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8 Seiten

Der Fall Lefuet 1.0

Schauriges · Kurzgeschichten
Prolog:

Liebe Brüder und Schwestern,

wenn ich auf besondere Ereignisse in meinem Leben zurückschaue, fällt mir u.a. auch eine seltsame Begebenheit ein, welche sich vor 35 Jahren ereignete.

Das Bistum hatte damals einen Geschichten-Wettbewerb innerhalb der kirchlich organisierten Jugendgruppen ausgerufen bzw. öffentlich ausgeschrieben, bei dem gläubige Heranwachsende mit schriftstellerischen Ambitionen eine Kurzgeschichte zu den Themenbereichen Tod, Auferstehung, Paradies, Himmel und Hölle schreiben sollten.
Es wurde eine Jury zusammengestellt, zu der ich wahrscheinlich eher nur zufällig auch berufen wurde, weil man anscheinend damals keinen anderen gefunden hatte, der bei so etwas arbeitsintensiven freiwillig mitmachen wollte.

Der erste Preis sollte eine siebentägige Pilgerfahrt nach Rom mit Teilnahmemöglichkeit an einer Gruppen-Papstaudienz sein und dem Gewinner wurde zudem die Veröffentlichung seiner Story in der damals noch auflagenstarken Bistumszeitung zugesagt.

Ungefähr 2 Wochen nach offiziellen Beginn des Schreibwettbewerbs fand ich einen absenderlosen Umschlag in meinem Briefkasten, indem von einer mir bis heute unbekannten Person eine Geschichte zum laufenden o.g. Wettbewerb eingereicht wurde. Die Geschichte war mit einer Schreibmaschine auf einigen DIN-A 4 Blättern niedergeschrieben worden und ein Begleitbrief fehlte genauso, wie eine Information über die Identität des Autoren.
Der anonyme Autor selbst hatte am Ende der Geschichte nur handschriftlich mit dem Pseudonym Gilbert Lefuet unterschrieben. Vielleicht war es auch sein richtiger Name, aber wenn man den Nachnamen von rechts nach links las, ergab sich meiner damaligen Meinung nach eher die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Pseudonym war.
Da es ein anonymer Wettbewerbsbeitrag war, konnte dieser an der Ausschreibung selbstverständlich nicht teilnehmen und wurde sofort aussortiert.
Ich habe diesen damals aber nicht weggeworfen, weil mich die niedergeschriebene Story irgendwie faszinierte und weil ich die wilde Fantasie, welche sich in dieser offenbarte, für erhaltenswert hielt.

Im nachfolgenden gebe ich diese Geschichte einmal unkommentiert und unverändert an Euch liebe Brüder und Schwestern zur Diskussion weiter. Ich hoffe dabei, dass diese Euch nicht zu makaber ist. Als gute Nacht Geschichte für Eure Kinder ist diese absolut nicht geeignet! Interessant an dieser Story ist auch, zu welcher brutalen Skrupellosigkeit der anonyme Schriftsteller die Massenmedien damals für fähig hielt. Wenn ich das Fernsehprogramm der freien TV-Sender in den letzten 30 Jahren vor meinem geistigen Auge einmal Revue passieren lasse, dann lag der anonyme Autor mit seiner negativen Einschätzung wahrscheinlich gar nicht mal so fern der Realität.

Der Text lautete wie folgt:

****************************************************
Das Ende von Dieter Manjak.
Ein Schreib-Wettbewerbsbeitrag von Gilbert Lefuet.
****************************************************

Als ich die Tür des Hospiz Zimmers öffnete und ins Zimmer eintrat, erblickte ich auf einem Krankenbett einen Mann, welcher sehr alt und sehr krank aussah.

Seine mageren Gesichtszüge waren völlig eingefallen und die Oberfläche seiner gesamten bereits gelblich verrunzelten Gesichtshaut war mit kleinen schwarzen Flecken übersät.

Ab und zu wurde der schmächtige Körper durch einen schweren Hustenkrampf geschüttelt.
Dabei rann diesem Hospiz Patienten auch gleichzeitig immer etwas Blut aus den Mundwinkeln, welches von der vor dem Bett sitzenden Betreuerin liebevoll sofort weggewischt wurde.

Man brauchte kein Mediziner zu sein, um klar erkennen zu können, dass dieser Mensch nicht mehr lange leben würde.

An die Bettkante herangetreten, registrierte ich jedoch zwei kleine wache glühende Augen, welche diesem kranken Mann, trotz seines Zustandes, eine wache und intelligente Aura verliehen.

