es ging mir darum die Windungen der Passage in einer Art Ideallinie zu passieren um den Sprungverlauf effizienter zu machen.“ – „So steht es in dem Dossier welches Kapitän Tönnigs über Sie zusammengestellt hat, ich würde diese Prozedur jedoch gerne mal selbst begutachten.“, antwortete Kapitän Sage. Sebastian willigte ein Kapitän Sage die Prozedur vorzuführen und wenig später erreichten sie die Sektion 34 wo sich die Brückensimulatoren befanden. Während sie sich vom Zugangspunkt der Expreßkabinen zum Brückensimulator begaben sagte Sebastian: „Die Fahrt mit der Expreßkabine hat wirklich nicht lange gedauert. Das hat echt Zeit gespart gegenüber den normalen Transportkabinen.“ – „Ja die Expreßkabinen erreichen eine höhere Geschwindigkeit und auch ihre Beschleunigung ist viel höher als die Beschleunigung der normalen Transportkabinen. Die Hälfte der Strecke beschleunigt die Expreßkabine und die andere Hälfte bremst sie ab. Dadurch ist es unerheblich wie weit man fährt, die Fahrzeit bleibt in Etwa gleich.“, erklärte Kapitän Sage.

Schließlich betraten sie den Brückensimulator, Kapitän Sage wies Lisa an eine Simulation für das Training zur Steuerungs- und Sprungkontrolle zu starten. Lisa bestätigte den Befehl und startete die Simulation. Kapitän Sage und Ruby setzten sich auf die Sitzplätze des Kapitäns sowie des Commanders und Kapitän Sage sagte zu Sebastian: „Planen Sie einen Sprung von ... sagen wir mal 0,8 Lichtjahren! Ich denke drei Minuten dürften ausreichen um die von Ihnen entwickelte Sprungprozedur zu demonstrieren.“ – „Verstanden Kapitän, der Sprung wird berechnet.“, antwortete Sebastian. Anschließend berechnete er den Sprungverlauf, dann wies er Lisa an ihm die minimal empfohlene Distanz zum Rand der Passage auf dem Instrument für die Zentrierung des Schiffes in der Passage anzuzeigen, anschließend ließ er die Langstreckensensoren so konfigurieren um den Verlauf der Passage vor dem Schiff zu verfolgen und anschließend die Ideallinie für das Manövrieren durch die Passage ebenfalls auf dem Instrument für die Schiffszentrierung anzuzeigen. Als dies geschehen war sagte Sebastian: „Sprung mit Ideallinie ist berechnet.“ – „Sprungantrieb ein!“, erwiderte Kapitän Sage. Sebastian aktivierte daraufhin den Sprungantrieb.

Während des simulierten Sprungmanövers sagte Kapitän Sage: „Lisa, wie wirkt sich das aktuelle Sprungmanöver im Vergleich zu konventionellen Sprungmanövern auf die Effizienz des Sprungantriebs aus?“ – „Die Effizienz des Sprungantriebs ist um 1,5 Prozent höher als bei konventionellen Sprungmanövern.“, antwortete Lisa. Während Sebastian das Sprungmanöver durchführte fragte er: „Was denn nur 1,5 Prozent?“ – „Die G-Force-Academy ist ein viel größeres Schiff als die Far Horizon, das wirkt sich natürlich negativ auf die Effizienz des Sprungantriebes aus.“, erklärte Ruby. Kapitän Sage fügte hinzu: „Aber dennoch sind 1,5 Prozent mehr Effizienz eine akzeptable Verbesserung. Gut gemacht Leutnant Neuhof!“ – „Danke Kapitän Sage!“, antwortete Sebastian. Schließlich war der simulierte Sprung beendet. Kapitän Sage wies Lisa an das Protokoll dieser Simulation abzuspeichern und Lisa bestätigte die Befehl und dessen Ausführung.

