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2 Seiten

Der Prepper

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Kennt Ihr Joe?
Den Prepper?
Wie nicht?
Was lest Ihr eigentlich so den ganzen Tag?
Comics?
Anscheinend!

Das ist doch der einzige Anhänger der Prepperscene, welcher sich gleich 2 Atombunker aus Stahlbeton in seinen Garten eingraben ließ.
Einen für sich und einen für seine Frau und die Kinder um Ärger gleich vorzubeugen.

Das soll jetzt nicht bedeuten, dass die beiden, also Joe und seine Frau, sich nicht verstanden haben.
Ganz im Gegenteil!
Die Ehe verlief durchaus emanzipiert.

Auch Joe trat einmal in den Ehestreik und trank aus Protest kein Bier mehr, um seine Frau in einer Streitsache kleinzukriegen.

Lange hielt er nicht durch.

Als er aufgehört hatte Bier zu trinken, bekam er Drohanrufe von Brauerei-Aktionären, da mit Beginn seiner Alkoholabstinenz die ersten Brauereien gleich Gewinnwarnungen herausgeben mussten.

Ja, so war er der Joe!

Immer vorne weg.
Durchaus richtungsweisend.
Die Nachbarn legten Wert auf seine Meinung.
"Der Joe hat auch gesagt......", hörte man immer wieder.
Er setzte neue Akzente und Maßstäbe.
Man hörte auf ihn.
Seine Stimme hatte Gewicht.
Viele wollten Selfies mit ihm und Autogramme.
Manche meldeten sich sogar freiwillig, um seinen SUV samstags kostenlos waschen zu dürfen.
Das muss man erst einmal schaffen.

Ja, der Joe!
Das war schon einer.

Und dann ist Joe in die Politik gegangen.
Also keine Plakate nachts kleben und ähnliche Scherze.
Doof war er ja nicht!
Nein, der legte gleich richtig los.
Mischte oben.....ganz oben....sofort richtig mit.
Von null auf hundert in sieben Sekunden.
Wie sein SUV.

War damals gerade alles günstig.
Eine Partei hatte unerwartet so viele Wähler Stimmen bekommen, dass die gar nicht mehr wusste, wen sie ins Parlament schicken sollte.
So viele Mitglieder hatte die damals gar nicht.
Und die Mitglieder, die die hatten, hatten sich aus Eigenschutz nicht zur Wahl gestellt.

Da haben die eben mal in den Kneipen am Tresen gefragt, ob nicht einer Lust hätte gleich voll durchzustarten.

Joe hat sich spontan sofort gemeldet, als er von der Abgeordneten Vergütung erfuhr.
Den zwei Liter Bierhumpen noch in der Hand haltend erfuhr er von den Sozialleistungen und späteren üppigen Rentenansprüchen als Ex-Abgeordneter.
Er war sofort begeistert und ist in die Partei noch an der Theke eingetreten.

Ja, so war er der Joe.
Hatte schon immer Alternativen zum bisherigen Leben gesucht.

Das Wahlprogramm?
Kannte er nicht.
War ihm auch egal.
Das liest doch sowieso keiner.
Damals volle zwei DIN A 4 Seiten lang.
Wer hat dafür Zeit?
Hätte man das nicht auch kürzer fassen können?

Respekt!
Die Kohle, welche man damit verdienen konnte.
Boah ey!
Und die Wahlpartys.
Holla die Waldfee!
Da gings aber sowas von ab!

Aber dann hatte er später doch noch eine Frage, an denjenigen der ihn geworben hatte:
"Für was soll ich eigentlich stimmen, wenn ich den Vorgang im Plenarsaal inhaltlich nicht verstehe?"

Und der Rekrutierer antwortete:
"Mach einfach das, was der Mann und die Frau in der ersten Reihe vor dem Rednerpult auch machen. Wenn die dazwischenrufen, dann mache es auch. Wenn die klatschen, dann klatschst Du auch in die Hände. Gelacht wird, wenn die lachen, sonst nicht. Und wenn die aus Protest den Saal verlassen oder bei Gedenk- und Schweigeminuten nicht vom Sitz aufstehen, dann bleibst Du auch sitzen!"

"Mensch, ist ja stark! Das ist ja ganz einfach!", rief Joe begeistert aus.

Der Joe!
Der alte Haudegen!
 
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