„Guten Tag Herr Manjak“, begrüßte ich ihn halblaut und streckte ihm meine Hand entgegen, „wie geht es Ihnen?“

Dieter Manjak, so war der Name des Patienten, welcher mir telefonisch vor ein paar Stunden von der Hospizleitung mitgeteilt worden war, drehte seinen Kopf in meine Richtung und versuchte mir die Hand zu reichen, was aber fehlschlug, da ein Arm am Bett fixiert worden war und die freie Hand des anderen Arms durch eine Kanüle und Schläuche daran gehindert wurde.

„Guten Tag Herr Weissgräber, das sind Sie doch, oder?“, fragte er mich mit schwacher Stimme.

„Ja, Volker Weissgräber von der SWP Sensation World Press, man hatte mich angerufen und gesagt, dass Sie eine sensationelle Story für uns hätten, welche Sie exklusiv nur unserer Zeitung anbieten wollten.“

„Ja, das stimmt“, antwortete Manjak mit leicht zitternder Stimme. „Ist es richtig, dass Sie Herr Weissgräber der leitende Chefredakteur der SWP sind?“

„So ist es, wie kann ich Ihnen helfen Herr Manjak?“

„Nennen Sie mich einfach Dieter! Ist das Okay?“, flüsterte der Patient.

„Kein Problem, ich bin der Volker“, antwortete ich, „was kann ich für Dich tun, Dieter?“

Dieter schluckte ein paar Mal stark, drehte seinen Kopf langsam zur Hospizhelferin an der anderen Seite des Bettes herum und bat diese mit mir unter vier Augen reden zu dürfen. Die Pflegekraft verließ darauf hin den Raum.

„Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?“, fragte Dieter mich.

„Ich habe eigentlich dazu keine richtige Meinung“, erwiderte ich zögernd. „Ich hoffe, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht, kann aber daran nicht so recht glauben. Als Reporter habe ich mich daran gewöhnt nur an Fakten und Beweise zu glauben und zum Leben nach dem Tod gibt es keine mir bekannten Beweise.“

Der Oberkörper Manjaks richtete sich plötzlich ein wenig in meine Richtung hin auf und seine Augäpfel schienen leicht hervorzutreten, als er laut und mit fester Stimme sagte:

„Dann werde ich Dir den Beweis liefern! Exklusiv für die SWP!“

„Wie willst Du das anstellen?“, fragte ich ihn nun wirklich interessiert.

„In der obersten Schublade, dort drüben im Schrank, liegt ein verschlossener Umschlag. In diesem Umschlag liegt ein Manuskript, in dem ich die gesamte Vorgehensweise und den genauen Ablauf der Beweisführung niedergeschrieben habe. Ihr, von der Sensation World Press, müsst Euch nur an die dortigen Anweisungen halten und ich garantiere Euch eine Steigerung Eures Unternehmensgewinns noch in diesem Jahr um 50 Prozent.“

„Also Dieter, ich schaue mir Deine Ideen gerne einmal an, aber eine Frage vorweg, wie bist Du ausgerechnet auf die SWP gekommen und sei bitte ehrlich, das machst Du doch sicherlich nicht umsonst für uns?“

Manjak war wieder in sein Kopfkissen versunken und nach einem kurzen Hustenanfall mit etwas Blutauswurf, sagte er mit leicht zitternder Stimme: „Ich will 1.000.000 DEM dafür haben. Das ist mein Preis! Das Geld soll nach meinem Tod an meine Tochter ausgezahlt werden und zur Beantwortung der Frage, warum ich gerade die SWP gewählt habe, sei Dir Volker ehrlich gesagt, dass Euer Verein in meinen Augen die einzige erfolgreiche überregionale Schmierenzeitung mit verbundener privater Fernsehanstalt ist, welche ich dazu fähig halte, dass, was ich in meinem Manuskript vorschlage, auch skrupellos durch zuziehen. .......So, und nun nimm den Umschlag, geh in Dein Verlagshaus und bespreche das mit Deiner Geschäftsleitung. Ihr habt für Eure Entscheidung 48 Stunden Zeit, danach habe ich bereits weitere Gesprächstermine mit 5 anderen Zeitungen und auch Fernsehsendern fest vereinbart. .........Bitte geh jetzt, ich bin müde!“
Manjak hatte daraufhin die Augen geschlossen und war anscheinend, erschöpft von unserem Gespräch, augenblicklich eingeschlafen.