Als sie den Brückensimulator verlassen hatten sagte Kapitän Sage: „Sie haben die Protokolle der Erdraumflotte ganz schön umgekrempelt, zuerst die Anpassung der Schild- und Waffenoszilationsfrequenz im Kampf und anschließend die Ideallinie beim Springen. Und ihre Idee eines Magnettraktorsystems ist ebenfalls eine kleine Revolution.“ – „Danke Kapitän Sage! Ich habe eigentlich nur probiert ob sich das Wissen welches ich aus den Startrek- Serien habe auch im richtigen Leben anwenden läßt.“, antwortete Sebastian. Als sie wieder am Zugangspunkt für die Expreßkabinen waren und Kapitän Sage die Offiziersmesse als Fahrziel gewählt hatte fragte Sebastian: „Die Offiziersmesse, ist denn das angemessen für mich als Anwärter auf den Status eines Auszubildenden?“ – „Sie sind in erster Linie Offizier der Erdraumflotte, die meisten Auszubildenden haben noch nicht einmal den Status eines Offiziersanwärters. Für Auszubildende ist ausschließlich die Kantine in Sektion 10 vorbehalten, Offiziersanwärtern steht zusätzlich die Mannschaftsmesse in Sektion 3 zur Verfügung und Offiziere können außerdem die Offiziersmesse in Sektion 2 nutzen.“, antwortete Kapitän Sage. Schließlich traf die Expreßkabine ein.

Obwohl sie diesmal fast durch das gesamte Schiff gefahren waren dauerte die Fahrt fast genauso lange wie eine Fahrt mit den normalen Transportkabinen von einer Sektion zur anderen. Schließlich betraten sie die Offiziersmesse, an einem Tisch saßen Commander Groop und Commander Strauß. Kapitän Sage, Ruby und Sebastian setzten sich zu ihnen und Kapitän Sage erzählte von Sebastians Kampfflugsimulation und der Simulation eines Sprungmanövers bei dem die Passage auf einer Ideallinie durchflogen wurde. Commander Groop sagte scherzhaft: „Passen Sie auf Ruby sonst macht Ihnen Leutnant Neuhof noch Iren Ruf als Legende streitig!“ – „Nach diesen Ergebnissen bei der Tauglichkeitsermittlung ist das durchaus möglich.“, fügte Commander Strauß hinzu. Ruby sagte: „Damit habe ich kein Problem, Sebastian ist zwar mein Auszubildender aber auch gleichzeitig mein Freund und Partner. Außerdem ist es leicht ihm etwas beizubringen, manchmal lerne ich sogar noch etwas neues dabei, so war es jedenfalls bei der Ablenkung eines Asteroiden im System Gliese 581.“ – „Oh ja unser erster Flug mit der Excalibur in ein anderes Sternensystem, das war unbeschreiblich!“, fügte Sebastian hinzu. Daraufhin bestellte Kapitän Sage ein paar Cocktails, für sich einen Magnetar, für Commander Groop einen Blue-Giant, für Commander Strauß einen Red-Giant, für Ruby einen Black-Hole und für Sebastian einen White-Dwarf. Nachdem sie ihre Cocktails erhalten hatten mußte Sebastian von seinen Erlebnissen bei der Erdraumflotte und auf der Far Horizon erzählen.