Ich wendete mich vom Bett ab, ging zum Schrank, öffnete die Schublade und nahm den Umschlag heraus. Nach dem Verlassen des Zimmers bat ich noch eine, in der Nähe das Abendessen zubereitende, Hospiz-Kraft Dieter im Auge zu behalten, bevor ich das Sterbe-Hospiz verließ.

In mein Redaktionszimmer im Verlag zurückgekehrt, öffnete ich sofort den Umschlag und verschlang gierig den von Dieter niedergeschriebenen propagandistischen Schlachtplan.

Um so mehr ich davon las, um so stärker lief mir ein Schauer über den Rücken.

Also, was Manjak da vorhatte, hatte das Zeug entweder ein riesiger Reinfall für den Verlag zu werden, oder es würde der finanzielle Hammer für unsere Zeitung und auch für unsere angeschlossene TV-Anstalt schlechthin werden.

Der Todkranke schlug u.a. in einem offensichtlich bereits notariell vorformulierten Vertragsentwurf folgendes vor:

An sämtlichen Tagen seines Restlebens, bis zum Zeitpunkt seines Todes und je nach endgültiger vertraglicher Vereinbarung, auch über den Zeitpunkt seines Todes hinaus, dürfe nur die SWP eine Webcam in seinem Sterbezimmer installieren, welche seinen gesamten Sterbeweg 24 Stunden am Tag, eingerahmt von einem Werbeframe der SWP, weltweit ins Internet überträgt.
Weiterhin sei es der der SWP angeschlossenen TV-Anstalt ohne irgendwelche Einschränkungen gestattet, sämtliche Fernsehaufzeichnungen und TV-Übertragungen, national und auch weltweit, vor, während und nach seinem Tod direkt in der Nähe seines Körpers oder Leichnams nach Belieben durchzuführen. Auch die Liveübertragung von medizinischen Behandlungen und Untersuchungen, selbst am unverhülltem Körper Manjaks, sei rund um die Uhr auch in Form von Nahaufnahmen gestattet. Manjak verzichte dabei auf jedes Persönlichkeitsrecht und gestatte es den vertraglich gebundenen Medien die damit verbundene Dramaturgie selbst völlig frei zu gestalten.

Ein paar Tage vor seinem Todeszeitpunkt würde Dieter 6 Zahlen aus dem Bereich von 1 bis 49, nur in Anwesenheit eines vom Verlag und/oder vom Sender noch zu bestimmenden Notars und nur unter Zuhilfenahme eines kleinen Lottoautomaten mit Zufallsgenerator, auf einem Papier so niederschreiben, dass niemand, selbst der Notar nicht, diese Zahlen dabei in Erfahrung bringen könnte.
Der Zettel mit den Zahlen würde von ihm dann in einen lichtundurchlässigen Umschlag gesteckt und dem Notar zur qualifizierten Versiegelung direkt vor Ort übergeben.
Der vom örtlichen TÜV, vor der Ziehung, auf technische Zuverlässigkeit überprüfte Zufallsgenerator, welcher Manjak erst sehr kurz vorher, zur Ziehung der Zahlen vom Notar erstmalig und einmalig ausgehändigt würde, dürfe diese gezogenen Zahlen nicht intern speichern und würde ebenfalls dem Notar übergeben, damit dieser sich unter Hinzuziehung des technischen Überwachungsvereins davon überzeugen könnte, dass absolut nichts in eventl. vorhandenen internen Datenspeichern des Geräts gespeichert wurde.
Der Notar müsste noch vor Ort den Umschlag und sicherheitshalber auch den Zahlengenerator in einen mobilen 100 kg Stahltresor, welcher mit Zylinderschloss und Kombinationsschloss ausgestattet ist, einschließen. Der Tresor müsse so funktionieren, dass die Tür nur zusammen und gleichzeitig mit dem richtigen Schlüssel und der richtigen Kombination geöffnet werden könnte. Den Schlüssel zum Tresor müsse der Notar qualifiziert sicher selbst verwahren. Die zusätzliche Zahlenkombination des Tresors dürfe diesem Notar aber nicht bekannt sein. Dieser Geldschrank sollte dann von einem renommierten Wachdienst, welcher nur über die Kombinationszahlen des Tresors informiert würde, unter ständiger Beaufsichtigung des Notars und der Fernsehzuschauer, zur größten Bank der Stadt in deren Tieftresor gebracht werden. Dort sollte der Stahlschrank in einem Großschließfach noch einmal zusätzlich gesichert und eingeschlossen werden. Dieses Schließfach könnte auf Wunsch, 24 Stunden rund um die Uhr, wiederum von einer Webcam, welche ihre Bilder, gerne eingerahmt von einem Sensation World Press-Werbeframe, permanent ins Internet übertrüge, zusätzlich überwacht werden.