Sebastian berichtete von der Begegnung mit der Black-Halfmoon jenem angeblichen Geisterschiff, seinem ersten Flug mit Ruby in einem Spähschiff und wie er die Idee äußerte Alice auf der Far Horizon zu installieren. Auch über die Fighterchallenge an der er mit Ruby und Yvette teilgenommen hatte und über seinen ersten Flug mit der Excalibur berichtete Sebastian. Als er bei der Geschichte ankam wie er aus Sorge um Ruby den Erstkontakt zu den Wächtern hergestellt hatte waren Kapitän Sage und die beiden Offiziere von der G-Force-Academy ziemlich erstaunt. Natürlich erzählte Sebastian auch von seinen Erlebnissen mit dem Nullschwerkraftsportteam der Neptun- Hoststation und wie sie ihn zu der Idee inspirierten auf dem Flottenball erstmals mit Ruby etwas aufzuführen was später als Nullschwerkrafttanz weiterentwickelt wurde. Schließlich berichtete Sebastian von seiner Mission als Feldsanitäter auf der E.S.F.S.-Tirangle und daß diese ziemlich hart für ihn war. Auch vom anschließenden induktiven Eingriff welchem er sich zur Bewältigung eines eventuellen Traumas unterzogen hatte erzählte Sebastian. Bis hin zum Nullschwerkraftrennen am Vortag und der Präsentation des Mark 3 Kampfanzuges ließ Sebastian kein Detail aus.

Als Sebastian mit seinen Erlebnisberichten fertig war sagte Kapitän Sage: „Kaum zu glauben daß dies alles in weniger als einem Monat passiert ist, Ihr bisheriges Leben bei der Erdraumflotte war schon überaus ereignisreich!“ – „Ja das kann man wohl sagen, damals auf der Erde hatte ich ja keine Ahnung was hier oben alles abgeht! Ehrlich gesagt wenn ich jetzt wieder in mein altes Leben auf der Erde zurückkehren müßte wäre dies als ob ich zurückversetzt würde ins Mittelalter.“, antwortete Sebastian. Commander Groop fragte: „Was würden Sie am meisten vermissen?“ – „In erster Linie würde Ruby mir natürlich fehlen aber auch die Sprünge von einem Sternensystem zum anderen und die Eindrücke welche man dabei sammelt.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte mit leicht rotem Kopf: „Ach Basti, das ist süß von Dir!“ – „Ich kann Sie verstehen Leutnant Neuhof, durch den Sprungantrieb erscheint der Weltraum viel kleiner. Ich glaube wenn ich mich auf die Erde beschränken müßte würde ich sowas ähnliches wie Platzangst bekommen.“, fügte Kapitän Sage hinzu.

Nachdem Commander Groop und Commander Straß einige Geschichten aus dem Alltag auf der G-Force-Academy erzählt hatten berichtete Ruby von ihren Erlebnissen als Auszubildende und später als Ausbilderin. Nachdem Ruby ihre Geschichten erzählt hatten sagte Sebastian: „Ich würde zu gerne mal Yvette in den Toleranztest für Beschleunigungskräfte schicken, mal sehen wie viel sie aushält.“ – „Vielleicht 9,5 bis 10 G aber mehr bestimmt nicht.“, antwortete Ruby lachend. Commander Groop fragte: „Yvette, ist das nicht die Frau die immer versucht Leutnant Neuhof anzumachen?“ – „Ja genau das ist sie.“, antwortete Ruby. Commander Strauß erwiderte: „Ich glaube von der habe ich gehört, das ist doch die Tochter des Kolonieverwalters auf Gliese 581g. Ausgeprägtes Selbstbewußtsein, aggressiver Flugstil und das Feingefühl eines Marschflugkörpers, so wird sie von den meisten Menschen eingeschätzt die ihr bisher Begegnet sind.“ – „Ja das ist eindeutig Yvette.“, antwortete Ruby und erzählte von Yvettes Versuchen sich an Sebastian heranzumachen.

Gegen 21:20 verabschiedeten sich Ruby und Sebastian und verließen anschließend die Offiziersmesse. Auf dem Flur vor der Offiziersmesse gab Ruby den Befehl sie beide in die Sektion mit ihrem Quartier zu teleportieren, wenig später fanden sie sich im der Haupthalle der Sektion 16 wieder. Ruby zeigte Sebastian noch die Freizeiteinrichtungen welche in jeder Sektion mit Quartieren zu finden waren, es gab Archivstationen in denen man gemeinsam in der Datenbank der Erdraumflotte recherchieren konnte, einige kleine gastronomische Einrichtungen in denen man kleine Snacks und Getränke zu sich nehmen konnte, Kinos in denen multiperspektivische Filme gezeigt wurden, Möglichkeiten für Spiele in virtueller Realität und vieles mehr.