Sobald der Tod Manjaks von mehreren unabhängigen Medizinern einwandfrei festgestellt worden ist, sollte ein TV-Team zum genauen Zeitpunkt des Todes vor den Toren des buddhistischen Klosters namens Shangri-La im Tausende von Kilometern entfernten Kathmandu Tal mit ihren Kameras Stellung beziehen.

Dieter würde aus dem Jenseits heraus versuchen, einem tibetischen Mönch, mit dem er sich vor über einem Jahrzehnt einmal auf einer Kloster-Meditations-Reise angefreundet hätte, diese Zahlenkombination gedanklich aus dem Jenseits zu übermitteln.
Einige Minuten nach dem genauen Todeszeitpunkt würde dieser buddhistische Mönch vor die Fernsehkameras treten und die 6 Zahlen öffentlich bekannt geben, welche er meint, in meditativer Trance vom verstorbenen Manjak erhalten zu haben.
Kurz danach würden fast gleichzeitig tausende km von Kathmandu entfernt, der Notar mit dem Schlüssel zum Tresor und ein Mitglied des Wachunternehmens, welches nur die Zahlenfolge des Tresor-Kombinationsschlosses kennen würde, zur Bank gehen und dort gemeinsam den dort deponierten Tresor unter den Augen der TV-Öffentlichkeit im Rahmen einer Liveübertragung öffnen.
Der dort deponierte Umschlag müsste dann geöffnet werden und die Zahlen Manjaks müssten öffentlich verlesen werden.
Sollten die Zahlen des Mönchs mit denen Manjaks übereinstimmen, wäre es nach Dieters Ansicht endgültig bewiesen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und das sich die Toten mit Lebenden in Verbindung setzen könnten.

Ich überlegte nur kurz, bevor ich zum Telefonhörer griff und mir einen Termin beim Vorstandsvorsitzenden der SWP holte, welchen ich auch sofort bekam.

Dem Vorstandsvorsitzenden konnte ich schnell klarmachen, dass eine einmalige Investition von 1.000.000 DEM für die Tochter nichts wäre, gegen das Potenzial, was sich für den Verlag und für den TV-Sender aus dieser völlig abgedreht makaberen und gruseligen Story ergeben würde.
Ganz egal, ob das Experiment am Ende funktionierte oder nicht, so argumentierte ich, wäre in der gesamten Zeit des Todeskampfes von Manjak eine Spitzenzuschauerquote gesichert. Sämtliche Interviews mit dem Sterbenden würden nur exklusiv von der SWP geführt und könnten gegen Entgelt an Mitbewerber teuer weiterverkauft werden. Allein die globalen Film- und Bildverwertungsrechte würden einen ordentlichen Batzen Geld einbringen.
Unser TV-Sender könnte täglich, zur besten Sendezeit, eine Talkshow mit Religionsvertretern, Esoterikern und Parawissenschaftlern bringen. In diese Sendungen könnten wir Dieter live vom seinem Krankenbett zuschalten.
Der hauseigene TV-Verkaufskanal könnte parallel Amulette mit Dieters Konterfei und Magnetarmbänder massenweise verkaufen.
Ganz zu schweigen, von dem wirtschaftlichen Potenzial, was in dieser Sache noch steckt, wenn der Versuch Manjaks erfolgreich ablaufen sollte. Dann hätten wir vielleicht sogar über Nacht einen Kandidaten auf eine Heiligenernennung unter Vertrag und das Hospiz könnten wir dann kaufen und zum Wallfahrtsort umfunktionieren. Die Bedeutung von Lourdes und der Cova da Iria bei Fátima würde dagegen bis zur Bedeutungslosigkeit verblassen.