Sie setzten sich in eine kleine Lounge und bestellten sich je einen kleinen Becher blauen Honigwein. Nachdem sie ihre Getränke hatten fragte Ruby: „Und wie findest Du es bis jetzt hier?“ – „Es ist toll und die ersten Tage würde ich hier sicher auf meine Kosten kommen aber dann würde ich unsere Mannschaft von der Far Horizon und das Nullschwerkraftsportteam von der Neptun- Hoststation vermissen.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Oh je ich merke schon, Heimweh spielt bei Dir eine entscheidende Rolle. Vielleicht wärst Du ja ein Kandidat für das Fernstudium, dabei lernst Du mit mir auf der Far Horizon und kommst nur zum Ablegen der Prüfungen oder Zwischenprüfungen hierher.“ – „Das dauert doch bestimmt länger oder?“, fragte Sebastian. Ruby antwortete: „Nicht unbedingt, wenn Du und ich der Meinung sind daß Du bereit für die nächste Prüfungsstufe bist dann können wir jederzeit herkommen und Du kannst Dich prüfen lassen.“ – „Das klingt zumindest interessant, auf diese Weise kann ich das erlernte gleich in der Praxis auf der Far Horizon anwenden.“, erwiderte Sebastian. Ruby sagte: „Ja und es gibt bestimmt das eine oder andere Mannschaftsmitglied auf der Far Horizon welches Dir einige entscheidende Tips geben kann.“ – „Auf diese Weise hätte ich das Beste aus beiden Welten, den Alltag auf der Far Horizon mit allen praktischen Erfahrungen und Dir als Ausbilderin und nach dem Bestehen der Prüfungen auch den Abschluß von der G-Force-Academy.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Wenn man Deinen Antrag auf Fernstudium bewilligt sollte das kein Problem sein.“, dann tranken sie ihre Getränke aus und gingen in ihr Quartier.

Nachdem sie ihr Quartier erreicht hatten fragte Sebastian: „Haben wir überhaupt was zum Anziehen für die Nacht?“ – „Aber ja, schau mal in den Schrank! Unsere Vermessungsdaten wurden bereits vor unserer Ankunft übermittelt.“, antwortete Ruby. Daraufhin holten sie sich ihre Nachtkleidung aus dem Schrank und zogen sich für die Nacht um. – Als sie wenig später im Bett lagen sagte Sebastian: „Mal sehn was mich morgen bei meinem Erscheinen vor der Aufnahmekommission erwartet.“ – „Was soll Dich schon erwarten? Die Bekanntgabe der Entscheidung der Kommission ob Du für die Ausbildung qualifiziert bist oder nicht und vielleicht die Entscheidung über das Gesuch ein praktisches Prüfungsszenario durchlaufen zu dürfen. Außerdem werden wir versuchen Dich für das Fernstudium anzumelden, mehr wird Dich morgen nicht erwarten.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Na das reicht ja wohl um aufgeregt zu sein.“ – „Aufgeregt? Na das haben wir gleich!“, sagte Ruby. Dann küßte sie Sebastian erst zärtlich und dann mit steigender Intensität. Schließlich wurde es eine halbe Stunde voller Erregung und Nähe, sie kamen sich so nahe wie es die Physik nur zuließ. Als sie später erschöpft nebeneinander lagen sagte Ruby: „Puh, das war gut! Ich glaube jetzt haben wir beide keine Probleme mehr einzuschlafen. Schlaf gut Basti!“ – „Ja Du auch Ruby!“, erwiderte Sebastian und kuschelte sich an sie heran, wenig später schliefen sie beide ein.
 
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