Der Fantasie wären hier keine Grenzen mehr gesetzt.
Natürlich, so schlug ich erfolgreich vor, müssten wir einen Priester hinzuziehen, welcher den Todeskampf von Dieter seelsorgerisch begleitet, damit es nicht in der Öffentlichkeit so aussähe, als wollten wir aus dem Elend eines Sterbenden auch noch Kapital schlagen.
Vieles, vor allem die Nahaufnahmen bei intimen medizinischen Untersuchungen, könnten wir selbstverständlich mittels Weichzeichner kaschieren. Dadurch würde das Ganze sogar eine gewisse künstlerisch anspruchsvolle Note bekommen. Und wenn wir vorher noch öffentlich darstellen, dass wir das aufgrund des Freibriefvertrages mit dem Todeskandidaten eigentlich gar nicht machen müssten, sondern rechtlich dazu befugt wären die Kameras "brutal drauf zuhalten", dann wäre es doch gelacht, wenn wir uns die Gefahr des öffentlichen durchaus berechtigten Vorwurfs einer widerlichen Schmuddelreportage nicht erfolgreich vom Hals halten könnten.
Sinnvoll wäre es auch, wenn Manjak eine notarielle Vormundschafts Erklärung unterschriebe, damit ich, als natürlich sein neuer Vormund, über seine medizinische Behandlung oder Nichtbehandlung mit entscheiden könne.

Da der Vorstand einverstanden war, stand der Vertragsunterzeichnung nichts mehr im Wege. Der Vertrag wurde geschlossen und alles entwickelte sich so, wie wir es vorausgesehen hatten. Die Auflage der SWP stieg um 35 Prozent an und wir erreichten eine TV-Einschaltquote von satten 41 Prozent.

Dann kam der Tag des Todes.

Dieter Manjak hatten in den Tagen zuvor körperlich sehr stark abgebaut.

Wir hatten die begleitenden Mediziner zum Glück erfolgreich dazu bewegt, Manjak mindestens so lange geistig und körperlich fit zu halten, bis die Zahlen von ihm erfolgreich gezogen und dem Notar übergeben wurden.
Es ist schon erstaunlich, zu was die moderne Pharmazie so alles fähig ist.

Einige Minuten nach seinem Tod trafen über alle zugeschalteten TV-Sender der Welt, die Zahlen des buddhistischen Mönchs ein.
Der Kleintresor im Bankschließfach wurde im Rahmen einer Liveübertragung unseres TV-Senders kurze Zeit danach sofort geöffnet und die Zahlen des Verstorbenen entnommen.

In diesen Sekunden erreichte unser Fernsehsender eine Einschaltquote von 70 Prozent. So etwas hatte es seit Jahrzehnten in unserem Land nicht mehr gegeben.
Schätzungen gingen davon aus, dass ca. 1.000.000.000 Menschen weltweit an irgendwelchen Fernsehern, über Radio oder Internetportale diesen Moment gespannt verfolgten.

Natürlich nutzten wir das so aus, dass in den Stunden vor Manjaks Tod immer wieder die Liveübertragung durch Einblendung von Werbeblöcken unterbrochen wurde. Allein, was die Sensation World Press an Werbeeinnahmen dadurch hatte, war unglaublich.

Doch irgendwann, als die psychische Spannung von 1 Milliarden Interessierten bis kurz vor der Explosion angewachsen war, musste die Enthüllung des Zahlenvergleichs Live erfolgen.

Der Vergleich der Zahlen war zunächst enttäuschend.

Nicht eine Ziffer stimmte überein.

Manjak hatte folgende Ziffern gezogen:

32, 12, 31, 34, 42, 14

Der Mönch hatte in Kathmandu empfangen:

41, 24, 43, 13, 21, 23

Es dauerte keine 5 Minuten, bis irgendjemand herausfand, dass die Quersumme bei beiden Zahlenreihen gemeinsam aber 165 war.

War das ein Zufall?

Oder stimmten Berichte von Grenzwissenschaftlern und Esoterikern, dass bei einem Gedankentransfer vom Jenseits ins Diesseits Wörter und Zahlen umgedreht gelesen werden müssen?

Vielleicht, so wurde von einigen später auch gemunkelt, wäre Dieter ja nicht im Himmel, sondern in der Hölle gelandet. Schreibt der Leibhaftige, so wird es überliefert, nicht auch immer von rechts nach links bzw. in Spiegelschrift?

gez. Gilbert Lefuet
 
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Kommentare  

Eine interessante und spannende Geschichte. Ob die
Zahlenfolge nun umgedreht ist, oder nicht: Solch eine
Übereinstimmung, natürlich nur, wenn ausgeschlossen
werden kann, dass kein Zaubertrick à la Copperfield
dahinter steckt, -was aber wohl der Fall wäre - wäre wohl
ein glaubwürdiger Beweis dafür, dass eine Übertragung
statt gefunden hat. Oder zumindest ein
schwerwiegendes Indiz hierfür.


Siebensteins Traum (23.04.2020)

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